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„Krieg um Arizona“: Trump-Kandidatin Lake will Niederlage nicht wahrhaben

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Von: Tim Vincent Dicke

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Kari Lake und Donald Trump bei einer Kundgebung
Während des Midterm-Wahlkampfs erhielt Kari Lake massive Unterstützung von Donald Trump. © Robyn Beck/AFP

Ganz im Stile Trumps zweifelt die Republikanerin Kari Lake ihren Misserfolg in Arizona an. Der frühere US-Präsident selbst spricht von Wahlbetrug.

Phoenix – Wie so viele von Donald Trump unterstütze Kandidat:innen hat auch sie ihre Abstimmung bei den Midterms verloren: Kari Lake. Die Republikanerin trat bei der Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Arizona gegen die Demokratin Katie Hobbs an – ohne Erfolg. Doch akzeptieren will Lake die Niederlage allem Anschein nach nicht. Wie einst Trump nach der Präsidentschaftswahl 2020 zweifelt sie die Rechtmäßigkeit der Wahlergebnisse an.

Ein Hinweis darauf, dass es in Arizona unschön werden könnte, gab der republikanische Politikberater Floyd Brown. Der Gründer der konservativen Nachrichtenseite Western Journal berichtete am Dienstag (15. November) auf Twitter darüber, dass das Wahlkampfteam von Lake den „Krieg“ um die Macht in dem Staat aufrechterhalten will.

Trump-Kandidatin scheitert bei Midterms: Berater kündigt „Krieg um Arizona“ an

„Ich habe gestern Abend stundenlang mit dem Lake-Team an einem anhaltenden Krieg um Arizona gearbeitet. Sie wird nicht leise in der Nacht verschwinden. Sie will aufstehen und kämpfen. Als sie in das Rennen einstieg, wusste sie, dass es hart werden würde. Ihren Gegnern fehlt ihr Mut. Sie kämpft für uns“, schrieb Brown auf dem Kurznachrichtendienst.

In der Kommentarspalte unter dem Tweet lassen sich gespaltene Meinungen vorfinden – der Graben verläuft zwischen Fans von Trumps „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA) und Republikanern, die offenbar keine Lust mehr auf den Führungsstil des früheren US-Präsidenten haben sowie demokratischen Wähler:innen.

Aus dem Pro-Lake-Lager hieß es unter anderem: „Lasst uns wissen, wie wir helfen können, was wir tun können. Wir sind bei Euch!!!“, „Wir sind hier, um ihr beizustehen“ und „Das sind gute Neuigkeiten“. Ein demokratischer Wähler dagegen reagierte entnervt. „Oh Mann ... sie hat verloren. Die Doppelmoral der Republikaner bei Wahlniederlagen ist nicht gut. Die Dinge sind nicht manipuliert. Die Menschen lehnen MAGA einfach ab.“

USA: Kari Lake bekommt Schützenhilfe von Donald Trump

Schützenhilfe in den USA hat Lake bereits von ihrem großen Vorbild bekommen. Trump erhob auf seiner selbst ins Leben berufenen Online-Plattform Truth Social Betrugsvorwürfe, ohne allerdings Belege dafür zu präsentieren. „Sie haben Kari Lake gerade die Wahl weggenommen. Es ist wirklich schlimm da draußen“, schrieb er.

Der Parteivorsitzende der Demokraten, Jaime Harrison, teilte dagegen mit: „Vernunft siegt“ und gratulierte Hobbs zum Wahlsieg. Hobbs kündigte in einer Erklärung an, „genauso hart“ für die Menschen in Arizona zu arbeiten, „die nicht für mich gestimmt haben“. „Denn selbst in diesem Moment der Spaltung glaube ich, dass es so viel mehr gibt, was uns verbindet“, wurde sie von US-amerikanischen Medien zitiert. Auf Twitter bedankte sie sich bei ihrer Wählerschaft: „Danke, Arizona. Ich fühle mich so geehrt und bin so stolz, eure nächste Gouverneurin zu sein.“ (tvd)

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