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Kevin McCarthy

Donald Trump weigert sich, dem Mob Einhalt zu gebieten

  • vonMirko Schmid
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Kevin McCarthy soll Donald Trump angefleht haben, seine Fans vom Sturm auf das Kapitol zurückzurufen. Es soll zum lautstarken Streit gekommen sein.

  • Kevin McCarthy ist Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus.
  • Am 6. Januar 2021 kam es während des Sturms auf das Kapitol zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen McCarthy und Donald Trump.
  • Alle Hintergrundinformationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Washington D.C. - Für vier Jahre war es der Job von Kevin McCarthy, Donald Trump politische Mehrheiten im Repräsentantenhaus zu beschaffen. Loyal stellte sich der Fraktionschef, erst als Mehrheits-, dann als Minderheitsführer, hinter seinen Präsidenten. Doch am 6. Januar 2021, dem Tag des Sturms auf das Kapitol, kam es wohl zum lautstarken Streit zwischen beiden Männern.

Donald Trump soll gegenüber McCarthy abgelehnt haben, den Angriff auf das Kapitol zu stoppen

Kevin McCarthy soll Donald Trump laut verschiedenen Mitgliedern der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus angerufen haben, während die wütenden und aufgestachelten Trump-Fans den Kongress stürmten. Er erklärte dem damaligen Präsidenten, dass diese Leute seine Anhänger seien und bat ihn eindringlich darum, sie zurückzurufen. Trumps Antwort: "Nun, Kevin, ich denke, diese Leute ärgern sich mehr über die Wahlen als Sie."

Kevin McCarthy: Der Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus bat Donald Trump eindringlich, den Mob von seinem Angriff auf das Kapitol zurückzurufen. (Archivbild)

Daraufhin platzte McCarthy offenbar der Kragen. Er schrie Trump an: „Diese Leute brechen gerade durch ein Fenster in mein Büro ein. Was denken Sie eigentlich, mit wem zur Hölle Sie hier reden?“ Die republikanischen Kongressmitglieder, die CNN über den Anruf berichteten, bekräftigten, dass dieser Austausch gezeigt habe, dass Donald Trump nicht im Geringsten beabsichtigte, die Randalierer zurückzurufen.

Republikanische Abgeordnete: Donald Trump hat seine Pflichten als Präsident verletzt

Dass Trump selbst auf die Aufforderung seines Fraktionschefs hin nicht handelte, bezeichnen einige der Abgeordneten als eine Verletzung seiner Pflichten als US-Präsident. Dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN gegenüber erklärte einer von ihnen: „Donald Trump war kein unbeteiligter Beobachter. Er hat sich bewusst für diese Meute entschieden. Kevin McCarthy hat in diesem Hause am 13. Januar klargestellt, dass Trump die Verantwortung für die Attacke trägt und tragen muss.“

Zur Person
NameKevin McCarthy
Alter56 Jahre (geboren am 26. Januar 1965)
GeburtsortBakersfield, Kalifornien (USA)
AmtMinderheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus
EhepartnerinJudy McCarthy (seit 1992)
KinderConnor McCarthy, Meghan McCarthy

Die Inhalte des Gesprächs wurden erstmals durch die republikanische Abgeordnete Jaime Herrera Beutler (Washington) in einer Town Hall-Veranstaltung öffentlich gemacht, später bestätigte sie diese Äußerung auch gegenüber CNN: „Sie müssen sich nur ansehen, was er während des Aufstands getan hat, um zu wissen, was in Donald Trump vorging. Genau diese Zeile, wonach die Aufrührer sich mehr über die Wahlen ärgern würden als McCarthy, zeigt mir, dass es ihm entweder egal war, was ein Impeachment nach sich ziehen muss, da ein Präsident keinen Angriff auf eigenem Boden zulassen kann. Oder aber er wollte, dass es genau so passiert und hat sich darüber gefreut, was mich so wütend macht.“

Donald Trump und Kevin McCarthy sollen ihre Differenzen inzwischen ausgeräumt haben

Kevin McCarthy selbst scheint seinen Frieden mit Donald Trump bereits wieder gefunden zu haben. Das Team des ehemaligen Präsidenten verbreitete unlängst die Nachricht, dass beide Männer Ende Januar ein „sehr gutes und herzliches“ Treffen gehabt hätten. Gemeinsam wolle man bei den Zwischenwahlen 2022 die Kontrolle über das Repräsentantenhaus von den Demokraten zurückgewinnen.

Donald Trump wiederum sieht sich derweil mit einem zweiten Impeachment-Verfahren gegen ihn konfrontiert. Weil aber ähnlich wie McCarthy auch die Republikaner im US-Senat hinter dem Ex-Präsidenten stehen, scheint eine Verurteilung Trumps nahezu ausgeschlossen. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Michael Reynolds via www.imago-images.de

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