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Lindsey Graham Donald Trump
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Lindsey Graham steht loyal wie kaum ein anderer hinter Donald Trump.

Mit „Trump plus“ in die Zukunft

Kult um Donald Trump: Ex-Präsident soll Republikaner auch in Zukunft beflügeln

  • vonMirko Schmid
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Senator Lindsey Graham, Golffreund und loyaler Anhänger des ehemaligen Präsidenten, fordert Donald Trump auf, die „MAGA“-Bewegung zu erhalten.

  • Senator Lindsey Graham ist ein Golfkumpel und loyaler Fürsprecher des ehemaligen Präsidenten Donald Trump.
  • Nun spricht sich Graham dafür aus, dass Donald Trump dabei „helfen“ soll, die Republikaner neu aufzustellen.
  • Alle Informationen rund um den 45. Präsidente der USA finden Sie in den Trump News.

Clemson, South Carolina – Die Republikaner stehen nach dem mit einer Minderheit von 43 zu 57 Senatsmitgliedern zustande gekommenen Freispruch für Donald Trump vor einer Zerreißprobe. Während Mitch McConnell, Vorsitzender der Senatsfraktion der „Grand Old Party“, Donald Trump für „ohne Frage verantwortlich“ für den Angriff auf das US-Kapitol vom 6. Januar 2021 hält (was McConnell allerdings nicht daran gehindert hat, Trump im Senat freizusprechen), halten andere einflussreiche Mitglieder seiner Fraktion Donald Trump weiter die Stange.

Lindsey Graham hatte Donald Trump nach der Wahl öffentlich aufgefordert, „hart“ zu kämpfen

Vorneweg marschiert dabei Senator Lindsey Graham, der sich als Teil der „Jury“ im Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump noch während des laufenden Verfahrens mit dessen Anwälten über die richtige Verteidigungs-Strategie besprochen hatte. Der Golfkumpel des 45. US-Präsidenten stand nicht immer hinter Donald Trump. Im Vorfeld der Nominierung des ehemaligen Reality-Stars twitterte Graham 2016 über die eigene Partei: „Wenn wir Trump nominieren, werden wir zerstört ... und hätten es verdient.“

Kaum war Donald Trump nominiert, war Graham dann jedoch einer der ersten, der sich dem späteren Präsidenten andiente. Seine Anpassungsgabe an die politische Gemengelage bewies Lindsey Graham anschließend gleich mehrfach. Graham war einer der wenigen Senatoren, die Trump öffentlich zur Seite standen, als dieser seine unbewiesenen Geschichten vom angeblichen Wahlbetrug ventilierte. In einem Fernseh-Interview forderte er Trump auf, „nicht aufzugeben“ und „hart“ zu „kämpfen“, schließlich, so Graham, werde es „nie wieder einen republikanischen Präsidenten geben, wenn wir das Wahlsystem der USA nicht infrage stellen und ändern“.

Nach dem Sturm auf das Kapitol rückt Lindsey Graham zunächst von Donald Trump ab

Donald Trump gab in der Tat nicht auf und kämpfte, was zumindest der Meinung einer Mehrheit des US-Senats zufolge zum Sturm der Trump-Fans auf das Kapitol mit mindestens fünf darauf zurückzuführenden Todesopfern führte. Kurz schien es daraufhin, als ob Lindsey Graham von Trump abrücken könnte. Als der Kongress Stunden nach dem Angriff zur Tagesordnung zurückkehrte und die Stimmen der Wahlleute weiter auszählen ließ, meldete sich Graham zu Wort und sprach von einer „verdammt großen Reise“, die er und Donald Trump hinter sich hätten. Er „hasse es“, beteuerte Graham, „dass es so“ ende. Trump sei aus seiner Sicht ein „konsequenter Präsident“ gewesen, doch an diesem Tag könne er nur sagen: „Ich bin raus, genug ist genug.“

Diese Worte brachten ihm kurz darauf eine wütende Attacke von Trump-Fans am Reagan National Airport ein und somit einen Vorgeschmack darauf, was prominente Republikaner zu erwarten haben, die sich offen gegen Donald Trump stellen. Etwas mehr als einen Monat später gibt sich Graham geläutert. In einem Fernseh-Interview mit Fox News möchte Graham nichts mehr von einem Ende der Reise mit dem Idol seiner Parteibasis wissen. Und genug ist nun auch nicht mehr genug. Denn Lindsey Graham hat Trump nach eigenen Worten dazu ermuntert, weiterhin eine gewichtige Rolle in der Führung der Republikaner einzunehmen.

