US-Wahl 2020

Trump-Anwalt Rudy Giuliani beschuldigt Kamala Harris, Kifferin zu sein

  • Stefan Krieger
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Donald Trump hat eine neue Lieblingsgegnerin: Biden-Vize Kamala Harris. Nun verbreitet er eine abseitige Verschwörungstheorie, die rassistische Untertöne aufweist.

  • Donald Trump verbreitet mit rassistischen Untertönen versehenen Theorie über Kamala Harris
  • Zudem stellt der US-Präsident die Senatorin aus Kalifornien als radikale Linke dar
  • Rassismus-Vorwürfe gegen Donald Trump werden auch nach „Hausfrauen-Tweet“ laut

Update vom Sonntag, 16.08.2020, 10.40 Uhr: Die Schlammschlacht geht weiter. Auf einer Veranstaltung einer Polizeigewerkschaft bezeichnete der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani Joe Bidens Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris als „schrecklichen Staatsanwalt“ und „Mobber“, wie „Newsweek" berichtet.

Steht voll hinter Donald Trump: Rudy Giuliani

Bei der Veranstaltung, bei der auch US-Präsident Donald Trump anwesend war, sagte er über Harris in ihrer Funktion als Staatsanwältin von San Francisco: „Sie hat 1.500 Marihuana-Raucher einsperren lassen - Raucher, keine Dealer. Und als sie gefragt wurde, ob sie selbst rauche sagte sie nur: ‚Ha ha ha, klar.‘ Und jetzt erzählt mir, sie wäre keine fürchterliche Person“.

Unterdessen lobte er Trump dafür, dass er sich landesweit für Polizisten einsetzen wollte. „Wir brauchen ihn mehr als er uns braucht“, sagte Giuliani über den Präsidenten.

Donald Trump verbreitet rassistische Verschwörungstheorie über Kamala Harris

Update vom Freitag, 14.08.2020, 7.45 Uhr: Donald Trump kämpft an allen Fronten gegen Biden-Vize Kamala Harris. Zunächst stellte er sie als radikale Linke dar, die die USA in den quasi-kommunistischen Abgrund führen werde. Doch Trump kann natürlich auch Rassismus. So hat er jetzt während einer Pressekonferenz im Weißen Haus offen in Frage gestellt, ob Harris als Tochter von Einwanderern überhaupt das Recht besitze, die zweithöchste Position im Staat auszuüben.

Auf eine entsprechende Verschwörungstheorie angesprochen, sagte Trump, er habe „gehört, dass sie nicht die Anforderungen erfüllt“. Halbherzig wiegelte er danach ab, dass er keine Ahnung habe, ob das wirklich stimme. Die Frage sei „sehr ernst“, er werde sich das „anschauen“. Trump bezog sich auf einen Artikel des Anwalts John C. Eastman, der dort derart krude Theorien zum Immigrationsstatus der Eltern von Kamala Harris aufstellt, dass Harvard-Professor Laurence Tribe nicht umhin konnte, Eastman in der „New York Times“ auf eine Ebene mit einem Flacherdler zu stellen.

Denn die Verfassung der USA ist in dieser Frage ganz eindeutig: „Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Gesetzeshoheit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten und des Einzelstaates, in dem sie ihren Wohnsitz haben.“ So steht es im 14. Verfassungszusatz, die Frage nach dem Status der Eltern ist völlig irrelevant. Harris, die 1964 im Bundesstaat Kalifornien geboren wurde, ist US-Bürgerin und darf Vizepräsidentin werden.

Doch für Trump ist das ja nichts Neues. Schon in der Vergangenheit war er einer der Hauptverfechter der „Birther“-Theorie, die in rechten Kreisen weit verbreitet war. Laut dieser mit rassistischen Untertönen versehenen Theorie wurde der frühere Präsident Barack Obama nicht in den USA geboren und hätte damit nicht Präsident werden dürfen. Trump und andere forderten vehement eine Veröffentlichung von Obamas Geburtsurkunde - einer Forderung, der der im US-Bundesstaat Hawaii geborene Präsident schließlich nachkam.

Donald Trump zweifelt das Recht von Kamala Harris auf die Vizepräsidentschaft wegen ihrer Einwanderer-Eltern an.

Donald Trump bastelt an neuer Strategie gegen Kamala Harris

Washington, DC – Nachdem der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden den Namen seiner möglichen Vizepräsidentin enthüllt hatte, ließen die ersten verbalen Attacken Donald Trumps gegen die Senatorin Kamala Harris nicht lange auf sich warten. In einer Pressekonferenz im Weißen Haus bezeichnete Trump Harris als „nasty“ („bösartig“). Das war womöglich nur ein Ausblick darauf, was bis zur US-Wahl 2020 am 3. November noch kommt. Eine Strategie hat Trump dabei anscheinend auch schon.

