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Donald Trump versucht, was nur einmal in der Geschichte gelang

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Von: Daniel Dillmann

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Nun also doch: Donald Trump tritt trotz seiner Niederlage erneut an und will wieder US-Präsident werden. Historisch stehen die Zeichen auf Erfolg schlecht.

Palm Beach (Florida) – Er macht es noch einmal: Donald Trump will wirklich wieder Präsident werden. Der Ex-Präsident machte sein Versprechen wahr und erklärte aus seinem Wohnsitz Mar-a-Lago seinen Willen zum Comeback und damit verbunden gleich auch das Comeback des ganzen Landes. Eine Jahreszahl für die Rückkehr steht auch schon fest: 2024 wird es so weit sein, wenn die USA das nächste Mal ein Staatsoberhaupt wählen.

Was Donald Trump da versucht, haben zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten vor ihm bereits ausprobiert. Hillary Clinton wollte 2008 für die Demokraten antreten, doch verlor gegen Barack Obama. 2016 versuchte sie ihr Glück erneut, diesmal gegen Donald Trump und mit bekanntem Ausgang. Richard Nixon scheiterte 1960, gewann dafür 1968 und wurde schließlich Präsident. Daneben gibt es zahlreiche weitere Geschichten von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Comeback-Versuchen in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft.

Doch Präsidenten, die wie Donald Trump an ihrer Wiederwahl scheiterten und es dennoch ein weiteres Mal versuchten, die gibt es nur sehr selten – mit Trump genau eine Handvoll. Nur einem einzigen gelang es aber auch, die Wahl im dritten Anlauf zu gewinnen.

Donald Trumps geistige Vorfahren - nur einer gewann die Wiederwahl

Der erste geistige Vorfahre Donald Trumps war Martin van Buren. Wie der Milliardär kam auch van Buren aus New York, allerdings aus einfachen Verhältnissen. Er gilt gemeinsam mit Andrew Jackson als einer der Begründer der Demokratischen Partei in den 1830er Jahren. 1837 bis 1841 wurde er zum achten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Die Präsidentschaftswahl 1840 verlor van Buren. Vier Jahre später versuchte er das politische Comeback, aber die heftig in innerparteiliche Streitereien verwickelte Demokratische Partei nominierte stattdessen James Polk - einen Befürworter der Sklaverei. Van Buren versuchte sich kein viertes Mal an einer Nominierung.

Donald Trump tritt wieder an - kein Republikaner hat das bislang geschafft

Auch Theodore Roosevelt kämpfte einst um das Comeback als US-Präsident. Im Gegensatz zu Donald Trump hatte Roosevelt zu diesem Zeitpunkt bereits acht Jahre als Staatsoberhaupt gedient. Doch nach seinem Amtsende 1909 war er mit der Politik seines von ihm selbst gewählten Nachfolgers William H. Taft dann doch nicht mehr zufrieden. 1912 forderte er Taft in der Vorwahl der Republikanischen Partei heraus. Roosevelt wollte eine dritte Amtszeit. Das wäre zu diesem Zeitpunkt auch noch möglich gewesen. Erst 1947 wurde der 22. Verfassungszusatz beschlossen, der die Amtszeit eines Präsidenten auf zwei Perioden beschränkt. Doch die Republikaner verhinderten auf dem Nominierungsparteitag den Tabubruch, entschieden sich gegen Roosevelt und für Amtsinhaber Taft.

Donald Trump mit Ehefrau Melania Trump in Mar-a-Lago, kurz nach seiner Ankündigung, sich erneut um die US-Präsidentschaft zu bewerben.
Donald Trump mit Ehefrau Melania Trump in Mar-a-Lago, kurz nach seiner Ankündigung, sich erneut um die US-Präsidentschaft zu bewerben. © Rebecca Blackwell/dpa

Auch der nächste Präsident, der es wie Donald Trump trotz einer Niederlage noch einmal wissen wollte, war Republikaner. Herbert Hoover regierte die USA von 1929 bis 1933 als ihr 31. Präsident. Eine zweite Amtszeit blieb ihm verwehrt, Hoover scheiterte bei der US-Wahl 1932 deutlich an Franklin D. Roosevelt, dem Demokraten und Erfinder des „New Deal“. Hoover galt zum Zeitpunkt seiner Niederlage als unbeliebtester Präsident der vergangenen 50 Jahre. 1936 unterstützte Hoover den Republikaner Alf Landon, der ebenfalls gegen Roosevelt verlor. 1940 versuchte Hoover es dann selbst wieder und bewarb sich um die Nominierung der Republikaner für die US-Wahl. Doch der Versuch scheiterte kläglich. Kaum Delegierte hatten Interesse an einer Rückkehr des einst so krachend gescheiterten Kandidaten.

Donald Trump will wieder Präsident werden – das gelang bisher nur einem Demokraten

Der einzige Mensch, dem gelang, was Donald Trump nun versucht, ist Grover Cleveland. Der ehemalige New Yorker Gouverneur war von 1885 bis 1889 der erste US-Präsident der Demokraten. Vier Jahre später wurde ihm eine zweite Amtszeit verwehrt, Cleveland verlor die Wahl gegen den Kandidaten der Republikaner, Benjamin Harrison. Der gescheiterte Präsident zog sich ins Privatleben zurück und trat aus „purer Langeweile“ vier Jahre später wieder an, wie das US-Magazin Politico schrieb. Er setzte sich bei den Vorwahlen der Demokraten durch, errang die Nominierung und gewann die US-Wahl 1892. Er ist damit bis heute der einzige von insgesamt 45 US-Präsidenten, der zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinanderfolgten. Das, was bislang nur einem Demkraten gelang, will Donald Trump jetzt erstmals als Republikaner schaffen. (Daniel Dillmann)

Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version des Artikels stand, dass Grover Cleveland „der einzige von insgesamt 46 Präsidenten“ gewesen sei, der zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinanderfolgten. Korrekt aber ist, dass Cleveland der einzige von insgesamt 45 Präsidenten war. Wir bitten, diese Ungenauigkeit zu entschuldigen.

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