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US-Politik

Kleinkrieg zwischen Donald Trump und Republikanern – Partei fordert „Waffenruhe“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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  • Mirko Schmid
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Der Streit zwischen Donald Trump und Mitch McConnell stößt in der Republikanischen Partei auf Unmut. Der Ex-Präsident wirft mit heftigen Beleidigungen um sich.

Update vom Dienstag, 13.04.2021, 14.12 Uhr: Die eher einseitige Auseinandersetzung zwischen Mitch McConnell und Donald Trump macht die Republikaner sichtlich nervös. Bei den Zwischenwahlen 2022 könnte die „GOP“ die Mehrheit im Senat zurückgewinnen. Und der Ex-Präsident und Fraktionsführer der Republikaner könnten in wenigen Jahren wieder zusammenarbeiten – allerdings nicht, wenn Beschimpfungen wie „eiskalter Verlierer“ oder „dummer H*rensohn“ seitens Trump fallen.

„Wir haben Probleme in unserer Partei“, gab Senator Mike Braun zu. „Ich weiß nicht, wie innerparteiliche Machtkämpfe helfen sollten, wenn man einen Rückstand einholen muss und versucht, Staaten zu gewinnen, insbesondere bei nationalen Wahlen.“ Die meisten republikanischen Senator:innen sind sich laut dem Nachrichtenportal „Politico“ einig, dass sich Donald Trump und Mitch McConnell bald vertragen müssen oder zumindest anfangen sollten, wieder miteinander zu reden, was derzeit allerdings undenkbar scheine.

Die Republikaner im Senat hoffen auf eine „Waffenruhe“ zwischen Donald Trump und Mitch McConnell. (Archivfoto)

Donald Trump und Mitch McConnell zerstritten: Republikaner forden Einigkeit

„Hoffentlich gibt es bald so etwas wie eine Waffenruhe“, sagte Senator John Thune. „Es ist in unser aller Interesse, auch des ehemaligen Präsidenten, wenn er politisch überlebensfähig sein möchte. Und das bedeutet, zusammen mit Republikanern im Senat zu arbeiten, nicht gegen sie.“ Senatorin Joni Ernst ist derselben Meinung: „Wir müssen wirklich zusammenkommen, Fraktionsführer McConnell und Präsident Trump. Wir brauchen jetzt einen guten Diskurs in der Republikanischen Partei.“

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Mitch McConnell ist seit Anfang 2021 erheblich angeschlagen. Der Senator hatte Trump und dessen „Lügen“ für die Erstürmung des Kapitols am 6. Januar verantwortlich gemacht, jedoch gegen eine Verurteilung im Impeachment-Prozess gestimmt.

Ex-Präsident Donald Trump wirft mit Beleidigungen um sich – Großspender sind entsetzt

Update vom Montag, 12.04.2021, 11.30 Uhr: Die Empörung ist groß angesichts der Ausfälligkeiten, mit denen der ehemalige US-Präsident Donald Trump seinen Unmut über die verlorene Wahl während einer Spendenveranstaltung in Palm Beach geäußert hat. Zahlreiche Spender:innen zeigten sich laut „Politico“ entsetzt über das Auftreten des einst mächtigen Mannes der USA, der nur so mit Beleidigungen um sich warf. „Es war schrecklich, es war lang und negativ“, hatte ein Gast gegenüber „Playbook“ geäußert.

Anstatt auf positive Dinge einzugehen, die seine Verwaltung getan habe, habe Donald Trump die Gelegenheit genutzt, um über Vergeltungsmaßnahmen gegenüber den Republikanern zu sprechen, die einer Klage gegen ihn zugestimmt hatten.

Zahlreiche Großspender wenden sich wegen Äußerungen von Donald Trump ab.

Laut „Politico“ haben viele Spender:innen seit dem 6. Januar von Donald Trumps Possen genug. Wie „Playbook“ und die „New York Times“ berichten, ist Trump für zahlreiche Spender:innen zu einem Problem geworden. Mehrere seien daher auch nicht zur Spendenveranstaltung erschienen.

Donald Trump beschimpft Fraktionschef der Republikaner

Erstmeldung vom Montag, 12.04.2021, 9:59 Uhr: Palm Beach - Donald Trump hat die Präsidentschaftswahl 2020 verloren. Und zwar am Ende deutlich. Mit diesem Fakt haben sich inzwischen auch die allermeisten Republikaner abgefunden und haben die Zwischenwahlen 2022 vor Augen. Ihr Fokus liegt dabei darauf, zumindest eine der beiden Parlamentskammern der USA - den Senat oder das Repräsentantenhaus - von den Demokraten zurückzuerobern, im besten Fall beide.

