Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach Unruhen in Washington

US-Außenminister sagt Europa-Reise wegen Kritik an Donald Trump ab – „Politischer Pyromane“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Mike Pompeo verzichtet auf seine letzte Reise nach Europa. Dort hatte man sich nach den Ausschreitungen in Washington kritisch über Donald Trump geäußert.

  • Eine geplante Europa-Reise von Mike Pompeo sorgt für Verwirrung.
  • Angeblich wollte den Außenminister der USA niemand treffen - wegen Donald Trump.
  • In der EU wird scharfe Kritik gegen Donald Trump geäußert.

Washington D.C. – Eigentlich war vor Ende seiner Amtszeit noch ein Besuch in Europa geplant, genauer gesagt in Luxemburg und Brüssel. Doch dazu kam es nicht. Mike Pompeo hat seine Reise kurz vor Antritt abgesagt. Funktionäre in Luxemburg sollen dem US-Außenminister eine Absage erteilt haben – aufgrund seiner Verbindung zu Donald Trump und den Unruhen in Washington. Doch der luxemburgische Außenminister dementiert diese Version. Mike Pompeo hat sich offenbar selbst ausgeladen.

Wegen Kritik an Donald Trump: US-Außenminister Mike Pompeo sagt Europa-Reise ab

In einem Interview mit „RTL“ in Luxemburg nannte Außenminister Jean Asselborn Donald Trump einen „Kriminellen“ und einen „politischen Pyromanen, der vor ein Strafgericht gestellt werden muss“. Trump habe ein „9/11 (11. September) gegen die Demokratie“ angestiftet. Tage später berichtete die Nachrichtenagentur „Reuters“, dass er ein geplantes Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo verweigern würde. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ stellt Asselborn allerdings klar, dass die Absage aus Washington kam. Er sei erstaunt gewesen, als er die Reuters-Meldung las, heißt es. Jedoch freue er sich über Unterstützung für seine Äußerungen über Donald Trump.

Neben Reuters berief sich auch der US-Nachrichtensender „CNN“ auf Eingeweihte im US-Außenministerium, dass Funktionäre in Luxemburg das Treffen mit Mike Pompeo gecancelt hätten – weil Donald Trump zu den Ausschreitungen im Kapitol aufgerufen hatte.

Mike Pompeo sagt einen Europa-Besuch ab, nachdem dort Kritik an Donald Trump laut wurde.

Nach Ausschreitungen in Washington: Mike Pompeo cancelt Europa-Reise – Laute Kritik an Donald Trump

Für Mike Pompeo war zudem vorgesehen, Belgiens Außenministerin Sophie Wilmes zu treffen. Zur Zeit der Ausschreitungen im Kapitol zeigte auch sie sich kritisch gegenüber Donald Trump. Auf Twitter schrieb Wilmes: „Die Bilder sind schockierend, auch weil sie unsere demokratischen Ideale verletzen. Sie zeigen das Ausmaß der Aufgabe des designierten Präsidenten Biden, die es sein wird, die amerikanische Gesellschaft um ein gemeinsames Projekt zu vereinen. Wir vertrauen ihm, dass er das tun kann.“ Sie sei „traurig“, dass Trump so lange gebraucht habe, die Leute im Kapitol zu beruhigen, sagte sie der „BBC“.

Auch NATO-Generalsekretär, mit dem Mike Pompeo ein Treffen zum Abendessen vereinbart hatte, sei über die Szenen in Washington „schockiert“ gewesen. Ein Sprecher der NATO teilte mit, dass Pompeo das Treffen abgesagt hatte, weil er sich mit dem Außeniministerium auf die Amtsübergabe konzentrieren müsse. Ein Sprecher der EU dementierte gegenüber Reuters, dass überhaupt ein Treffen vorgesehen war.

Luxemburg kritisiert Donald Trump: Mike Pompeo tritt letzte Reise nach Europa nicht an

Im US-Außenministerium scheint man nur noch die verbleibende Zeit von Donald Trump überbrücken zu wollen. Nach seiner Präsidentschaft zeichnet sich ein Umschwung bei diplomatischen Beziehungen ab. „Es gibt nicht viel, was man als Außenminister noch machen kann, wenn nur noch wenige Tage verbleiben, das Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten läuft und die Welt entsetzt zuschaut“, erklärte ein Eingeweihter gegenüber CNN. Ein Ex-Beamter sagte, dass er über die Absage der Europa-Reise von Mike Pompeo froh sei. Wenn Joe Biden und sein Kabinett die Ämter übernehmen, würden sich auch die Beziehungen zu Europa prompt verbessern.

Eine Reise der US-Botschafterin für die Vereinten Nationen, Kelly Craft, nach Taiwan wurde ebenfalls abgesagt - offiziell, weil man sich auf die anstehende Amtsübergabe fokussieren wolle. Mike Pompeo hatte zuvor angekündigt, einen härteren Kurs gegen China fahren und sich Taiwan entsprechend annähern zu wollen. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © ALEX EDELMAN/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare