Mary Trump

Familie Trump: Enthüllungsbuch von Trump-Nichte Mary ist Verkaufsschlager

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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Donald Trumps Nichte Mary erklärt in ihrem Buch, wie der US-Präsident wurde, was er heute ist. Innerhalb von zwei Tagen verkauft sich das Werk knapp eine Million Mal.

  • Mary Trump veröffentlicht ein Buch über ihren Onkel Donald Trump
  • Die Psychologin warnt wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl im November vor einer zweiten Amtszeit von Donald Trump
  • Schummeln gehrt laut Mary Trump zum Lebensstil des US-Präsidenten

Update vom Freitag, 17.07.2020, 07.35 Uhr: Das Enthüllungsbuch der Nichte von US-Präsident Donald Trump, Mary Trump, hat sich binnen eines Tages knapp eine Million Mal verkauft. Dies sei ein "Rekord" für das Unternehmen, teilte der Verlag Simon & Schuster am Donnerstag mit. Bei der Verkaufszahl von 950.000 Exemplaren wurden auch Vorbestellungen sowie digitale und Audio-Versionen des Buches eingerechnet.

Mary Trump beschreibt ihren Onkel in dem am Dienstag erschienenen „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World‘s Most Dangerous Man“ - auf Deutsch etwa: „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“ - als verlogenen und kaltherzigen Narzissten. Die Psychologin geht auf 240 Seiten auch ausgiebig auf die komplizierte Familiengeschichte der Trumps ein.

Donalds Nichte veröffentlicht ihr Enthüllungsbuch - 240 über den „gefährlichsten Mann der Welt“

Update vom Dienstag, 14.07.2020, 7.00 Uhr: Das Enthüllungsbuch der Nichte von US-Präsident Donald Trump kommt am Dienstag in den Handel. Mary Trump beschreibt ihren Onkel in „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World‘s Most Dangerous Man“ - auf Deutsch etwa: „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“ - als verlogenen und kaltherzigen Narzissten.

Die Psychologin geht auf 240 Seiten auch ausgiebig auf die komplizierte Familiengeschichte der Trumps ein.

Zweite Amtszeit von Donald Trump wäre Horrorvorstellung

Erstmeldung: Washington - Mary Trump hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Über den US-Präsidenten hat die Nichte von Donald Trump nichts Gutes zu sagen – und das will sie auch gar nicht. Und warum? Weil sie eine Wiederwahl ihres Onkels um jeden Preis verhindern will. Tatsächlich scheint eine zweite Amtszeit von Donald Trump für sie so etwas wie eine Horrorvorstellung zu sein.

Mary Trump veröffentlicht Buch über ihren Onkel Donald Trump

Das zumindest geht aus ihrem Buch von Mary Trump hervor, das am 14. Juli in den USA auf den Markt kommen soll. Auf 240 Seiten beschäftigt sich die promovierte Psychologin darin mit dem Leben ihres Onkels – und zeichnet ein düsteres Bild von Donald Trump und dem gesamten Trump-Clan. Gerade auch diese „toxische Familie“ habe den US-Präsidenten zu dem gemacht, was er heute sei, wie es in der Beschreibung des Verlages heißt. Donald Trump sei ein Mann, „der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht“.

Schon jetzt haben US-Medien wie der TV-Sender CNN, die „Washington Post“ und die „New York Times“ erste Passagen aus dem Buch veröffentlicht, das Donald Trump schon im Titel als „gefährlichsten Mann der Welt“ kennzeichnet: „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World‘s Most Dangerous Man“ (auf Deutsch etwa: „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschaffen hat“) rechnet schonungslos mit Donald Trump ab.

Die Präsidentschaft von Donald Trump wird selbst von Teilen seiner eigenen Familie nicht gern gesehen.