McConnell fordert Donald Trump nach Freispruch im Impeachment zum Weitermachen auf

Lindsey Graham wörtlich: „Ich habe mit Donald Trump gesprochen, er hat sich sehr für die Hilfe bedankt. Er ist bereit, weiterzumachen und die republikanische Partei wieder aufzubauen. Er freut sich schon auf die Zwischenwahlen 2022. Nächste Woche werde ich mit ihm eine Runde Golf in Florida spielen. Ich habe ihm gesagt: Mister President, diese Make America Great Again-Bewegung muss fortgesetzt werden. Wir müssen die Partei wieder vereinen, Trump plus ist in Hinsicht auf 2022 wieder unser Weg.“

Donald Trump sei „sauer auf manche Leute“ in der eigenen Partei, dies aber, so Lindsey Graham, sei „verständlich“. Sein eigenes Ziel für 2022 sei, „zu gewinnen und die radikalste Agenda zu stoppen, die ich je gesehen habe und die von der demokratischen Präsidentschaft von Joe Biden verfolgt wird.“ Graham fügte hinzu: „Das schaffen wir nicht ohne Donald Trump. Er ist bereit, wieder auf den Zug aufzuspringen und ich bin bereit, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Lindsey Graham deutet Wut der Basis von Donald Trump auf Mitch McConnell an

Fox-Moderator Chris Wallace will es nun genau wissen: „Lassen Sie mich Sie etwas über eine Person fragen, auf die er sauer sein könnte, sagen Sie mir gern, ob er es ist oder nicht: Mitch McConnell hat gestern eine merkwürdige Rede gehalten, in der er im Grunde gesagt hat, dass Donald Trump schuldig, der Senat aber nicht berechtigt sei, ihn nach seiner Amtszeit zu verurteilen. Was denkt er über diese Rede und was denken Sie über diese Rede?“

Lindsey Graham kommt daraufhin zunächst auf die Worte der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zu sprechen, die jene Republikaner, die gegen die nachträgliche Amtsenthebung von Donald Trump gestimmt hatten, „Feiglinge“ genannt hatte. Dies, so Graham, sei den meisten Republikanern herzlich egal. Mitch McConnell hingegen werde sich im Wahlkampf 2022 auf seine Worte ansprechen lassen müssen. Auch werden sich republikanische Kandidatinnen und Kandidaten in ihren Vorwahlen fragen lassen müssen, wie sie denn zu Mitch McConnell stehen würden.

Lindsey Graham nennt Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump einen „totalen Witz“

Das Impeachment gegen Donald Trump empfinde er als „totalen Witz“, schließlich sei damit die Büchse der Pandora geöffnet worden und nun sei es an der Zeit zu prüfen, ob ein Impeachment-Prozess gegen Vizepräsidentin Kamala Harris in die Wege geleitet werden müsse, sollten die Republikaner 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus holen. Schließlich habe diese die Demonstrationen der Black Lives Matter-Bewegung „angeheizt“, in deren Verlauf es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Das Öffnen dieser „Büchse“ halte er für „sehr traurig für das Land.“

Den Umstand übergehend, dass Lindsey Graham eine Antwort schuldig blieb, was Donald Trump selbst über Mitch McConnell gesagt haben könnte, fragt Wallace nun: „Sieht Donald Trump irgendeine eigene Schuld an der Attacke auf das Kapitol vom 6. Januar?“ Lindsey Grahams Antwort: „Nein. Nicht nach rechtlichen Maßstäben. Es gibt, wie ich finde, eine Verantwortung für die wiederholten Wahlbetrugsvorwürfe, an die ich nicht glaube und die ich für nicht wahr halte. Aber seine Rede vom 6. Januar stand unter politischem Schutz. Das war keine Anstachelung zum Aufstand. Jeder Politiker fordert seine Anhängerschaft auf, zu kämpfen. Ich denke nicht, dass er damit zu Ausschreitungen auffordern wollte.“

Lindsey Graham fordert einen Untersuchungsausschuss

Trotzdem sieht Lindsey Graham auch Kritikpunkte: „Seine Reaktionen nach der Wahl waren übertrieben. Diese Attacke hatte im Vorfeld geplante Elemente, die allerdings absolut nicht mit der Rede von Donald Trump in Verbindung gebracht werden können. Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss wie nach dem 11. September 2001, der genau aufarbeitet, was an diesem Tag passiert ist, damit so etwas nie wieder passiert.“ (Mirko Schmid)

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