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„We will make America great again“: Trump deutet erneute Präsidentschaftskandidatur an

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Von: Andreas Apetz

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Donald Trump, ehemaliger US-Präsident, spricht während des Turning Point USA Student Action Summit.
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident, spricht während des Turning Point USA Student Action Summit. © Phelan M. Ebenhack/dpa

Bei einer Rede in Florida deutet Donald Trump seinen Wiederantritt als Präsidentschaftskandidat an und hetzt gegen Joe Biden und die LGBTQ+-Bewegung.

Tampa – Beim studentischen Gipfeltreffen von Turning Point USA, einem Netzwerk für neoliberale Studierende, am Samstag (23. Juli) war Donald Trump der Stargast des Events. Über eine Stunde sprach der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten vor dem angereisten Publikum in Tampa, Florida. In einer Rede voller Seitenhiebe gegen Joe Biden und andere politische Feinde machte Trump erneut Andeutungen einer möglichen Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024.

Ex-Präsident Donald Trump ist für seine aggressive Rhetorik bekannt. Nicht selten tritt er deshalb bei seinen Auftritten in das ein oder andere Fettnäpfchen. Die wollte er auch bei seiner Rede in Tampa nicht auslassen.

Donald Trump: Homophobe Äußerungen bei Rede in Tampa

Die Diskussion kontroverser Themen gehören bei Donald Trump dazu. Selten zieht er dabei Samthandschuhe an. Mit seinen konservativen, meist einseitigen Ansichten polarisiert der Ex-Präsident und findet viel Anklang bei seiner Anhängerschaft. Der erste Themenpunkt beim Gipfeltreffen des Turning Point USA sollte das Schulsystem sein, welches nach Ansicht Trumps stärker kontrolliert werden müsste. Dabei sprach er von „strengen Verboten“ für die Vermittlung „unangemessener rassistischer, sexueller und politischer Inhalte.“

Dass er damit unter anderem Homosexualität oder die LGBTQ+-Bewegung meint, wird kurze Zeit später deutlich, als er sich mit abfälligen Gesten und Geräuschen über die Teilnahme von Transfrauen am Frauensport lustig machte. „Diesen Leuten würde man nicht einmal zutrauen, auf die eigenen Kinder für 20 Minuten aufzupassen. Warum sollten wir sie dann Millionen amerikanische Schüler sechs Stunden am Tag unterrichten lassen?“, wirft Trump fragend in den Raum.

Donald Trump hat es „gefallen“, dass die Taliban ihn „eure Exzellenz“ nannten

Die Corona-Pandemie thematisierte Trump diesmal nur am Rande. Er forderte dazu auf, alle US-Soldaten, die seit Pandemie-Beginn aufgrund der Verweigerung der Impfpflicht entlassen wurden, wieder einzustellen. Er sagte, die USA sollten „jeden Patrioten, der auf beschämende Weise aus dem Militär entlassen wurde, mit einer Entschuldigung“ und „Lohnnachzahlung“ wieder in den Dienst holen.

Außerdem kam Trump auf sein Friedensabkommen mit den Taliban aus dem Jahr 2020 zurück, das letztlich zur Rückeroberung Afghanistans durch die islamistische Terrorgruppe im vergangenen Jahr führte. In einem Telefongespräch mit Abdul Ghani Baradar, dem Chef der Taliban, soll dieser den damaligen Präsidenten mit „eure Exzellenz“ angesprochen haben. „Das hat mir irgendwie gefallen“, protze Trump vor den Student:innen in Tampa.

Donald Trump deutet Präsidentschaftskandidatur 2024 an

Was sich wie ein roter Faden durch die Rede zog, waren die Andeutungen einer erneuten Kandidatur für das Amt des Präsidenten im Jahr 2024. Nachdem er den Untersuchungsausschuss für die Geschehnisse des 6. Januar 2021 als „unfähiges Komitee aus politischen Verbrechern“ bezeichnete, widmete er sich den haltlosen Vorwürfen, Joe Biden hätte bei der vergangenen Präsidentschaftswahl betrogen.

Trump beendete seine Rede mit der vielleicht offensichtlichsten Anspielung auf eine erneute Kandidatur, indem er sagte, dass mit Bidens Präsidentschaft sein Wiederwahlslogan „Keep America great“ nun überholt sei. Stattdessen würde er inzwischen wieder „We will make America great again“ heißen. (aa)

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