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Trump forderte von Pompeo: „Halt die Klappe!“

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Von: Johanna Soll

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Mike Pompeo (l.), der ehemalige US-Außenminister, und Ex-US-Präsident Donald Trump
Mike Pompeo (l.), der ehemalige US-Außenminister, und Ex-US-Präsident Donald Trump © Andrew Harnik/dpa

Erneut erscheint in den USA das Buch eines möglichen Präsidentschaftsbewerbers. Ex-Außenminister Mike Pompeo schreibt über die Trump-Regierung.

Washington, D.C. – Was macht man, wenn man in den USA Präsidentschaftsambitionen hat? Man schreibt ein Buch. Darin macht man Werbung für sich und legt die eigene Vision für ein besseres Land dar. Der Ex-US-Außenminister Mike Pompeo geht allerdings einen anderen Weg: In seinem Buch geht es mitunter auch darum, potenzielle Konkurrent:innen auszustechen, indem er sie in einem schlechten Licht dastehen lässt.

Pompeos demnächst erscheinendes Buch trägt den Titel „Never Give an Inch: Fighting for the America I Love“ (Niemals einen Millimeter nachgeben: Der Kampf für das Amerika, das ich liebe). Das Buch liegt dem Guardian bereits vorab vor und darin ätzt Pompeo gegen die ehemalige UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, und gegen John Bolton, den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater des Ex-US-Präsidenten Donald Trump. Haley und Bolton haben ihrerseits bereits Bücher veröffentlicht und angeblich ebenfalls Präsidentschaftsambitionen für die US-Wahl 2024.

Über Trump äußert sich Pompeo kaum negativ – allerdings soll sein ehemaliger Chef ihn angeherrscht haben. In seinem Buch schreibt Pompeo laut New York Post, Trump habe zu im gesagt: „Hör auf, um Gottes willen! Halt für eine Weile die Klappe.“ Hintergrund dafür war, dass Pompeo offenbar den chinesischen Präsidenten Xi Jinping nach dem Pandemieausbruch verärgert hatte, indem er Peking einer „vorsätzlichen Desinformationskampagne“ über das Corona-Virus bezichtigte.

Mike Pompeo hält sich in seinem Buch mit Kritik an Donald Trump zurück

Über Haley berichtet Pompeo, diese habe zusammen mit Trumps Tochter Ivanka Trump und deren Ehemann und ebenfalls Trump-Berater, Jared Kushner, noch während ihrer Zeit als UN-Botschafterin Pläne geschmiedet, den damaligen Vizepräsidenten Mike Pence abzulösen. 2019 gab es Gerüchte, dass Trump Pence loswerden wollte.

Pence hat ebenfalls bereits ein Buch verfasst und auch das Werk von Floridas Gouverneur und Trumps derzeit schärfstem Konkurrenten, Ron DeSantis, wird bald erscheinen. Pompeo äußert sich gegenüber Pence und auch seinem ehemaligen Chef, Donald Trump, überwiegend respektvoll. Im Gegensatz zu Pence in seinem Buch „So Help Me God“ (So wahr mir Gott helfe), vermeidet Pompeo offene Kritik an seinem ehemaligen Chef. Pompeo scheint sich auch nicht an der oftmals vulgären Sprache Trumps zu stören.

So habe Trump John Bolton nach Angaben von Pompeo als „Drecksackverlierer“ bezeichnet. Pompeo teilt offenbar Trumps Ansicht, dass Bolton in seinem Buch geheime Informationen preisgegeben habe. Bolton sollte dafür „im Gefängnis sein“, schreibt Pompeo. Er hoffe, eines Tages bei Boltons Strafprozess aussagen zu können. (Johanna SolI)

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