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Keine Mauer in Sicht. Die Prototypen an der Grenze zu Mexiko werden abgerissen.

Grenze zu Mexiko

Donald Trump und die Mauer: Nicht eine einzige Meile gebaut

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Nach fast drei Jahren im Amt hat Donald Trump sein Wahlversprechen bislang nicht eingehalten: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko existiert immer noch nicht.

Die Mauer an der Grenze zu Mexiko war das bestimmende Wahlkampfthema Donald Trumps. Keine Veranstaltung, bei der seine Anhängerinnen und Anhänger nicht „Build the Wall“ („Bau die Mauer“) skandiert hätten. Aus „Build the Wall“ wurde auf Trumps Drängen schließlich „Finish the Wall“ („Beende den Mauerbau“). Doch auch nach fast drei Jahren im Amt fehlt von der Mauer noch jede Spur.

Denn bislang ist noch nicht eine einzige Meile neuer Barrieren an der mehr als 2.000 Meilen (ca. 3.100 Kilometer) langen Grenze zwischen den USA und Mexiko errichtet worden. Zwar sind knapp 83 Meilen (133 km) Grenzbefestigungen gebaut worden, diese ersetzen aber nur bereits vorhandene und mittlerweile verfallene Barrieren. Das geht aus einem Dokument der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde hervor, das der konservativen US-Zeitung „Washington Examiner“ vorliegt.

Donald Trump und die Mauer: Fertigstellung nicht vor Dezember 2020

Zwar seien mittlerweile fast 510 Meilen (820 Kilometer) im Bau, doch auch davon würden über die Hälfte nur alte Befestigungsanlagen ersetzen, berichtet die Zeitung. Und deren Fertigstellung erwarte man erst im Dezember des Jahres 2020. Neue Grenzzäune, keine Mauern, sind derzeit gerade mal auf einer Strecke von 165 Meilen (265 Kilometer) geplant.

Für Donald Trump sind diese Zahlen alles andere als gute Nachrichten. Der US-Präsident und Immobilienmakler, der sich zurzeit einem drohenden Impeachment-Verfahren ausgesetzt sieht, hat sich während des Wahlkampfs immer wieder als Experte für Bauwesen inszeniert. Mehr als 1000 Meilen Grenzmauer würde er bauen lassen, die den Staat gerade mal vier Milliarden US-Dollar kosten würden. Schon jetzt liegt die veranschlagten Ausgaben bei weit mehr als sechs Milliarden Dollar. 

Donald Trump und die Grenze: Aus der Mauer wurde ein Zaun

Hinzu kommen zahlreiche logistische Probleme. So war es den Behörden in weiten Teilen der Grenze bislang nicht möglich, das benötigte Land, das sich in Privatbesitz befindet, zu erwerben.

Aus der Mauer ist also ein Zaun geworden, die Kosten fallen weitaus höher aus und fertiggestellt wird das Projekt frühestens im Dezember 2020 - also gut einen Monat nach der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA. Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die fehlende Mauer auf die Unterstützung für Donald Trump haben wird. 

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