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Donald Trump schaute Kapitol-Sturm 187 Minuten untätig zu

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Von: Katja Thorwarth

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Donald Trump
Dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump drohen Konsequenzen ob seiner Untätigkeit am Tag des Kapitolsturms in Washington. (Archivfoto) © Yuri Gripas / Imago Images

Ex-US-Präsident Donald Trump soll am 6. Januar 2021 von allen Seiten aufgefordert worden sein, die Gewalt am US-Kapitol zu stoppen. Doch er blieb untätig.

Washington D.C. – Ex-Präsident Donald Trump steht während des Untersuchungsausschusses zur Erstürmung des Kapitols am 6. Januar 2021 immer stärker unter Druck. Trump wird vorgeworfen, die Gewalt seiner Anhänger:innen stundenlang bewusst nicht aufgehalten zu haben. Der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson sagte am Donnerstagabend (21. Juli, Ortszeit) in Washington bei einer öffentlichen Anhörung des Gremiums, Trump habe den „Pfad der Rechtlosigkeit und Korruption“ eingeschlagen, um sich an der Macht zu halten.

Trump habe nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 „alles in seiner Macht Stehende getan, um eine Wahl zu kippen“, ergänzte Thompson: „Er hat gelogen, er hat gemobbt, er seinen Eid verraten. Er hat versucht, unsere demokratischen Institutionen zu zerstören.“ Es müsse jetzt nach den Kapitol-Vorfällen „Rechenschaft vor dem Gesetz, Rechenschaft vor dem amerikanischen Volk“ geben, mahnte der Abgeordnete der Demokraten von Präsident Joe Biden.

Sturm auf das US-Kapitol: Donald Trump rief seine Fans nicht zurück

Der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses befasste sich mit den Ereignissen am Tag der Kapitol-Erstürmung selbst. Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger sagte, Donald Trump habe sich am 6. Januar drei Stunden lang geweigert, die Angreifer auf das Kongressgebäude zurückzurufen – und damit seinen Amtseid verletzt. „Von der Behaglichkeit seines Speisesaals aus hat er Fernsehen geschaut, während der Angriff eskalierte.“

Nicht einzugreifen sei kein Versehen des damaligen Präsidenten gewesen: „Er hat sich entschieden, nicht zu handeln.“ Der „Mob“ habe mit der Erstürmung des Kapitols die Zertifizierung von Bidens Wahlsieg unterbrochen - und damit das Ziel des abgewählten Präsidenten erfüllt. „Deswegen ist er natürlich nicht eingeschritten.“

Ein Video von Donald Trump wird während einer Anhörung des Sonderausschusses zum Anschlag auf das US-Kapitol gezeigt.
Ein Video von Donald Trump wird während einer Anhörung des Sonderausschusses zum Anschlag auf das US-Kapitol gezeigt. © Alex Brandon/dpa

Der U-Ausschuss veröffentlichte auch Aufnahmen von Aussagen früherer Mitarbeiter des Weißen Hauses. Der damalige oberste Rechtsberater des Weißen Hauses, Pat Cipollone, sagte aus, er und andere hätten Trump aufgefordert, seine Anhänger zum Verlassen des Kapitols aufzurufen. „Ich denke, ich habe ziemlich deutlich gemacht, dass eine sofortige und eindringliche öffentliche Erklärung nötig war, dass die Leute das Kapitol verlassen müssen.“

Stürmung des Kapitols: Donald Trump kam Aufforderung nicht nach

Bei der Anhörung waren zudem zwei frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses anwesend, die als Zeugen aussagten. Matthew Pottinger, einst Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, gab an, ein Tweet Trumps, in dem er seinen damaligen Vizepräsidenten Mike Pence dafür kritisierte, die Zertifizierung von Bidens Wahlsieg nicht aufzuhalten, habe "Öl ins Feuer gegossen". "Das war der Moment, an dem ich entschieden habe, zurückzutreten."

Die damalige stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Matthews, sagte, der 6. Januar sei „einer der dunkelsten Tage in unserer Geschichte“ gewesen, und „Präsident Trump hat ihn behandelt wie einen festlichen Anlass“.

Sturm auf das Kapitol: Trump forderte Anhänger auf, „auf teufel komm raus“ zu kämpfen

Donald Trump hatte seine Anhänger am 6. Januar in einer aufpeitschenden Rede dazu aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und „auf Teufel komm‘ raus“ zu kämpfen. Hunderte Menschen erstürmten daraufhin das Parlamentsgebäude. Erst Stunden später rief Trump seine Anhänger in einer Videobotschaft auf, „friedlich“ nach Hause zu gehen - und betonte zugleich: „Wir lieben euch. Ihr seid etwas sehr Besonderes.“

Die Kapitol-Erstürmung mit fünf Toten und rund 140 verletzten Polizisten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. Der Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Erstürmung hält seit Wochen eine Reihe öffentlicher Anhörungen ab, um die damaligen Vorgänge aufzudecken. (ktho/AFP)

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