Zuvor berichtete Donald Trump in seiner Rede, dass er die Karriere von Kamara Harris schon seit Längerem mitverfolge. Und mehr sogar: Trump spendete 2011 und 2013 insgesamt 6000 Dollar für den Wahlkampf der damaligen kalifornischen Justizministerin – lange bevor er für die Republikaner in die Politik ging.

Ein Trump-Insider: „Kamala Harris wird Joe Biden überschatten“

Das Magazin Vanity Fair berichtet von einem Insider, der behauptet, Donald Trump hatte zunächst nicht damit gerechnet, dass Joe Biden die kalifornische Senatorin Kamala Harris zur Kandidatin auf die Vizepräsidentschaft ernennt. Vielmehr rechnete Trump den Aussagen des Insiders zufolge mit der Ernennung von Karen Bass. Einer Kandidatin, die Biden nach Trumps Auffassung nicht überstrahle, wie es bei Kamala Harris der Fall ist.

Die Vanity Fair zitiert den namentlich nicht genannten Trump-Berater so: „Das ist nicht Mike Pence und Donald Trump, oder Joe Biden und Barack Obama. Kamala Harris wird Biden ständig überschatten. In drei bis vier Wochen wird er merken, dass er einen dummen Zug gemacht hat.“

US-Wahl 2020: Donald Trumps Wahlteam gespalten in Bezug auf Kamala Harris

Die historische Entscheidung Joe Bidens, mit Kamala Harris erstmals eine schwarze Frau mit südasiatischen Wurzeln für eine bedeutende Position im Staat zu ernennen, spaltet das Lager um Donald Trump. Die Vanity Fair berichtet von einer republikanischen Quelle, die fürchtet, verbale Attacken gegen die geschickte Debattiererin Harris könnten im Zeitalter der „#metoo-Bewegung“ Gegenreaktionen auslösen und im Umkehrschluss wichtige Wählerstimmen bei der US-Wahl 2020 kosten.

Donald Trumps-Wahlkampagne: Kamala Harris eine radikale Linke?

Weiter berichtet der Trump-Berater von anderen Angehörigen der Wahlkampagne Donald Trumps, die optimistisch sind, Kamala Harris als radikale Linke darstellen zu können und somit die Befürchtung zu schüren, dass ein Erfolg von Joe Biden zu Unruhen in demokratisch geprägten Städten führen könne.

Mit seiner Mutmaßung, dass die „Vorstadt-Hausfrau“ für ihn stimmen würde, hat Donald Trump daraufhin Rassismus-Vorwürfe ausgelöst. „Sie wollen Sicherheit und sind begeistert, dass ich das lange bestehende Programm beendet habe, mit dem der Wohnungsbau für Menschen mit niedrigem Einkommen in ihre Nachbarschaften eindrang“, twitterte Trump.

Laut Donald Trump plane sein Gegenkandidat Joe Biden bei einem Sieg in der US-Wahl 2020, eben jenes Wohnungsbauprojekt in vergrößerter Form umzusetzen. Dazu sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: „Wenn die Linke an die Macht kommt, wird keine Stadt oder Vorstadt in unserem Land sicher sein.“

Donald Trump erntet Rassismus-Vorwürfe für seinen „Hausfrauen-Tweet“

Dem entgegnete der ebenfalls in dem Tweet von Donald Trump erwähnte Corey Booker, demokratischer Senator und Afroamerikaner, auf Twitter: „Ihr Rassismus kommt durch.“

Die Häuser in dem unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama gestarteten Programm Affirmatively Furthering Fair Housing (AFFH) werden oft von Schwarzen und Lateinamerikanern bewohnt. Das Lincoln Project, eine Gruppe von Trump-Kritikern aus den Reihen der Republikanischen Partei, bezeichnete Donald Trump als Reaktion auf seinen Tweet als einen «rassistischen alten Mann». (Yannick Wenig/dpa)

Donald Trump dreht der Post in den USA den Geldhahn zu. Den Grund versucht er gar nicht erst zu verheimlichen: Es geht um die Präsidentschaftswahl im November.

In einem Enthüllungsbuch gibt der ehemalige Anwalt von Trump vernichtende Details über den Präsidenten preis.

Auf einem virtuellen Parteitag der Demokraten wird Joe Biden offiziell nominiert. Michelle und Barack Obama sowie Biden-Vize Kamala Harris sind nur einige der berühmten Redner. Unterdes plant Donald Trump zur gleichen Zeit eine Wahlkampf-Tour.

Rubriklistenbild: © Erik S. Lesser/dpa

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