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Donald-Trump-Kritikerin Liz Cheney verliert Vorwahl in Wyoming

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Von: Tanja Koch

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Die Abgeordnete Liz Cheney gilt als eine der prominentesten innerparteilichen Trump-Kritikerin. © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Republikanerin und Trump-Kritikerin Liz Cheney muss ihr Mandat an eine Anwältin abgeben, die sich Lügen des Ex-Präsidents zu eigen gemacht hatte.

Jackson – Sie ist als harte Kritikerin von Ex-US-Präsident Donald Trump bekannt. Nun hat die konservative Abgeordnete Liz Cheney nach einer Vorwahlniederlage im Bundesstaat Wyoming ihren Sitz im US-Repräsentantenhaus verloren. Die Tochter des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney unterlag bei den Midterms 2022 am Dienstag (16. August) deutlich ihrer von Trump unterstützten Herausforderin Harriet Hageman, wie Medien in den USA übereinstimmend berichteten.

Wie der Nachrichtensender CNN nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen erklärte, erhielt die 56-jährige Vertreterin des traditionell-konservativen Republikaner-Flügels nur rund 30 Prozent der Stimmen. Ihre Rivalin Hageman kam demnach auf rund 65 Prozent. Die Niederlage der bekanntesten parteiinternen Gegnerin des früheren Präsidenten war erwartet worden.

Nach Wahlniederlage: Cheney will Trump-Rückkehr ins Weiße Haus verhindern

Sie machte aber deutlich, dass sie weiter gegen Trump kämpfen werde und versprach, sie werde „alles“ tun, um die Rückkehr des Rechtspopulisten ins Weiße Haus zu verhindern. „Ich habe seit dem 6. Januar gesagt, dass ich alles unternehmen werde um sicherzustellen, dass Donald Trump nie wieder in der Nähe des Oval Office ist. Und ich meine das auch so.“ Trump schrieb kurz darauf in dem von ihm mitbegründeten sozialen Netzwerk Truth Social: „Liz Cheney ist eine Närrin, die denjenigen, die unser Land zerstören wollen, direkt in die Hände spielt!“

Der 2020 abgewählte Trump hat wiederholt eine erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 ins Spiel gebracht. Cheney warf ihm vor, das gespaltene Land mit seiner aggressiven Rhetorik in „Krise, Rechtlosigkeit und Gewalt“ zu stürzen.

Cheney ist Vizevorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 und hatte bereits nach der Kapitol-Erstürmung als eine von nur zehn Abgeordneten der Republikaner für eine Amtsenthebung Trumps gestimmt. Im Senat kam die notwendige Mehrheit für eine Verurteilung aber nicht zustande. Trump-Unterstützer wollten an diesem Tag nach einer aufrührerischen Rede des damaligen Präsidenten verhindern, dass der Kongress offiziell den Demokraten Joe Biden zum Sieger der Wahl vom November 2020 erklärt.

Cheney wirft Donald Trump schwerste „Pflichtverletzung eines Präsidenten“ vor

Cheney (56) sagte dem Sender CNN kürzlich, Trump habe sich „der schwersten Pflichtverletzung eines Präsidenten in der Geschichte unseres Landes“ schuldig gemacht. Das Mandat der 2016 erstmals ins Repräsentantenhaus gewählten Cheney wird die Anwältin Harriet Hageman antreten. Die 59-Jährige hatte sich im Vorwahlkampf Trumps Falschbehauptungen zu eigen gemacht, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden nur wegen angeblichen massiven Wahlbetrugs verloren.

Nach ihrer Niederlage erklärte Cheney in einer Rede in Jackson: „Vor zwei Jahren habe ich diese Vorwahl mit 73 Prozent der Stimmen gewonnen. Das hätte ich leicht wiederholen können.“ Dafür hätte sie jedoch bei Ex-Präsident Trumps Lüge über die Wahl 2020 mitmachen müssen. „Es hätte erfordert, dass ich seine anhaltenden Bemühungen unterstütze, unser demokratisches System aufzulösen und die Grundlagen unserer Republik anzugreifen. Das war ein Weg, den ich nicht gehen konnte und wollte.“ (tk mit dpa/afp)

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