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„Ukraine-Krieg hätte nie begonnen“: Donald Trump greift Mike Pence an

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Von: Christian Stör

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Donald Trump
Donald Trump trifft am 2. November 2020 mit Mike Pence zu einer „Make America Great Again“-Kundgebung am Cherry Capital Airport in Traverse City, Michigan, ein. © Brendan Smialowski / AFP

Washington D.C. – Donald Trump ist seit Wochen in der Defensive – und wie immer in solchen Situationen ist Angriff für ihn die beste Verteidigung. Bestes Beispiel war sein Verhalten am Donnerstag (21. Juli), als der Sonderausschusses des Repräsentantenhauses zu einer weiteren Anhörung zum Sturm auf das Kapitol zusammenkam.

Trump lief während des Abends regelrecht heiß und setzte immer mal wieder wütende Nachrichten über sein soziales Netzwerk Truth Social ab. Er beleidigte die Beteiligten, schimpfte und zeterte ohne Unterlass, sprach von Lügen und einem Scheingericht.

Donald Trump attackiert seinen früheren Vize Mike Pence

Schon zuvor hatte Trump in den Angriffsmodus geschaltet. Sein Ziel war mal wieder Mike Pence. Die mangelnde Bereitschaft des früheren Vizepräsidenten, am 6. Januar 2021 aktiv zu werden, habe die USA und die Welt ins Chaos gestürzt. Hätte Pence die Ergebnisse der US-Wahl 2020 damals gekippt, so Trump, wäre die russische Invasion in der Ukraine ausgeblieben.

Trump prangerte zudem die Inflation, die hohen Benzinpreise und den verpatzten Abzug der US-Truppen aus Afghanistan an. Das alles wäre unter ihm als Präsident nicht passiert, betonte er. Schuld an der Misere ist laut Trump also außer dem amtierenden Präsidenten Joe Biden vor allem einer: Mike Pence.

Pence habe ihm „und allen anderen“ gesagt, klagte Trump weiter, dass „er nichts gegen die Auszählung der Wahlstimmen tun könne – sie sei in Stein gemeißelt“. Trump sieht das völlig anders. Er habe Pence „vorgeschlagen“, die „Kandidatenlisten den Bundesstaaten zurückzuschicken“ – um dort die Ergebnisse noch mal neu berechnen und berichtigen zu lassen. Und warum? Wegen des groß angelegten Wahlbetrugs. „Was für ein Unterschied das gemacht hätte“, schrieb Trump. „Unser Land wäre ein anderer Ort gewesen!“

Donald Trump will von Mike Pence nichts mehr wissen

Die Spannungen zwischen Trump und Pence sind seit dem 6. Janaur 2021 immer weiter eskaliert. Einen neuen Höhepunkt erreichten sie im Februar 2022, als Pence selbst einmal eine Attacke gegen Trump fuhr und ihm deutlich zu verstehen gab, dass er eben „kein Recht hatte, das Ergebnis unserer Wahl zu ändern“. Und überhaupt sei die Vorstellung, dass eine Person allein den Präsidenten der USA wählen könne, „unamerikanisch“. Das dürfte Trump wenig gefallen haben.

US-Politik

Donald Trump will wieder zurück ins Weiße Haus - mit hinterlistigem Plan

Trump, der derzeit über eine Kandidatur für die US-Wahl 2024 nachdenkt, hat eine weitere Zusammenarbeit mit seinem früheren Vize jedenfalls ausgeschlossen. Mike Pence erwägt offenbar aber auch selbst, seinen Hut im Kampf ums Weiße Haus in den Ring zu werfen. Sein innerparteilicher Gegner wäre dann wahrscheinlich Donald Trump. Das Hauen und Stechen dürfte dann weitergehen. (cs)

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