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Schießereien in New York: Trump droht und nutzt Situation für Wahlkampf

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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New York wird seit der Corona-Pandemie von einer Welle der Gewalt erschüttert. Schusswaffengewalt prägt das Stadtbild. Donald Trump nutzt auch dies für den Wahlkampf und droht New Yorks Bürgermeister.

  • Seit Beginn der Coronakrise gibt es eine erhöhte Schusswaffengewalt in New York.
  • In der vergangenen Woche gab es in New York mehrere Schießereien.
  • Donald Trump nutzt die Entwicklung skrupellos und droht New Yorks Bürgermeister.

New York - Donald Trumps Heimatstadt New York wurde am vergangenen Wochenende erneut von einer Welle der Gewalt heimgesucht, wie verschiedene US-Medien, darunter Newsweek und die New York Post, berichten. Der US-Präsident nutzt die Gewalteskalation zur Stimmungsmache für seinen Wahlkampf für die US-Präsidentschaftswahlen im November.

Corona in New York: Waffengewalt so hoch wie seit den 1990ern nicht mehr

Es war eine Nacht der Gewalt: Alleine am Freitag- (14.08.2020) und Samstagnacht (15.08.2020) starben sieben Menschen - und über 50 Menschen wurden verletzt. Die Schießereien am vergangenen Wochenende sollen an 40 verschiedenen Orten in fünf unterschiedlichen Bezirken von New York stattgefunden haben, teilte das NYPD mit. Es ist der traurige Höhepunkt einer Woche, die von Schießereien geprägt wurde: Insgesamt fanden 62 Schießereien in einer Woche statt. Auch New Yorks Bürgermeister Bill De Blasio äußerte seine Besorgnis über die Gewalteskalation in den vergangenen Monaten, wie auch die Tagesschau berichtet. „Da draußen läuft was falsch. So etwas habe ich nicht erlebt, seit ich Bürgermeister bin.“, sagte der Demokrat.

Donald Trump denkt laut über eine Begnadigung des Whistleblowers Edward Snowden nach.

Corona in den USA: Waffengewalt in New York hat viele Ursachen

Die Gewalt habe viele Ursachen, das Coronavirus habe viel durcheinander gebracht, erklärte De Blasio. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Waffengewalt in der Stadt stark angestiegen. Alleine im Juni gab es über 200 Schießereien, etwa anderthalbmal so viele wie im Jahr 2019.

Die Metropole leidet noch immer stark unter der Corona-Pandemie: In New York haben über 750.000 Menschen durch die Coronakrise ihren Job verloren. Über 20.000 Menschen starben an dem Virus. Der Waffenbefürworter Trump nutzt nun auch die Unruhen in New York, um für seine Wiederwahl Stimmung zu machen: Am Montag (17.08.2020) forderte Trump auf Twitter „Gesetz und Ordnung“ in New York und drohte damit, Einheiten der Bundespolizei zu schicken.

Corona in den USA: Waffengewalt in New York steigt an

In einem Interview auf Fox & Friends am Montag (18.08.2020) holte Trump dann weiter aus und bezeichnete De Blasio als „Kommunist“ und „Dummkopf“. De Blasio habe den Big Apple in eine gesetzlose Stadt von Obdachlosen und Kriminellen verwandelt. Als er (Trump) New York verlassen habe, sei New York noch ok gewesen, so Trump weiter. De Blasio sei ein schlechter Mann. „New York war ok", wiederholte Trump. Das sei alles kürzlich passiert.

NameDonald Trump
Geburtsdatum14. Juni 1946 (74 Jahre)
GeburtsortNew York
EhepartnerinMelania Trump

Corona in den USA: Trump gibt Demokraten die Schuld

Die Corona-Situation in New York und anderen Staaten bezeichnete Trump als „Desaster“. Die Schuld daran sucht Trump aber nicht etwa bei sich selbst, sondern bei den demokratischen Senatoren oder Nancy Pelosi, die „einen schlechten Job machen“. Ein Pressesprecher von New Yorks Bürgermeister dagegen verurteilte den Tweet Trumps - ebenfalls auf Twitter. Auch New Yorks Senator Andrew Cuomo von der demokratischen Partei kritisierte auf dem Parteitag der Demokraten Trumps Antwort auf das Coronavirus als „dysfunktional“ und „inkompetent“, wie auch die Los Angeles Times berichtet.

Donald Trump: Waffengewalt gegen Waffengewalt in New York

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat erst im August 2020 Klage gegen die Waffenlobby NRA erhoben und die Auflösung der Organisation gefordert. Donald Trump ist ein Unterstützer der NRA und zudem auf die Unterstützung der Waffenlobby für seine Wiederwahl angewiesen, wie auch die Süddeutsche Zeitung berichtet. Der Tweet „Law and Order“ von Trump zeigt auch erneut, wie Trump die USA spaltet: Nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt gab es zahlreiche Massendemonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt. (Von Delia Friess)

2019 fährt der US-Präsident völlig unangekündigt in ein Krankenhaus. Gerüchte machen die Runde. Donald Trump soll einen Schlaganfall gehabt haben, Vize Mike Pence bereit gewesen sein, zu übernehmen.

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