Mary Trump will zweite Amtszeit von Donald Trump verhindern

Mary Trump warnt in dem Buch eindringlich vor einer zweiten Amtszeit von Donald Trump. „Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört“, schreibt sie laut CNN in ihrem Buch und nimmt dabei direkt Bezug auf das Verhältnis zwischen ihrem Onkel Donald Trump und ihrem Vater Fred Trump Junior, der bereits im Jahr 1981 im Alter von 42 Jahren gestorben ist: „Donald hat, dem Beispiel meines Großvaters folgend und mit der Komplizenschaft, dem Schweigen und der Untätigkeit seiner Geschwister, meinen Vater zerstört“, schreibt Mary Trump. Nach den vergangenen drei Jahren mit Donald Trump im Weißen Haus habe sie „nicht länger schweigen“ und zulassen können, dass dasselbe mit ihrem Land passiere.

Geprägt worden sei der heutige Präsident von seinem Vater Frederick Christ Trump (1905 bis 1999), einem „Soziopathen“, der die Entwicklung menschlicher Gefühle bei seinem Sohn unterdrückt habe, wie die „Washington Post“ aus Mary Trumps Buch zitiert. „Indem er Donalds Zugang zu seinen eigenen Gefühlen beschränkte und viele von ihnen inakzeptabel machte, hat Fred die Wahrnehmung seines Sohns von der Welt pervertiert und seine Fähigkeit beschädigt, in ihr zu leben.“

Mary Trump bezeichnet Vater von Donald Trump als „Soziopathen“

Ihr Großvater sei ein „Patriarch“ und „Soziopath“ gewesen, der ihren als sensibel und sanft beschriebenen Vater Fred Trump Junior stets missbilligt habe. Donald Trump habe angesichts des Verhaltens seines Vaters früh gelernt, dass es „falsch“ gewesen sei, wie sein älterer Bruder zu sein. Das habe Donald Trump die Fähigkeit genommen, „das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen zu entwickeln und zu erfahren“, schreibt Mary Trump demnach.

Das scheint auch der Grund dafür zu sein, weshalb Donald Trump seinen an Alzheimer erkrankten Vater, der ihm seine Karriere erst ermöglicht hatte, laut Mary Trump später geradezu verachtet hat, fast so, „als ob seine Krankheit irgendwie seine eigene Schuld gewesen wäre“.

NameMary Lea Trump
GeburtsdatumMai 1965
ElternFred Trump Junior und Linda Lee Clapp
AusbildungTufts University/Columbia University/Adelphi University
TitelDoktor in klinischer Psychologie

Mary Trump beschreibt Einzelheiten aus dem Leben von Donald Trump

In ihrem Buch geht Mary Trump auf weitere Dinge aus dem Leben von Donald Trump ein, hier ein paar Höhepunkte:

  • Donald Trumps Vorliebe für autoritäre Männer wie Wladimir Putin oder Kim Jong-un geht ebenfalls auf seinen Vater Frederick Christ Trump zurück. Als frühes Beispiel erwähnt sie den umstrittenen Anwalt Roy Cohn, der in den 50er-Jahren Senator Joseph McCarthy bei der Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten unterstützt hat. Donald Trump heuerte Cohn 1973 an, weil das Justizministerium die Trumps beschuldigt hatte, sie würden sich weigern, ihre Wohnungen an Afroamerikaner zu vermieten.
  • Mitglieder der Familie Trump, zu der außer First Lady Melania Trump* auch die beiden Töchter Ivanka Trump* und Tiffany Trump* sowie Schwiegersohn Jared Kushner* und die drei Söhne Donald Trump Junior*, Eric Trump* und Barron Trump* gehören, haben angeblich nur einen Aufgabe: Das Ego von Donald Trump zu streicheln und zu allem, was er sagt und tut, Ja und Amen zu sagen. Das sei einfacher, als ihm zu widersprechen, so Mary Trump. Für das Weiße Haus gelte dasselbe: „Donalds Stabschefs sind Paradebeispiele für dieses Phänomen.“
  • Mary Trump attestiert Donald Trump, alle psychologischen Kriterien des Narzissmus zu erfüllen. Zugleich schreibt sie: „Donalds Pathologien sind so komplex und seine Verhaltensweisen so oft unerklärlich, dass für eine akkurate und umfassende Diagnose eine ganze Reihe psychologischer und neurophysiologischer Test notwendig wäre.“
  • Mary Trump selbst hat die Kandidatur ihres Onkels bei der Wahl 2016 nicht recht ernst genommen, genauso wenig wie Donald Trumps Schwester Maryanne Trump Barry. Mary Trump zitiert die inzwischen pensionierte Bundesrichterin mit den Worten: „Er ist ein Clown. Das wird nie passieren-“ Als Mary Trump damals ihre Tante fragte, was ihr Onkel denn in seinem Leben bisher erreicht habe, habe diese geantwortet: „Nun, er ist fünfmal bankrott gegangen.“
Mary Trump nimmt in ihrem Buch keine Rücksicht auf ihren Onkel Donald Trump.