Doch Donald Trump, der seiner Partei seinen Einsatz im Wahlkampf vor den wichtigen Parlamentswahlen zugesagt hat, betreibt weiter Vergangenheitsbewältigung. Im Rahmen einer Spendenveranstaltung vor handverlesenen, den Republikanern gewogenen Gästen in Florida soll Donald Trump von seinem ursprünglich geplanten Redemanuskript abgewichen sein und wieder einmal seinem Ärger über die ihm angeblich „gestohlene“ Wiederwahl Luft gemacht haben.

Donald Trump zieht erneut über Mitch McConnel her: „Eiskalter Verlierer“

Ganz besonders schlecht kam dabei Mitch McConnell weg, seines Zeichens Minderheitsführer der Republikaner im US-Senat. McConnell, der in den Tagen und Wochen nach der Wahl zunächst geschwiegen hatte, gilt für Donald Trump als rotes Tuch, seit er nicht nur den Wahlsieg von Joe Biden akzeptiert, sondern Trump darüber hinaus mit klaren Worten für die Erstürmung des Kapitols vom 6. Januar verantwortlich gemacht hatte.

Seither lässt Donald Trump kaum eine Gelegenheit verstreichen, McConnell öffentlich anzuprangern. So auch an diesem Wochenende. Trump lud parallel zum Spendendinner zu einer noch etwas exklusiveren Veranstaltung in sein Golfressort Mar-a-Lago und zog gewohnt ohne Blatt vor dem Mund vom Leder. McConnell, das sei ein „eiskalter Verlierer“. Hätten die Republikaner einen „richtigen Anführer“, dann „hätten wir die Wahlniederlage nie akzeptiert“, so Trump.

Donald Trump greift Elaine Chao, Ehefrau von Mitch McConnell und Ex-Ministerin, an

Doch damit nicht genug. „New York Times“-Reporter Shane Goldmacher berichtet unter Berufung einer anwesenden Person, dass Donald Trump Mitch McConnell als „dummen Hurensohn“ bezeichnet haben soll, der zudem undankbar sei. Schließlich habe McConnell seine Wiederwahl nach Meinung von Donald Trump alleine einem zu verdanken - Donald Trump. Und bei diesem habe sich McConnell niemals dafür bedankt. Auch nicht dafür, dass Trump McConnells Ehefrau angestellt habe.

NameAddison Mitchell „Mitch“ McConnell Jr.
ParteiRepublikaner
FunktionFraktionsvorsitzender der Republikaner im US-Senat
Alter79 Jahre (20. Februar 1942)
EhefrauElaine Chao (seit 1993)

McConnells Ehefrau Elaine Chao, von 2001 bis 2009 Arbeitsministerin unter Präsident George W. Bush, übernahm 2017 das Verkehrsministerium in der Regierung von Donald Trump und trat erst am 11. Januar mit Verweis auf den Sturm auf das Kapitol zurück. Auch sie machte Trump für die Unruhen verantwortlich und wollte „nicht einen weiteren Tag“ unter ihm arbeiten.

Donald Trump gibt sich „enttäuscht“ über Mike Pence

Und auch für Mike Pence, Vizepräsident unter Donald Trump, fand der ehemalige Reality TV-Star schlechte Worte. Er habe sich mit ihm getroffen und ihm mitgeteilt, dass er weiter „enttäuscht“ darüber sei, dass sich Pence nicht über die US-Verfassung hinweggesetzt und am 6. Januar die Auszählung der Stimmen der Wahlleute gegen Trumps Willen habe stattfinden lassen. Schon an jenem 6. Januar hatte Trump auf Twitter wütende Tweets gegen Mike Pence abgesetzt, woraufhin seine Fans „hängt Mike Pence“ skandierend auf das Kapitol marschierten.

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Donald Trump, das machte er damit wieder einmal deutlich, will die Führungsrolle der Republikaner weiter für sich beanspruchen - auch mit Blick auf eine mögliche erneute Kandidatur um das Amt des US-Präsidenten 2024. Seine wiederholten Angriffe auf einflussreiche Republikaner wie McConnell und Pence erzeugen Wirkkraft in den Reihen seiner Fans, die einen beträchtlichen Teil der republikanischen Anhänger- und Wählerschaft ausmachen. Sein aktuell führender Berater Jason Miller kommentierte Trumps Rede dementsprechend. Miller nannte Palm Beach, Trumps Wahlheimat also, „das neue politische Machtzentrum“. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © BRENDAN SMIALOWSKI

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