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USA

Donald Trump nimmt Rache an den Granden der Republikaner

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Liz Cheney, die Bushs oder Mitt Romney: Donald Trump kämpft gegen alle, die ihm seine Kontrolle über die Republikaner streitig machen wollen. Mit Erfolg.

Palm Beach - Wer glaubte, dass Donald Trump nach seiner Niederlage gegen Joe Biden den Weg geht, den so viele US-Präsidenten vor ihm eingeschlagen hatten, der wurde eines Besseren belehrt. Im Gegensatz zu Staatsoberhäuptern wie Barack Obama, George W. Bush oder Bill Clinton hält sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht zurück. Wer sich mit ihm anlegt, bekommt das zu spüren.

Das gilt selbstredend für den politischen Gegner, also die Demokraten. Doch auch führende Republikaner müssen sich vor Donald Trump in Acht nehmen. Das aktuellste Beispiel ist Liz Cheney. Die Tochter des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney hatte sich bereits im Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ausgesprochen. Nach dessen Wahlniederlage hatte Cheney die Rechtmäßigkeit der Abstimmung betont und getwittert: „Die Wahl 2020 wurde nicht gestohlen.“

Donald Trump gegen seine Feindbilder Mitt Romney und Liz Cheney

Die Folgen könnten verheerend sein. In der kommenden Woche könnte Cheney ihren Posten in der Führung der republikanischen Partei verlieren. Minderheitsführer Kevin McCarthy betonte bei Fox News: „Ich habe genug von ihr. Ich habe das Vertrauen verloren.“ Die Zeichen stehen also auf Degradierung der einzigen Frau in einer Führungsrolle bei den Republikanern - zuliebe von Donald Trump.

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Alles über den 45- Präsidenten der USA und seine Familie erfahren Sie in den Trump-News.

Wie Cheney ging es in den vergangenen Monaten auch anderen prominenten Vertretern der „Grand Old Party“. Mitt Romney zum Beispiel. Der Senator aus Utah trat auf einem Parteitag der Republikaner in West Valley City auf, doch statt Applaus wurde das Urgestein der Partei ausgebuht und als „Kommunist“ und „Verräter“ beschimpft. Auch Romney gilt als parteiinterner Kritiker Donald Trumps. Dessen Sohn, Donald Trump Jr., hatte in den sozialen Medien damit geliebäugelt, einen Gegenkandidaten bei der anstehenden Wahl in Utah zu unterstützen, um Romneys Wiederwahl zu verhindern.

Neben den Bushs nimmt Donald Trump auch Senatorin Lisa Murkowski ins Visier

Die Wut des Donald Trump haben auch andere zu spüren bekommen. Mit den Bushs, die mit George W. und George H. W. gleich zwei ehemalige Präsidenten stellen, kamen die Trumps nie auf einen grünen Zweig. Dasselbe gilt für die McCains. Trump bezeichnete den mittlerweile verstorbenen John McCain als „Feigling“, weil der sich im Vietnamkrieg habe gefangen nehmen lassen, und legte sich immer wieder auch mit seiner Tochter Cindy McCain an. Senatorin Lisa Murkowski, deren Vater ein ehemaliger Gouverneur Alaskas ist, wagte es, beim Impeachment gegen Trump zu stimmen. Trump bezeichnete sie daraufhin als „illoyal und eine sehr schlechte Senatorin“. Er drohte außerdem damit, ihre Wiederwahl verhindern zu wollen.

Donald Trump zeigt mit dem Finger auf unliebsame Konkurrenz in der Republikanischen Partei.

Doch statt ihren Granden die Stange zu halten und sich von Donald Trump zu emanzipieren, scheinen die Republikaner lieber weiter um die Gunst des abgewählten US-Präsidenten buhlen zu wollen. „Es ist eine Tragödie“ sagte Arne Carlson, ehemaliger Gouverneuer des Bundesstaates Minnesota, mit Blick auf seine Partei, gegenüber dem US-Magazin Politico. Noch deutlicher wurde im selben Artikel Mark Graul. Der Berater der Republikaner sagte: „Er [Donald Trump] scheißt auf jeden, sogar auf ehemalige Präsidenten.“ Die Partei aber würde selbst das nicht zum Anlass nehmen, einen Schlussstrich unter die Ära Trump zu ziehen. Stattdessen hätten sich die Republikaner längst verwandelt in einen Haufen aus „Fantasie, Verschwörungstheorien und Unwahrheiten“, wie es der Historiker Jon Meacham im Interview mit CBS formulierte.

Donald Trump baut eine Dynastie auf- Republikaner folgen

Während Donald Trump also weiter alles dafür tut, die großen Dynastien der Republikaner zu beenden, baut er gleichzeitig eine eigene auf. Die beginnt wohl mit Lara Trump. Die Ehefrau von Eric Trump und damit Schwiegertochter des Ex-Präsidenten liebäugelt mit einer Kandidatur für den US-Senat in North Carolina.

Der Trump-ClanVerwandtschaftsgrad zu Donald Trump
Melania TrumpEhefrau
Eric TrumpSohn
Donald Trump Jr.Sohn
Ivanka TrumpTochter
Barron TrumpSohn
Jared KushnerSchwiegersohn
Lara TrumpSchwiegertochter

Donald Trump Jr. und Ivanka Trump werden immer wieder als zukünftige Anwärter:innen auf die Präsidentschaftskandidatur gehandelt. Und so könnte also wahr werden, was Brad Parscale, ehemaliger Wahlkampfmanager Donald Trumps, einst prophezeite: „Er wird eine Dynastie aufbauen, die für Jahrzehnte bleiben wird.“ Und die wohl noch mehr prominente Opfer in der eigenen Partei kosten wird. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © Stephen M. Dowell via www.imago-images.de

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