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Donald Trump: Mar-a-Lago wird zum Hotspot für Verschwörungstheorien 

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Von: Marvin Ziegele

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Donald Trump während einer Veranstaltung auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago. (Archivfoto)
Donald Trump während einer Veranstaltung auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago. (Archivfoto) © Evan Vucci/AP/dpa

Mar-a-Lago wird zum Mekka der Verschwörungstheorien um die US-Wahl 2020. Dreh- und Angelpunkt ist der ehemalige US-Präsident Donald Trump. 

Palm Beach – Azurblaues Wasser, sandige Strände und Palmen, die sich im Wind wiegen. Donald Trumps Anwesen in Mar-a-lago in Florida könnte optisch in einem Reiseprospekt vertreten sein. Doch unter der Oberfläche des ansehnlichen Gebäudes brodeln Hass, rhetorisch ungeschliffenen Parolen und Verschwörungstheorien gleichermaßen.

Erst im April schmiss der gönnerhafte Gastgeber Trump eine prunkvolle Party für seine Verbündeten. Ziel der gesellschaftlichen Ausschweifung: die Präsentation eines Films mit dem Titel „Rigged: The Zuckerberg Funded Plot to Defeat Donald Trump“, der einen angeblichen Betrug von Facebook während der US-Wahlen 2020 beweisen soll. Kurz darauf stellte Matt Schlapp, der Vorsitzende der American Conservative Union, seinen eigenen Dokumentarfilm „Culture Killers: the Woke Wars“ über die Abschaffung der Kultur am Pool von Trumps Club vor.

Donald Trump: Wieder einmal Zweifel an der US-Wahl 2020

Im Mai fand erneut eine glitzernde Filmpremiere statt – wieder unter dem Dach von Donald Trumps Anwesen, berichtet das Nachrichtenportal Politico. Diesmal drehte sich die Veranstaltung um das filmische Erzeugnis von Dinesh D’Souza, einem konservativen Kommentator, der im Jahr 2018 von Donald Trump begnadigt wurde. Sein Dokumentarfilm trägt den Titel „2000 Mules“, der, wenig überraschend, das Ergebnis der US-Wahl 2020 infrage stellt.

Während der Filmpremiere im größten Ballsaal des Clubs ließ Donald Trump es sich nehmen, seine fast schon gebetsmühlenartig rezitierte Liste über falsche Behauptungen über die Wahl abhakte. Natürlich bekam auch der amtierende Präsident Joe Biden Trumps Kritik zu spüren. Donald Trump erwähnte auch die New York Times und deutete auf eine Reihe leerer Sitze, um die Abwesenheit von Journalisten zu verdeutlichen, was für hämisches Gelächter unter den Anwesenden sorgte.

Mar-a-Lago: Donald Trumps Anwesen als Zentrum von Verschwörungstheorien

Mar-a-lago ist damit offenbar zu einem Zentrum einer verschwörungsliebenden Community geworden – mit wehenden „Make America Great Again“-Fahnen.  „Ich meine, wenn man einen Film über die Wahlen im Jahr 2020 drehen will, wird man das wohl kaum im Javits Center in New York tun“, witzelt der konservative Aktivist Charlie Kirk, eine der Hauptfiguren in der D‘Souza-Dokumentation.

Daten zu Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago
NameMar-a-Lago
OrtPalm Beach, Florida (USA)
Eröffnung1927
Im Besitz von Donald Trumpseit 1985

Dabei sind die Filmpremieren von Machwerken, die einen möglichen Betrug bei der US-Wahl 2020 nachweisen wollen, nur die Spitze des Eisberges von Veranstaltungen in Mar-a-lago, berichtet Politico. Fast jeden Abend findet in Mar-a-Lago eine neue Veranstaltung statt, – eine Spendengala, eine Buchparty oder ein gesellschaftliches Treffen – bei denen der Hausherr Donald Trump in der Regel von einer Treppe oder durch eine große Flügeltür herabsteigt und mit Jubel empfangen wird.

Donald Trump: Filmpremieren auf Anwesen Mar-a-Lago

„Wenn man mehr als einmal in Mar-a-Lago war, weiß man, dass es sich irgendwie wie zu Hause anfühlt“, erklärte Rob Smith, ein konservativer Influencer, gegenüber Politico, der gekommen war, um den Film „2000 Mules“ zu sehen. „Es ist ein Ort, an dem sich die Menschen, die in dieser Bewegung sind, wohlfühlen und sie selbst sein können. Und ich denke, das ist das Besondere daran, unter vielen Gleichgesinnten zu sein, das ist elektrisierend.“ (marv)

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