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Wichtiges Senatsrennen in Georgia: Warum Trump sich plötzlich zurückhält

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Von: Nail Akkoyun

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Donald Trump auf einer „Save America“-Kundgebung in Arizona im Juli 2022.
Donald Trump auf einer „Save America“-Kundgebung in Arizona im Juli 2022. © Mario Tama/AFP

Am 6. Dezember geht Georgia in eine essenzielle Stichwahl. Präsidentschaftskandidat Donald Trump hält sich für die Republikaner aber zurück – aber warum?

Atlanta – Die Midterms sind so gut wie beendet, nur im Südstaat Georgia ist der Senatssitz noch nicht entschieden. Zwar steht fest, dass die Demokraten die Kontrolle über den Senat behalten werden, allerdings würde ein Sieg der Republikaner in Georgia die Entscheidungsgewalt der Demokratischen Partei deutlich einschränken.

Was jedoch auffällt: Donald Trump, der nun offiziell eine zweite Amtszeit anstrebt, bleibt dem „Peach State“ („Pfirsichstaat“) seit Monaten fern. Und das, obwohl mit Herschel Walker ein Weggefährte versucht, den amtierenden Senator Raphael Warnock in einer Stichwahl abzusetzen. Dabei veranstaltete Trump mehrere Kundgebungen im ganzen Land, um republikanische Wähler:innen zu mobilisieren. Sein letzter Auftritt in Georgia war bereits im März 2022.

Gegenüber der Washington Post erklärte ein Mitarbeiter der Atlanta Journal-Constitution, dass Trumps Besuch in Georgia „das Schlimmste wäre, was den republikanischen Kandidaten hier unten passieren könnte.“ Trump selbst glaubt einem Bericht des Rolling Stone nach, dass seine Anwesenheit „für Walker positiv wäre“, während ihm geraten worden sein soll, sich aus dem Südstaat fernzuhalten, um Walkers Chancen nicht zu torpedieren.

Trump spaltet die Republikaner: Aus Georgia soll sich der Ex-Präsidenten fernhalten

Selbst zwei Jahre nach dessen Wahlniederlage spaltet Donald Trump nicht nur die US-Politik, sondern inzwischen auch die Republikanische Partei. Einer aktuellen Umfrage zufolge stehen vor allem jüngere Wähler:innen hinter dem Ex-Präsidenten – trotz des Ausbleibens einer „roten Welle“ bei den Midterms. Unter anderem aufgrund der überraschend schwachen Ergebnisse bei den Zwischenwahlen soll sich die Parteibasis hingegen aber von Trump entfernen – und stattdessen mit Florida-Gouverneur Ron DeSantis als Präsidentschaftskandidaten liebäugeln.

So erklärte etwa der Republikaner Geoff Duncan, seines Zeichens Vize-Gouverneur von Georgia, dass Trump der Partei „das Leben ausgesaugt“ habe. Weiter schrieb er auf Twitter, dank des früheren Präsidenten hätte man die Chance verpasst, den Senat für sich zu gewinnen. Georgias Senatskandidat Herschel Walker, so Duncan in einem Meinungsstück für CNN, solle „Mar-a-Lago anwählen und Trump bitten, zu Hause zu bleiben.“

„Alles hängt von Herschel Walker und Georgia ab“, sagte Jason Miller, ein hochrangiger Trump-Berater, dem rechten Nachrichtensender Newsmax diesen Monat vor Trumps Ankündigung, 2024 erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren. „Ich rate dem Präsidenten, sich bis nach dem Rennen in Georgia, nach Herschel Walker, zurückzuhalten“, fügte er hinzu. „Das ist größer als alles andere im Land.“ (nak)

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