Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ermittlungen in New York

Donald Trump: Staatsanwaltschaft behandelt Familienunternehmen wie Mafia-Organisation

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
    schließen

Die Ermittlungen gegen Donald Trump und die „Trump Organization“ laufen auf Hochtouren. Verbindungen zu Mafia-Bossen könnten für ihn zum Verhängnis werden. 

New York - Die Ermittlungen gegen Donald Trump und seine Firma, die Trump Organization, befinden sich in der heißen Phase. Den Ermittlern um Staatsanwalt Cyrus Vance kommt dabei ein Gesetz zur Hilfe, das ursprünglich in den 1970er-Jahren eingeführt wurde, um die Mafia-Clans im „Big Apple“ bekämpfen und ihre Strukturen auflösen zu können. Das New Yorker Gesetz orientiert sich an einem berühmten Bundesgesetz der USA: dem Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO).

Die New Yorker Variante des Bundesgesetzes ist als „Little RICO“ bekannt und ermöglicht es der Staatsanwaltschaft, eine Organisation als kriminelle Einheit zu behandeln, wenn dieser mindestens drei unterschiedliche, voneinander unabhängige Strafaten unterstellt werden. In diesem Falle würde laut dem Gesetz Donald Trump und anderen Offiziellen der Trump Organization eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr und maximal 25 Jahren drohen.

Ihnen drohen strafrechtliche Ermittlungen: Donald Trump Jr., Donald Trump, Ivanka Trump. (Archivbild)

Donald Trump: Ermittlungen gegen Trump Organization in heißer Phase

„Ich bin mir ganz sicher, dass sie darüber nachdenken“, sagte der langjährige New Yorker Strafverteidiger Robert Anello gegenüber dem US-Magazin Politico mit Blick auf den Prozess gegen Donald Trump. Ein klares Zeichen, dass Anello mit dieser Einschätzung richtig liegt, liefern die Ermittler selbst. Staatsanwalt Vance heuerte unlängst Mark Pomerantz an, der als Experte für die Strafverfolgung von Mafiabossen und Wirtschaftskriminalität gilt.

Der ehemalige Präsident und erfolgreiche Immobilienmakler Donald Trump hat mehrere Verbindungen zu New Yorker Mafiabossen, die zum Teil Jahrzehnte zurückreichen. Laut einer investigativen Recherche für Politico soll Trump bereits beim Bau des Trump Tower in New York eng mit der Mafia kooperiert haben. Dasselbe gilt für weitere Bauprojekte wie zum Beispiel die Apartments im Trump Plaza Building, ebenfalls in New York. Der damals noch junge Donald soll über seine Kontakte zu Anthony “Fat Tony” Salerno und Paul Castellano günstig Beton erhalten haben. Das örtliche Geschäft mit der Bausubstanz soll in den 1970er- und 1980er-Jahren in fester Hand der Mafia gewesen sein. Auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen Trump und Roy Cohn ließ eine Nähe des späteren Präsidentschaftskandidaten zu dubiosen Kreisen vermuten. Cohn, ein mittlerweile verstorbener Jurist aus New York, hatte in seiner Karriere mit etlichen Mafiabossen zusammengearbeitet.

Alle wichtigen News zur US-Politik direkt in Ihr Mail-Postfach

Mit unserem neuen USA-Newsletter der FR verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr und sind immer top informiert.

Ermittlungen gegen Donald Trump in New York: Familie musste aussagen

Wie schon bei den legendären Prozessen gegen die Mafia-Bosse Salerno und Castellano hofft die Staatsanwaltschaft auch beim möglichen Prozess gegen Donald Trump auf die Mithilfe aus der Familie oder dem engen Kreis der Angestellten. Jennifer Weisselberg arbeitet bereits mit den Ermittlern zusammen. Die ehemalige Schwiegertochter von Allen Weisselberg, dem langjährigen Finanzvorstand der Trump Organization, hat bereits mehrere Aussagen in den Ermittlungen gemacht. Gegenüber CNN sagte sie, sie gehe fest davon aus, dass auch ihr einstiger Schwiegervater gegen Trump aussagen werde.

Ebenfalls vorgeladen wurden bereits Eric Trump, Sohn Donalds und amtierender Vizepräsident der Trump Organization, und Donald Trump Jr., Geschäftsführer des Familienbetriebs. Bei beiden dürfte eine Zusammenarbeit mit den Behörden eher unwahrscheinlich sein. Das gilt auch für Ivanka Trump. Sie hatte bei ihrer Vernehmung mehr oder weniger dieselbe Strategie wie ihr großer Bruder angewandt: An Weisselberg, der seit rund 40 Jahren für die Trump Organization arbeitet und ihr höchster Mitarbeiter ist, der nicht Trump mit Nachnamen heißt, können sich Donald und Ivanka nicht mehr erinnern. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © JOE RAEDLE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare