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Donald Trump attackiert Oscar-Gewinner aus Südkorea.

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Donald Trump pöbelt gegen Oscar-Gewinner „Parasite“ aus Südkorea

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Vor Anhängern in Colorado hat US-Präsident Donald Trump gezeigt, dass sein Nationalismus auch vor der Filmwelt keinen Halt macht.

  • Der Film „Parasite“ aus Südkorea gewann Anfang Februar den Hauptpreis bei der Oscar-Verleihung
  • Donald Trump attackiert den Film, weil er aus Südkorea kommt
  • Auch einen Hollywood-Star greift er bei einer Wahlkampfveranstaltung an

Colorado Springs - US-Präsident Donald Trump hat gegen den Oscar-Gewinnerfilm „Parasite“ und die Oscar-Academy gepöbelt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Colorado rief er seinen Anhängern zu: „Wie schlecht war die Oscar-Verleihung dieses Jahr?“ Die Menge sprang darauf an und reagierte mit Buh-Rufen. 

Donald Trump echauffierte sich weiter: „Der Gewinner ist ein Film aus Südkorea, was zur Hölle soll das?“ Die USA hätten schon genug Probleme mit Südkorea - vor allem was den Handel anbelange - und dann, so Trump wörtlich, „geben die denen den besten Film des Jahres.“

Donald Trump attackiert „Parasite“: „War er gut? Das weiß ich nicht“

Die Sozialsatire „Parasite“ des südkoreanischen Filmemachers Bong Joon-ho hatte Anfang Februar bei der Verleihung der Oscars in Los Angeles Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal in der Historie des renommiertesten Filmpreises der Welt gewann ein komplett nicht-englischsprachiger Film den Hauptpreis. Dazu wurde „Parasite“ in den Kategorien beste Regie, bestes Original-Drehbuch und bester fremdsprachiger Film. Gleichzeitig wurde er weltweit von Kritikern als Meisterwerk gefeiert und war in vielen Ländern ein Publikumserfolg. 

Bong Joon-ho triumphiert bei der 92. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles.

Trump zählt scheinbar nicht zu den Kinobesuchern: „War er gut? Das weiß ich nicht“, fuhr er in seiner Attacke auf den Film „Parasite“ fort. Er favorisiert eine andere Art von Film: „Können wir mal wieder sowas wie „Vom Winde verweht“ haben, bitte?“ Damit nannte er einen der bis heute erfolgreichsten Filme in den USA und weltweit, der 1939 erschien. Die Popularität des Filmes über eine Liebesgeschichte während des amerikanischen Bürgerkriegs hält bis heute an: In einer US-Umfrage wurde „Vom Winde verweht“ 2008 zum beliebtesten Film gewählt - wird aber immer wieder für seine Darstellung der Beziehung zwischen afroamerikansichen Sklaven und weißen Plantagen-Besitzern kritisiert. Trumps Anhänger reagierten bei der Wahlkampfveranstaltung in Colorado Springs dennoch mit lautem Jubel.

Donald Trump: Widerstand gegen Film aus Südkorea

Der US-Vertreiber von „Parasite“ antwortete dem Präsidenten auf Twitter: Trumps Widerstand gegen den untertitelten Film sei "verständlich, da er nicht lesen kann". Bei der Oscar-Verleihung hatte Regisseur Bong Joon-ho noch auf die Sprachbarriere hingewiesen: „Wenn du die ein-Zoll-hohe Hürde der Untertitel hinter dir lässt, eröffnet sich eine Welt mit vielen anderen tollen Filmen.“

Trump wandte sich auch gegen Hollywoodstar Brad Pitt, der bei der Oscar-Verleihung als bester Nebendarsteller ausgezeichnet worden war. Pitt sei „ein kleiner Schlauberger", sagte Trump. Der Schauspielstar hatte seine Dankesrede dazu genutzt, dem Impeachmentverfahren gegen Trump seine Unterstützung auszusprechen (mit afp) 

Von Jakob Maurer

In Colorado Springs warb Donald Trump um seine Wiederwahl als US-Präsident: Russland will Donald Trump zum Sieg bei der US-Wahl verhelfen - dieser Vorwurf ist nicht neu. Er kursierte schon 2016 und wird jetzt wieder laut.

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