Donald Trump kündet das Ende für Neuseeland an, als einzelne Corona-Fälle bekannt werden. Damit sorgt der US-Präsident für eine inoffizielle Marketing-Kampagne für Neuseeland.
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Hooker Valley im Mount Cook Nationalpark – Auf Twitter auch bekannt als „#NZhellhole“.

#NZhellhole

Donald Trump spottet über Neuseeland – Der Inselstaat freut sich über die beste Kampagne, die er je hatte

  • vonBarbara Barkhausen
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Donald Trump kündigt das Ende für Neuseeland an, als einzelne Corona-Fälle bekannt werden. Die Neuseeländer mit Humor – und mit dem Hashtag #NZhellhole.

  • Donald Trump bezeichnet Neuseeland als „Hellhole“, als sich dort einzelne Corona-Fälle bestätigen.
  • Die Anzahl der Covid-19-Fälle in Neuseeland ist aber laut Premierministerin im Gegensatz zu den USA sehr gering.
  • Neuseeland reagiert humorvoll: Mit dem Hashtag #NZhellhole twittern Neuseeländer schöne Bilder aus ihrer Heimat.

Als Neuseeland nach drei Monaten coronafreier Zeit wieder vereinzelte Covid-19-Fälle meldete, nannte Donald Trump dies einen „massiven Ausbruch“. „Es ist vorbei für Neuseeland“, tönte der US-Präsident, dem zuvor der Erfolg Neuseelands öfter vor Augen gehalten worden war. Wenig später bezeichnete ein britischer Social-Media-Post das Land als „Hellhole“ – übersetzt als „Höllenloch“. „Ihr könnt nicht weg“, hieß es in dem Tweet. „Und ihr könnt nicht einfach Leute empfangen. Und ihr habt in großen Teilen des Landes wieder eine Ausgangssperre. Und die Quarantänelager sind öffentlich bekannt. Euer Land ist ein Höllenloch.“

Neuseeländer reagieren mit Humor auf Donald Trump

Das wurde den Neuseeländern offenbar ein wenig zu viel. Sie reagierten mit ihrem typischen trockenen Humor und fingen an, unter dem Hashtag „NZhellhole“ die Schönheiten ihres Landes auf Twitter zu posten und sich damit insgeheim auch über Donald Trump lustig zu machen.

Inzwischen haben Tausende Neuseeländer Bilder der Sehenswürdigkeiten des Landes – von den Südalpen, Hobbiton und dem Milford Sound – geteilt, aber auch den Blick von ihrem Haus aus, ihre Gärten, Strände oder die einheimische Tierwelt. Viele taten dabei so, als würden sie sich über die frische Luft, die Einsamkeit, die Natur und Ruhe und das viele Vogelgezwitscher stören.

Zynische Bemerkungen auf Twitter richten sich an Donald Trump

„Von Bergen umgeben. Nirgendwo ein Ausweg. So sperrt uns die Regierung ein“, schrieb Twitter-Nutzer Alex zu einem herrlichen Gebirgspanorama. „Warum würde irgendjemand hier leben wollen“, fragte der User Aloof neben vier fast irreal schönen Fotos vom Meer und von Seen. „Mir sind all diese Cafés am Wasser wirklich zu viel“, beschwerte sich Alexandra Rusholmehi. Tim Ward erlaubte sich dagegen die zynische Bemerkung, dass Trump und die neuen Konservativen schon recht hätten. Es gäbe in der Tat eine „massive Explosion der Zahlen in diesem Höllenloch“, schrieb der Neuseeländer und postete ein idyllisches Bild mit vielen Vögeln.

Inzwischen haben sich so viele Menschen der Kampagne angeschlossen, dass der Hashtag mehrfach ganz oben bei den täglichen Twitter-Trends landete. Viele markierten in ihren Veröffentlichungen auch den US-Präsidenten, doch dieser ließ bisher nicht erkennen, ob er die Posts gesehen hat.

Ein Kommentator des „Guardian“ vermutete aufgrund der enormen und anhaltenden Beliebtheit des Hashtags #NZhellhole bereits, „dass es den Kiwis möglicherweise hilft, ihren eigenen Hinterhof zu genießen und zu schätzen“, nachdem die Grenzen des Landes weiterhin geschlossen sind und viele sich auf eine beschränktere Lebensweise im eigenen Heim einstellen müssen.

Donald Trump löste beste Marketingkampagne für Neuseeland aus

Neuseelands Premierministerin kommentierte die Bemerkungen des US-Präsidenten übrigens ebenfalls. Jacinda Ardern tat sie vor Medienvertretern als eher belanglos ab: Die Fallzahlen in Neuseeland seien sehr gering und man könne sie nicht mit der Situation in den USA vergleichen, wo täglich Zehntausende Neuinfizierte gemeldet werden, sagte sie. „Jeder, der sich mit Covid-19 und der weltweiten Verbreitung des Virus auseinandergesetzt hat, kann das leicht erkennen.“ Daher mache sie sich keine Sorgen. Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich: An dem Tag, an dem Trump die Situation in Neuseeland erstmals erwähnte, zählte das Land neun Neuinfektionen, die USA fast 42 000.

Doch Donald Trump hat dem kleinen Inselstaat mit seiner schamlosen Übertreibung eher einen Gefallen getan. „Er hat versehentlich die vielleicht beste inoffizielle Marketingkampagne ausgelöst, die Neuseeland jemals hatte“, hieß es im neuseeländischen Medium „Stuff“.

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