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Gouverneur Larry Hogan

Machtkampf bei den Republikanern: „Trump-Jahre waren die schlimmsten der Partei“

  • vonMirko Schmid
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Larry Hogan, Republikaner und Gouverneur von Maryland, ledert gegen Ex-Präsident Donald Trump – und macht sich Sorgen um seine Partei.

Annapolis - Larry Hogan ist nicht irgendwer im Spiel der US-amerikanischen Politik. Seit mehr als sechs Jahren regiert der Republikaner als Gouverneur den Bundesstaat Maryland, zwischen 2019 und 2020 war er gar der gewählte Vorsitzende der National Governors Association (NGA). Die NGA gilt in den USA als hoch angesehen und nimmt eine Mittlerfunktion zwischen den Oberhäuptern der Bundesstaaten und der Regierung in Washington D.C. ein.

Wenn Larry Hogan also das Wort ergreift, dann wird hingehört im Politikbetrieb der Vereinigten Staaten. Nun hat Hogan ein vernichtendes Fazit über Donald Trump, die Amtszeit des Exzentrikers als US-Präsident und die aktuelle Lage der republikanischen Partei gezogen. Konkret nannte Hogan die Trump-Jahre „die schimmsten vier Jahre“, welche seine Partei „jemals ertragen“ musste.

Republikaner unter Donald Trump: „Kreisförmiges Exekutionskommando“

Die Republikaner, die sich stolz als „Grand Old Party“ bezeichnen, hätten sich dank Donald Trump in ein „kreisförmiges Exekutionskommando gegen ihre eigenen Mitglieder“ entwickelt, befand Hogan am Sonntag (9. Mai 2021) als Gast der NBC-Sendung „Meet the Press“. Um wieder Wahlen zu gewinnen, müssten die Republikaner in der Lage sein, eine breitere Gruppe von Menschen anzusprechen. Hogan zitierte die republikanische Parteilegende Ronald Reagan, der von einem „großen Zelt“ sprach, unter dem sich eine breite Schnittmenge der Gesellschaft sammeln könne.

Larry Hogan behauptet, die Republikaner hätten sich unter Donald Trump in ein „kreisförmiges Exekutionskommando“ entwickelt.

Doch anstatt ein solches Angebot an verschiedene konservative und wirtschaftsliberale Zielgruppen zu machen, hätte Donald Trumps Politik der Spaltung dazu beigetragen, dass die Republikaner mit den verlorenen Wahlen 2018 und 2020 erst das Repräsentantenhaus und schließlich auch den Senat und das Weiße Haus an die Demokraten verloren geben mussten. „Bei erfolgreicher Politik geht es um Addition und Multiplikation, nicht um Subtraktion und Division“, so Hogan.

Republikaner in den USA: Donald Trump arbeitet weiter an Rachefeldzug

Hogans Appell fällt mitten in einen breitflächigen Rachefeldzug von Donald Trump, der sich nach Monaten der akribischen Vorbereitung daran macht, seine lautesten innerparteilichen Kritiker:innen politisch kaltzustellen. Dazu zählen aktuell zuvorderst drei prominente Gesichter der Konservativen: Senator Mitt Romney aus Utah, Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska und die in der Hierarchie drittwichtigste Abgeordnete der Republikaner im Repräsentantenhaus, Liz Cheney.

NameLawrence Joseph „Larry“ Hogan Jr.
PositionGouverneur Maryland
ParteiRepublikaner
Alter64 Jahre (25. Mai 1956)
GeburtsortWashington D.C., USA

Alle drei waren bereits im Vorfeld der US-Wahl 2020 auf deutliche Distanz zu Donald Trump gegangen und hatten den damaligen Präsidenten wiederholt mit deutlichen Worten öffentlich kritisiert. Gemein haben sie auch, dass sie alle gemeinsam mit den Demokraten für eine Amtsenthebung Trumps gestimmt hatten, nachdem Teile seiner Anhängerschaft am 6. Januar 2021 am Sturm auf das US-Kapitol beteiligt gewesen waren.

Romney, Murkowski, Cheney: Donald Trump hat es auf innerparteiliche Gegner abgesehen

Doch nicht nur auf Romney, Murkowski und Cheney hat es Donald Trump abgesehen. Im Fokus seiner Rachegelüste stehen außerdem die übrigen Mitglieder der Republikaner, die sich im Impeachment-Prozess gegen ihn ausgesprochen hatten. Insgesamt stimmten zehn Abgeordnete des Repräsentantenhauses sowie sieben Mitglieder des Senats aus Reihen der Republikaner für eine nachträgliche Absetzung des bereits abgewählten Präsidenten.

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Und der Umbau der Republikaner ganz nach den Vorstellungen von Donald Trump macht auch vor den politischen Würdenträgern auf Landesebene keinen Halt. So setzt Trump beispielsweise alles daran, den Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, sowie dessen für die Wahlen zuständigen Secretary of State Brad Raffensperger aus dem Amt zu jagen. Beide Republikaner hatten sich geweigert, Trumps Narrativ eines angeblichen Wahlbetruges zu übernehmen und ihm den Wahlsieg in der einst republikanischen Hochburg entgegen des Willens der Wählerschaft zuzusprechen. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA/AFP

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