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Trotz Zweifeln an Wahlbetrug

Mike Pence bleibt an Donald Trumps Seite – Zumindest bedingt

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trump erhält weiter Unterstützung von seinem Vize Mike Pence. Allerdings scheint der nicht hinter allen Gerüchten des US-Präsidenten zu stehen.

Update vom Sonntag, 6.12.2020, 10.40 Uhr: Vor dem wirren Auftritt von Donald Trump in Valnosta sprach auch Mike Pence vor republikanischen Anhänger:innen im US-Bundesstaat Georgia, allerdings in der Stadt Savannah. Dabei bekräftigte der Vize-Präsident seine Unterstützung für Trump und die republikanischen Kandidat:innen für die Senats-Stichwahlen im Januar. „Wenn man von Freunden spricht“, sagte Pence unter großem Jubel. „Ich bin hier, weil ich zu Präsident Donald Trump stehe. Und ich bin hier, weil wir zu Senator David Perdue und Senatorin Kelly Loeffler stehen. [...] Wir sind auch hier, um den Leuten von Georgia Dank für ihre Unterstützung in den letzten vier Jahren und letzten vier Wochen auszusprechen.“

Mike Pence bleibt an der Seite von Donald Trump und gibt ein Versprechen ab

Anschließend erwähnte Mike Pence, dass Donald Trump in der US-Wahl mehr als 74 Millionen Stimmen erhalten hat. Dabei sprach er zwar nicht explizit von Wahlbetrug als Grund für seine Niederlage - ganz im Gegensatz zu Trump -, sicherte dem Noch-Präsidenten aber seine Unterstützung zu. „Ich gebe euch ein Versprechen“, sagte Pence. „Wir werden kämpfen, bis jede legale Stimme gezählt ist. Wir werden kämpfen, bis jede illegale Stimme entfernt ist. Und wir werden niemals aufhören, zu kämpfen, um Amerika wieder großartig zu machen.“ Die Rufe nach „noch vier Jahren“ des Publikums nahm Pence zwar lächelnd, aber schweigend zur Kenntnis. Der Vize-Präsident wartete ab, bis sie ausklangen, bevor er seine Rede fortsetzte.

Mike Pence in Georgia: Der US-Vize-Präsident verspricht, weiter für Donald Trump zu kämpfen

Mike Pence: Vize-Präsident spricht vor Fans in Georgia - Donald Trump

Zudem versuchte Mike Pence, die Skepsis von Trump-Fans angesichts der kommenden Stichwahlen zu beseitigen. „Ich weiß, dass wir alle unsere Zweifel wegen der letzten Wahl haben. Und ich höre manche von euch, die sagen: ‚Wählt einfach nicht‘. Meine amerikanischen Mitbürger, wenn ihr nicht wählt, gewinnen die [Demokraten].“ Am 5. Januar 2021 stehen in Georgia zwei Sitze im US-Senat zur Wahl. Entscheiden die Demokraten beide Rennen für sich, gewinnen sie die Mehrheit und hätten die Kontrolle in Washington. Aus Wut auf die republikanische Regierung von Georgia, die den Sieg von Joe Biden offiziell bestätigten, drohen Fans von Donald Trump mit einem Boykott der Wahl.

Geht selbst Vize-Präsident Mike Pence auf Distanz zu Donald Trump?

Erstmeldung vom Samstag, 5.12.2020, 11.16 Uhr: Washington D.C. – Seine treuen Fans stehen noch immer uneingeschränkt hinter dem US-Präsidenten. Das Verhalten von Donald Trump nach der US-Wahl spaltet allerdings die Republikanische Partei – und allem Anschein nach auch den inneren Regierungskreis.

Mit Mike Pence an seiner Seite hatte Donald Trump stets einen – vergleichsweise – glaubwürdigen und seriös auftretenden Partner an seiner Seite. Wenige Wochen nach der US-Wahl wird dieses Verhältnis allerdings auf die Probe gestellt. Im Logo einiger Spendenaufrufe der Trump-Kampagne erscheint der Name Pence jedenfalls nicht mehr. Kein Zufall, glauben Eingeweihte.

Wahlbetrug? Mike Pence hält sich von den Verschwörungstheorien des US-Präsidenten fern.

Donald Trump: Distanziert sich auch Vize-Präsident Mike Pence?

