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Sprecher des Repräsentantenhauses? Trump reagiert 

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Von: Christian Stör

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Ein Teil der Republikaner verweigert Kevin McCarthy bei der Wahl zum Sprecher des Repräsentantenhauses die Gefolgschaft. Wäre Donald Trump eine Alternative?

Update vom Freitag, 6. Januar, 14.25 Uhr: Die Wahl zum Vorsitzenden des Repräsentantenhauses in den USA ist zur Hängepartie geworden. 20 Republikaner weigern sich hartnäckig, ihrem Parteifreund Kevin McCarthy zum „Speaker of the House“ zu wählen. Der Abgeordnete Matt Gaetz nominierte schließlich sogar den früheren Präsidenten Donald Trump offiziell als Kandidaten (s. Erstmeldung).

Donald Trump lächelt, als er am 22. Juli 2022 in Prescott Valley, Arizona, bei einer „Save America“-Kundgebung zur Unterstützung der GOP-Kandidaten von Arizona spricht.
Donald Trump verfolgt das Wahldrama wohl eher belustigt. © MARIO TAMA/afp

Donald Trump selbst findet diesen Vorschlag wohl eher lustig. Zumindest reagierte der frühere Präsident wenige Stunden später, indem er auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social ein Bild veröffentlichte, das ihn zusammen mit Präsident Joe Biden und Vizepräsident im Sitzungssaal zeigt. Trump nimmt die Sache also nicht besonders ernst. Vor der Wahl hatte er die Republikaner aufgefordert, Kevin McCarthy zu wählen, der der republikanischen Fraktion in den vergangenen Jahren vorstand. Trumps Appell ließ die Anti-McCarthy-Fraktion bisher kalt.

Donald Trump als Sprecher des Hauses?

Erstmeldung vom Freitag, 6. Januar: Washington, D.C. - Die Situation im US-Kongress scheint völlig verfahren. Seit Tagen tobt bei den Republikanern ein fast schon unerbittlicher Machtkampf um das höchste Amt im Parlament. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, ein ums andere Mal verweigert eine kleine Gruppe dem Kandidaten Kevin McCarthy die Gefolgschaft. Der Posten des Vorsitzenden des Repräsentantenhauses bleibt damit weiter verwaist. Das Wahldrama lähmt den Kongress und ist für McCarthy eine historische Blamage. Was also können die Republikaner tun?

Nun, sie könnten sich zum Beispiel auf einen anderen Kandidaten für den Posten des „Speaker of the House“ einigen. Wer aber käme da infrage? Für Matt Gaetz ist die Sache offenbar klar: Donald Trump soll es richten. Im elften Wahlgang schickte der Abgeordnete jedenfalls ganz offiziell den früheren Präsidenten ins Rennen. Das ist möglich, da die Abgeordneten laut Verfassung auch für Personen stimmen können, die gar nicht Mitglieder sind. Allerdings hatte in der Geschichte bisher immer ein Mitglied des Repräsentantenhauses auch den Vorsitz inne.

Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, und Melania Trump, ehemalige First Lady, kommen in den Speisesaal zur Silvesterparty in Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida.
Retter in der Not? Die Republikaner könnten auch Donald Trump (hier mit Eherfau Melania Trump bei der Silvesterparty in Mar-a-Lago) zum Sprecher des Repräsentantenhauses machen. © Lynne Sladky/dpa

Republikaner Gaetz nominiert Donald Trump bei Wahl im Kongress

Der glühende Trump-Anhänger Gaetz hatte bereits in vorherigen Wahlgängen seine Stimme für Trump abgegeben, ohne diesen allerdings vorher mit einer Rede formal aufzustellen. Auch diese Art der spontanen Stimmvergabe ist bei der Wahl im Repräsentantenhaus möglich, wenn auch wenig aussichtsreich.

Gaetz steht mit seinem Vorschlag durchaus nicht alleine da. Bereits am Mittwoch (4. Januar) hatte die rechte Abgeordnete Lauren Boebert, die ebenfalls zur Anti-McCarthy-Fraktion gehört, in einem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity offen darüber nachgedacht, dass sie doch vielleicht am besten Donald Trump nominieren sollte. „Es gibt sicherlich Namen, die durch den Raum geistern“, so Boebert. „Und hey, vielleicht sollte ich morgen Präsident Donald J. Trump nominieren.“ Die Antwort von Hannity kam prompt: „Ist das alles nur eine Show?“

Trump als „Speaker of the House“? MAGA und QAnon glauben fest daran

Hier gilt es, einmal kurz einzuhaken. Denn für MAGA-Freaks und QAnon-Gläubige ist das alles andere als eine Show. Vielmehr kursiert die Idee, dass Trump über den Posten des „Speakers of the House“ an die Macht zurückkehren könnte, schon seit langem in den entsprechenden Kreisen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Sprecher in der staatlichen Rangfolge in den USA auf Rang drei nach dem Präsidenten und dessen Vize folgt.

Einige QAnon-Influencer sind tatsächlich der Meinung, dass Trumps Rückkehr Teil eines großen Plans ist, um die Verschwörung des Deep State gegen ihn zu zerschlagen. Dieser Theorie zufolge übernimmt Trump zunächst den Vorsitz in der größeren Kammer des Kongresses, ehe kurz danach Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris als Verräter und Verräterin entlarvt und entweder gleich gehängt oder zumindest nach Guantanamo Bay geschickt werden.

Boeberts Kommentar war am Mittwoch denn auch gleich das große Thema auf verschiedenen Plattformen. Dabei machten viele Trump-Fans auf einen Twitter-Account aufmerksam, von dem sie glauben, dass er vom ehemaligen Präsidenten selbst geführt wird. „il Donaldo Trumpo“ jedenfalls reagierte mit einem herzhaften „BOOOOOOOM!!!“, genauso wie er es auch später tat, als Trump von Matt Gaetz eine Stimme erhielt. Bisher ist der Wumms aber ausgeblieben. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. (cs)

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