Mary Trump: Schummeln gehört zum Lebensstil von Donald Trump

Das Buch von Mary Trump beschränkt sich aber nicht nur auf die Beschreibung der Familiendynamik und der Wesenszüge von Donald Trump. Seine Nichte erhebt auch schwere Vorwürfe gegen ihren Onkel. Schummeln sei für ihn ein Lebensstil. Donald Trump nutze Lügen als Möglichkeit der „Selbstverherrlichung“, um sich besser darzustellen als er in Wirklichkeit sei.

Schon in der High School soll sich Donald Trump seinen Zugang zum Studium erschlichen haben, indem er als Schüler jemanden dafür bezahlt hätte, einen Eignungstest für ihn abzulegen, wie die „New York Times“ unter Berufung auf das Manuskript von Mary Trump berichtet: „Um sich abzusichern, engagierte er Joe Shapiro, ein schlaues Kind, das den Ruf hatte, gute Tests zu schreiben, um für ihn die Tests zu machen. Das war viel einfacher in den Zeiten vor Fotoausweisen und Unterlagen auf Computern.”

Seine Schwester hat die Hausaufgaben für Donald Trump erledigt

Die hohe Punktzahl habe Donald Trump geholfen, an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pennsylvania, der Wharton School of Finance, aufgenommen zu werden. Aus dem Bericht wird nicht ersichtlich, ob Mary Trump Belege für diesen Vorwurf anführt und wenn ja, welche. Schon zuvor soll seine Schwester Maryanne seine Hausaufgaben für ihn gemacht haben, da sein Notendurchschnitt „weit von der Spitze seiner Klasse entfernt“ gewesen sei.

Das Buchprojekt von Mary Trump über ihren Onkel Donald Trump sorgt schon seit einiger Zeit für Wirbel: So hat Donald Trumps jüngerer Bruder Robert Trump versucht, eine Veröffentlichung mit juristischen Mitteln zu verhindern. Ein Berufungsrichter gab zuletzt aber grünes Licht für ein Erscheinen. (Christian Stör)

Derweil hat auch Donald Trump Junior wieder ein neues Buch angekündigt. Der älteste Sohn von Donald Trump will sein Buch im Eigenverlag veröffentlichen. Lektoren braucht er nicht – das beweisen die Rechtschreibfehler auf dem Titel. Sicherlich ganz „großartig“ sind auch die Goya-Bohnen für die Donald Trump uns seine Tochter Ivanka die Werbetrommel rühren. Experten sind von der Werbekampagne weniger begeistert.

Die USA stecken in einer tiefen Krise. Und Trumps Umfragewerte sind im Keller. Aus dem Nichts hat Donald Trump nun einen Cyberangriff gegen Russland zugegeben.

Ein Ehepaar in Missouri sorgte medial für Aufsehen, als sie mit Waffen „Black Lives Matter“-Demonstrant*innen bedrohten. In den Fall mischt sich jetzt Präsident Trump ein*.

In einem Interview mit Fox News widerspricht der Moderator Donald Trump deutlich. Bröckelt die große Liebe zwischen dem Präsidenten und dem konservativen Sender langsam?

Donald Trumps Nichte Mary Trump rechnet mit ihrem Onkel ab. Sie hält Angela Merkel für schlauer als ihn – und mit intelligenten Frauen kommt der US-Präsident nicht zurecht.

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