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Max Miller spricht bei einer Kundgebung mit dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump in Wellington, Ohio.
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Donald Trump macht zusammen mit Max Miller Wahlkampf.

Schlägertyp

Donald Trumps neuer Liebling Max Miller mit dunkler Vergangenheit

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
    schließen

Donald Trump will die republikanische Partei komplett umgestalten. Dabei setzt er auf Politiker, die ihm loyal ergeben sind - so auch Max Miller.

Cleveland – Donald Trump gibt bei den Republikanern nach wie vor den Ton an. Auch nach seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden hat Trumps Wort in der Partei das meiste Gewicht. Zu erkennen ist das auch daran, wie rechte Medien in den USA derzeit über die Untersuchung des Sturms auf das Kapitol berichten. Wer in der Regierungszeit von George W. Bush gesagt hätte, dass ein Sender wie Fox News knapp 20 Jahre später die Polizei, das Militär sowie ein Mitglied der Cheney-Familie attackieren würde, wäre damals sicher für verrückt erklärt worden. Aber seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2016 ist eben alles möglich.

Seinen Einfluss nutzt der frühere US-Präsident augenblicklich vor allem dazu aus, die Republikaner im Grunde zu einer reinen Trump-Partei zu machen. Kritikerinnen wie die eigentlich erzkonservative Liz Cheney müssen deshalb um ihr politisches Überleben kämpfen, während irrlichternde Figuren wie Matt Gaetz oder Marjorie Taylor Greene trotz aller Inkompetenz gerade die Karriereleiter hinaufklettern.

Max Miller ist der neue Liebling von Donald Trump

Einer, der ebenfalls auf einen solchen Aufstieg in höhere Sphären hofft, ist der noch recht unbekannte Max Miller, von dem die englischsprachige Wikipedia nicht sagen kann, wie alt er eigentlich genau ist. Nur sein Geburtsjahr 1989 ist dort verzeichnet. (Stand: 29.07.2021) Das dürfte sich aber bald ändern. Wer im Wahlkampf von Donald Trump unterstützt wird, verliert nun mal entsprechend schnell den Status der Anonymität.

Tatsächlich gehört Miller zu den Auserwählten, die die republikanische Partei und langfristig natürlich auch die gesamten USA nach Trumps Vorbild umkrempeln sollen. Zuvorderst sind Trump dabei die Demokarten ein Dorn im Auge, an erster Stelle vor allem die gesamte Linke, die nach Trumps Meinung nur noch aus „Radikalen“ und „politisch Erwachten“ besteht. Hier seien nur die neuen Kampfbegriffe „Woke“ und „Wokeismus“ genannt.

Max Miller soll Donald Trump bei seinem Rachefeldzug helfen

Doch Miller ist ein gutes Beispiel, dafür, dass es Donald Trump eben auch um die moderaten Frauen und Männer innerhalb der Grand Old Party geht. Sonst nämlich würde der ehemalige Präsident im Kampf um das Repräsentantenhaus, das die Republikaner 2022 wieder von den Demokraten zurückerobern wollen, seine Zeit und Kraft nicht auf Sitze verschwenden, die ohnehin schon im Besitz der Republikaner sind. Genau dies ist hier aber der Fall.

Den 16. Sitz im US-Bundesstaat Ohio hat nämlich seit 2019 der Republikaner Anthony Gonzalez inne. Doch der frühere American-Football-Spieler der Indianapolis Colts hat sich Trumps Zorn zugezogen, weil er nach dem Sturm auf das Kapitol ein Amtsenthebungsverfahren befürwortet hat. Das kann ihm Trump nicht vergessen. Deshalb will er Max Miller, der schon im Wahlkampf 2016 für Trump gearbeitet hat, demnächst im Repräsentantenhaus sehen. Miller ist quasi die Speerspitze im Kampf Trumps gegen die Feinde in den eigenen Reihen.

Maxwell L. Miller
Geboren1989
ParteiRepublikaner
AmtKandidat für einen Sitz des Bundesstaates Ohio im Repräsentantenhaus

Donald Trumps Liebling Max Miller mit dunkler Vergangenheit

Trumps Favorit ist aber umstritten. Wie könnte es auch anders sein? Jetzt jedenfalls hat das US-Magazin Politico einen Bericht veröffentlicht, in dem Millers zahlreichen Konflikte mit dem Gesetz haarklein beschrieben werden. Erwähnt wird dort unter anderem auch eine Anklage wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss aus dem Jahr 2011. Doch in ernste Schwierigkeiten ist Miller trotz aller Ordnungswidrigkeiten nie geraten. Ein alter Schulkamerad erklärte dies in Politico wie folgt: „Er ist reich, er hat gute Verbindungen, seine Familie hat gute Verbindungen. Es überrascht mich nicht, dass die Dinge, die er tut, keine Konsequenzen nach sich ziehen.“

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Millers turbulente Beziehung mit Stephanie Grisham, die als Stabschefin für Melania Trump und später als Pressesprecherin für das Weiße Haus tätig war. Miller wies die Vorwürfe, Grisham gewalttätig attackiert, sie geschlagen, geschubst und gegen eine Wand gedrückt zu haben, über seinen Anwalt Larry Zuckerman zurück: „Mr Miller hat Ms Grisham nie in irgendeiner Weise angegriffen.“ Grisham selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

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Donald Trump bringt Max Miller in Stellung

Ob Miller die Vorwürfe Sorgen bereiten, ist eher unwahrscheinlich. Menschen, die Donald Trump wählen, kümmern sich in der Regel nicht um so etwas. Nicht umsonst hat Trump einmal erklärt, er könne auf der 5th Avenue in New York einen Menschen erschießen und es würde ihn nicht eine Stimme kosten. Tatsächlich ist Trump in seiner politischen Karriere mit allem davongekommen. Allein die Art, wie er sich einmal über Menschen mit Behinderungen lustig gemacht hat, hätte ihn eigentlich aus dem Rennen werfen müssen. Oder sein Spruch von 2005, als Star könne er sich sogar erlauben, Frauen „zwischen den Beinen zu packen“ („Grab them by the pussy“).. Oder dass ihn zahlreiche Frauen des sexuellen Missbrauchs bezichtigen. Trump darf eben alles, genauso wie seine Gefolgsleute.

Allerdings gibt es eventuell doch noch ein kleines Hindernis für Miller. Denn vor der Wahl am 8. November 2022 werden in Ohio die Bezirksgrenzen neu gezogen. Das sorgt für eine gewisse Unsicherheit, zumal der Bundesstaat dadurch sogar einen Sitz im Repräsentantenhaus verlieren wird. Doch an der ultrakonservativen Ausrichtung des bisherigen 16. Bezirks wird sich dadurch wohl kaum etwas ändern. Miller dürft das Ticket für das Repräsentantenhaus dank Trumps Unterstützung also schon so gut wie in der Tasche haben. (Christian Stör)

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