Im Kreis von Donald Trump sei es ein „offenes Geheimnis“, dass Mike Pence eine andere Haltung zum rechtlichen Vorgehen des Präsidenten nach der US-Wahl habe, wie ein Regierungsbeamter gegenüber „The Daily Beast“ mitteilte. „Der Vize-Präsident will nicht mit diesem Schiff zusammen untergehen [...] und glaubt, dass ein großer Teil der juristischen Arbeit wenig hilfreich war.“

Ein Sprecher von Mike Pence betonte, dass der Vize-Präsident, „wie er es auch in den letzten vier Jahren tat“, weiterhin hinter Donald Trump steht, „in diesem Fall, um sicherzustellen, dass jede legale Stimme gezählt und jede illegale Stimme abgelehnt wird“. Der Begriff Wahlbetrug wird von Pence und seinem Team allerdings nicht erwähnt.

Nach der US-Wahl legt Mike Pence seinen Fokus eher auf die Senatswahlen in Georgia – anders als der US-Präsident und sein Rechtsteam, die Millionen von Dollar in aussichtslose Neuauszählungen und Gerichtsprozesse investieren, um den Ausgang der Wahl anzufechten. Wie ein Eingeweihter erzählte, sehe Pence das rechtliche Vorgehen, angeführt von Anwalt Rudy Giuliani, als „kontraproduktiv“ und zum Scheitern verurteilt. Auch als ehemaliger Gouverneur von Indiana soll Pence die Angriffe von Donald Trump auf die republikanischen Regierungschefs diverser Bundesstaaten nicht gutheißen. So musste beispielsweise Brian Kemp, Gouverneur von Georgia, scharfe Kritik des US-Präsidenten einstecken, weil er und seine Regierung den Sieg von Joe Biden offiziell bestätigten.

Mike Pence bleibt Donald Trump treu – drückt sich allerdings vor Wahlbetrugs-Vorwürfen

Mike Pence, der quasi als Schlichter zwischen dem Weißen Haus und den Bundesstaaten agiere, soll das Verhalten von Donald Trump immer mehr frustrieren. „Jedes Mal, wenn er diese Rolle einnahm, ging es gut. Der Präsident ist mit den Fakten zufrieden, die ihm geliefert werden“, so die Quelle. „Und dann – irgendwie, kurze Zeit später – greift sie der Präsident öffentlich an, nachdem er falsche Informationen von anderen Quellen im Weißen Haus erhält. [...] Der Präsident sieht damit nicht gut aus. Und es hat nur für Spaltung in der Partei gesorgt, in einer Zeit, in der Einigkeit sehr wichtig ist.“

Diese Spaltung stellt Mike Pence vor eine Herausforderung. Einerseits muss er Donald Trump treu bleiben, andererseits vermeidet er es, die oftmals sonderbaren Wahlbetrugs-Vorwürfe des Präsidenten zu bekräftigen. Auch will sich Pence seinen Status als glaubwürdiger Ausgleich von Donald Trump bewahren. Auf Twitter hält sich der Vize-Präsident ebenfalls zurück. Während Trump eine 280 Zeichen lange Verschwörungstheorie nach der anderen verbreitet, hatte Mike Pence nach der US-Wahl vor allem über Nachrichten zum Corona-Impfstoff getwittert. Zwar fordert auch Pence, dass alle „illegalen Stimmen“ für ungültig erklärt werden sollten und betonte, dass die „Integrität der Wahl“ geschützt werden müsse, weicht der Bestätigung von wirren Theorien allerdings aus.

Keine Verschwörungstheorien von Vize-Präsident Mike Pence – ganz anders als Donald Trump

Dass Mike Pence lieber mit den restlichen Amtsgeschäften fortfahren würde, könnte sich auch am Mittwoch (02.12.2020) gezeigt haben. Der neugewählte demokratische Senator Mark Kelly aus Arizona wurde durch den Vize-Präsidenten vereidigt. Stunden später zweifelte Trump den Ausgang der US-Wahl in dem Bundesstaat in einer 46-minütigen Rede erneut an.

Die Zukunft von Mike Pence selbst nach der Präsidentschaft von Donald Trump ist noch offen. Eine eigene Kandidatur 2024 als nächster US-Präsident steht nicht außer Frage. Der ehemalige Radiomoderator und Gouverneur von Indiana gilt als streng religiös-konservativ. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Michael Brochstein/dpa

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