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Donald Trump und Nigel Farage: Brüder im Geiste. (Archivbild)
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Donald Trump und Nigel Farage: Brüder im Geiste. (Archivbild)

USA

Donald Trump will mehr Anerkennung für den 6. Januar und Impfstoff-Entwicklung

  • VonMirko Schmid
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Donald Trump zeigt sich enttäuscht darüber, dass so schlecht über den 6. Januar 2021 gesprochen wird und sucht die Schuld für den Sturm aufs Kapitol bei den Demokraten.

London – Wenn Donald Trump ein Interview gibt, sind Schlagzeilen fast vorprogrammiert. Und wenn der ehemalige US-Präsident ein solches auch noch dem Brexiteer und Rechtsaußen Nigel Farage im erst 2020 gegründeten britischen Nachrichtensender GBNews gibt, dann wird dem Republikaner eine Bühne geboten, auf der er de facto unkritisch seine Parolen und alternativen Wahrheiten an den Mann und die Frau bringen kann.

So erscheint es kaum verwunderlich, dass Donald Trump ohne jeden Widerspruch behaupten durfte, dass ausgerechnet die Demokraten Schuld daran seien, dass am 6. Januar 2021 das Kapitol von einer Meute aufgebrachter und wohl koordinierter Trump-Anhänger gestürmt wurde. „Ich habe dem Kongress 10.000 Nationalgardisten angeboten und vorgeschlagen“, sagte Trump vor laufenden Kameras gegenüber seinem politischen Bruder im Geiste, „wir hätten eine enorme Sicherheit gehabt, aber sie haben das abgeleht“.

Der Demokratin Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, warf Trump vor, den Ernst der Lage nicht gesehen zu haben: „Ich wusste, dass die Wut über die Manipulation der Wahlen groß war, ich habe das besser verstanden als jeder andere und diese Leute lehnten ab.“ Trump will sogar Militärpräsenz in Washington D.C. angeregt haben, weil er gewusst habe, „dass die Menge riesig sein würde“.

Donald Trump beklagt zu wenig Anerkennung für Menschenmassen am 6. Januar 2021

Eine eigene Schuld am Sturm auf das Kapitol räumte Trump im Gespräch mit Farage erneut nicht ein. „Schauen Sie, es war eine riesige Kundgebung mit Hunderten und Hunderttausenden von Menschen Ich glaube, es war die größte Menge, vor der ich je gesprochen habe“, so Trump, „aber ich drehe das rum. Für mich war der Aufstand und der 6. Januar war ein Protest. Der Aufstand fand am 3. November statt. Der Aufstand fand am Wahltag statt und davor und danach.“

Damit spielte Donald Trump erneut auf seine unbewiesenen und haltlosen Vorwürfe der Wahlmanipulation an, die ihn angeblich um seine Wiederwahl gebracht haben sollen. Dass ihn mehr als sieben Millionen Menschen in den ganzen USA weniger gewählt hatten als seinen Kontrahenten, den Demokraten Joe Biden, will Trump bis heute nicht wahrhaben.

SenderGBNews
Gründung2020
GeschäftsführerAndrew Neil (Chairman)
Angelos Frangopoulos (CEO)

Dafür, dass die Lage am 6. Januar schließlich eskaliert sei, sieht der Republikaner, der die Menschenmenge zuvor mit markiger Rhetorik zum Aufstand angestachelt hatte, keine Schuld bei sich selbst. Vielmehr beschwere er sich gegenüber Farage darüber, dass zu wenig darüber berichtet worden sei, wie viele Menschen an diesem Tag für ihn auf die Straße gegangen waren. „Ich habe noch nie vor einer so großen Menschenmenge gesprochen“, wiederholte er gegenüber dem ehemaligen Anführer der Brexit-Partei UKIP, „aber niemand hat dir jemals davon erzählt.“

Donald Trump über eine erneute Kandidatur: „Wenn Sie das Land lieben, haben Sie keine Wahl“

Als Grund dafür, dass zu wenig über die Unterstützung der vielen Menschen für seine Wahlmanipulations-Geschichte und ihn selbst berichtet worden war, benannte Trump „leider einige schlimme Dinge“, die „leider passiert“ seien. Nicht ohne zu erwähnen: „Aber auch auf der anderen Seite sind einige sehr schlimme Dinge passiert.“ Somit setzte Donald Trump den versuchten Putsch in Washington D.C., der mindestens fünf Menschen das Leben gekostet hatte und von Mitgliedern der Capitol Police als „Terrorismus“ des „Trump-Volkes“ bezeichnet worden war, gleich mit den niemals belegten angeblichen Wahlmanipulationen.

Anschließend baute Nigel Farage Trump, wie so viele vor ihm, eine goldene Brücke zur erneuten Kandidatur um die US-Präsidentschaft. Ob er denn in Betracht ziehen würde, „wieder in die Hölle“ der Politik zurückzugehen, fragte der britische Rechtsaußen pflichtschuldig. Trumps vielsagende Antwort: „Wenn Sie das Land lieben, haben Sie keine Wahl – das ist keine Frage.“ Keine Frage sei das schon deswegen, ergänzte Trump, weil er „das Land auf ein noch nie dagewesenes Niveau gebracht“ habe.

Donald Trump: „Ich habe Impfstoffe entwickelt“

Doch dann „ließen wir Corona ins Land“, erinnerte sich der ehemalige US-Präsident fast schon einsichtig, schließlich hatte Trump gegenüber dem Investigativjournalisten Bob Woodward zugegeben, das Virus in den ersten Wochen der Pandemie absichtlich nicht mit aller Konsequenz bekämpft zu haben. Schnell jedoch schwenkte er zurück auf seine gewohnt selbstgewisse Linie: „Dann habe ich es zurückgedrängt und habe Impfstoffe entwickelt, die verwendet werden. Die wir alle verwenden, die die ganze Welt verwendet.“

Dankbar müsse man ihm sein, forderte Trump, unter dessen Regentschaft mehr als 400.000 Menschen allein in den USA ihr Leben infolge einer Infektion mit dem Coronavirus verloren hatten, denn: „Wir haben in weniger als neun Monaten zig Millionen Menschen auf der ganzen Welt gerettet, wir haben großartige Arbeit geleistet.“ (Mirko Schmid)

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