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Keine Begnadigung

„QAnon-Schamane“ ist enttäuscht, dass Donald Trump ihn nicht begnadigt hat

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Im Kapitol wollte Jacob Chansley nur für „positive Schwingungen“ sorgen. Ihm droht dennoch eine lange Haftstrafe – von Donald Trump ist der „QAnon-Schamane“ enttäuscht.

  • Der „QAnon-Schamane“ bereut seine Loyalität zu Donald Trump.
  • Jacob Chansley wurde vom damaligen US-Präsidenten nicht begnadigt.
  • Trump News: Alle Nachrichten rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie auf der FR-Themenseite.

Washington D.C. – Bei den Ausschreitungen im Kapitol stachen einige Personen aus der Menge heraus, vor allem Jacob Chansley, der als „QAnon-Schamane“ bekannt wurde. Am 6. Januar sorgte er noch mit seinem Kostüm – einer Fellmütze mit Hörnern sowie Gesichtsbemalung und einem freien Oberkörper – für Aufsehen. Der 33-Jährige war eine von rund 300 Personen, die im Anschluss an die Unruhen festgenommen wurden.

Zwei Monate später meldet sich Jacob Chansley, der sich selbst Jake Angeli nennt, aus der Haft. In einem Interview bei „CBS News“ äußerte sich der Mann aus Arizona dazu, was ihn dazu bewegt hätte, nach Washington zu kommen – und wie er sich von Donald Trump im Stich gelassen fühlt.

Sturm aufs Kapitol: „QAnon-Schamane“ meldet sich aus der Haft – von Donald Trump „verwundet“

Der Journalistin Laurie Segall erklärte der „QAnon-Schamane“, dass er sein Verhalten am 6. Januar nicht als Angriff auf die USA empfinde. Auf die Frage, was er dort getan hätte, antwortete Chansley: „Naja, ich habe ein Lied gesungen. Und das ist ein Teil vom Schamanismus. Es geht darum, positive Schwingungen in einer heiligen Kammer herzustellen. Ich habe auch Leute davon abgehalten, zu stehlen und diesen heiligen Ort zu verwüsten. Den Senat, okay? Ich habe jemanden daran gehindert, Muffins aus dem Pausenraum zu klauen. Und ich habe in dieser heiligen Kammer auch gebetet, weil es meine Intention war, Gott wieder in den Senat zu bringen.“

Jacob Anthony Chansley, auch bekannt als Jake Angeli, beim Sturm auf das Kapitol.

„Aber Jake“, unterbrach Segall. „Rechtlich gesehen waren Sie nicht berechtigt, diese heilige Kammer, wie Sie sie nennen, zu betreten.“ „Und das bedauere ich sehr“, antwortete Chansley. „Als uns Polizeibeamte hineingewunken haben, dachte ich, dass es akzeptabel wär.“

Jacob Chansley von Donald Trump enttäuscht – keine Begnadigung für den „QAnon-Schamanen“

Ob sich Chansley noch immer für einen Patrioten hält, fragte Segall. „Ich sehe mich selbst als jemanden, der sein Land liebt. Ich sehe mich als jemanden, der an die Verfassung glaubt. Ich sehe mich als jemanden, der an die Wahrheit und unsere Grundsätze glaubt. Ich sehe mich als jemanden, der an Gott glaubt“, so der „QAnon-Schamane“.

Jacob Chansley erzählt Laurie Segall außerdem, dass er sich auf den Rückhalt von Donald Trump verlassen habe. Dass ihn der US-Präsident nicht begnadigte, scheint er nicht verkraftet zu haben. „Ich habe viele Sympathien für Donald Trump entwickelt, weil es so schien, als würden ihn die Medien andauernd schikanieren und dass es das Establishment unnötiger- und unfairerweise auf ihn abgesehen hat“, sagte Chansley. „Darunter habe ich mein ganzes Leben lang gelitten, ob in der Schule oder zuhause. Also habe ich mich in vielerlei Hinsicht mit den Dingen identifizieren können, die Donald Trump durchmachen musste.“

„Ich habe wirklich geglaubt und glaube noch immer, dass ihm etwas an der Verfassung und dem amerikanischen Volk liegt. Deshalb hat mich das tief verwundet und schwer enttäuscht, dass ich und andere nicht begnadigt wurden.“ Ins Kapitol eingedrungen zu sein, bereue er „mit jeder Zelle seines Körpers“, seine Loyalität zu Donald Trump allerdings nicht.

Nach Sturm aufs Kapitol: „QAnon-Schamane“ bereut Loyalität zu Donald Trump

Zusammen mit anderen „Patrioten“ aus Arizona war Jacob Chansley am 6. Januar in die Hauptstadt gereist – auf Bitte von Donald Trump, wie er behauptet. Am Tag darauf habe er sich Behördenangaben zufolge freiwillig beim FBI gemeldet und mitgeteilt, dass es sich bei dem Mann mit Fellmütze und Hörnern um ihn gehandelt hatte. Die US-Justiz widerspricht seiner scheinbar friedlichen Intention allerdings. Er soll Mike Pence eine Drohnachricht hinterlassen und eine Waffe mit sich geführt haben – an seiner Fahnenstange war offenbar eine Speerspitze befestigt.

Jacob Chansley drohen bis zu 20 Jahre Haft. Am Freitag (5.3.2021) wird ein Richter entscheiden, ob der „QAnon-Schamane“ vor seiner Verhandlung auf freien Fuß darf. Beim Aufstand am 6. Januar sind fünf Leute ums Leben gekommen, darunter ein Beamter der Kapitol-Polizei. Dutzende Sicherheitskräfte wurden teils schwer verletzt. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

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