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Textnachrichten am 6. Januar

Donald Trump Jr. „wusste alles – und er hat die Nummer seines Vaters nicht“

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Die Textnachrichten, die Donald Trump Jr. während des Sturms auf das Kapitol an seinen Vater schickte, machen in den USA die Runde durch die TV-Shows.

Washington D.C. – Ein aufgebrachter Mob stürmte am 6. Januar das Kapitol in der Hauptstadt der USA. Rund 800 Menschen verschafften sich Zutritt, randalierten in den Räumen des Kongresses und bedrohten Abgeordnete. Fünf Menschen starben infolge der Ereignisse. Kurz zuvor hatte Donald Trump die Menge aufgefordert, vor das Kapitol zu ziehen und gegen die Vereidigung von Joe Biden „zu kämpfen“.

Den Sturm auf das Kapitol und wie es dazu kommen konnte – diese Fragen soll ein Untersuchungsausschuss im Repräsentantenhaus der USA klären. Auch die Rolle, die Donald Trump in alldem gespielt hat, soll aufgearbeitet werden. Zu diesem Zweck las Liz Cheney, Abgeordnete der Republikaner, Textnachrichten vor, die Mark Meadows, Trumps damaliger Stabschef, erhalten hatte. Absenderinnen und Absender waren illustre Persönlichkeiten der politischen Rechten in den USA: Fox News-Moderatorin Laura Ingraham sowie ihre Kollegen Brian Kilmeade und Sean Hannity. Außerdem: Donald Trump Jr.

Kontroverse Familienbeziehungen: Donald Trump Junior und Vater Donald Trump. (Archivbild)

Sturm aufs US-Kapitol: Donald Trump Jr. versuchte, auf seinen Vater einzuwirken

Mehrfach kontaktierte der Sohn den Stabschef seines Vaters am 6. Januar. Donald Trump Jr. bedrängte Meadows immer wieder, auf seinen Vater einzureden. „Wir brauchen eine Ansprache aus dem Oval Office. Er muss uns nun anführen“ schrieb er, und: „Der Tweet zur Kapitolspolizei ist nicht genug!“ Die ganze Sache sei „aus dem Ruder gelaufen. Es geht zu weit.“

Selbstredend schlugen die nun veröffentlichten Textnachrichten von Donald Trump Jr. an Mark Meadows in den USA hohe Wellen – und lieferten den Late Show-Moderatoren Futter für bissige Häme in Richtung der Familien von Trump und dem Personal von Fox News. Denn vor allem dort wurde der Aufstand am 6. Januar wahlweise verharmlost oder der Antifa in die Schuhe geschoben.

ie drängenden Nachrichten am Tag des Kapitolsturms aber beweisen, dass Ingraham, Hannity und Co. sehr wohl die Dramatik bewusst und sie genau wussten, wer für die Gewalt verantwortlich war, außerdem um wessen Gefolgsleute es sich bei dem Mob handelte. Im Vorfeld zu den Ereignissen hatte Fox News in seiner Meinungssparte Trumps Legende vom großen Wahlbetrug immer wieder verbreitet und so erst groß gemacht. TV-Host Jimmy Kimmel lobte deshalb die „schauspielerische Leistung“ der drei Persönlichkeiten von Fox News. Sein Kollege vom Sender Comedy Central, Daily Show Moderator Trevor Noah, verglich das Trio mit einer „Stewardess, die die Gäste beruhigt und danach ins Cockpit geht und schreit: Gibt es hier niemanden, der das Flugzeug fliegen kann?“

Donald Trump Jr.: Textnachrichten an Meadows sorgen für Spott im US-Fernsehen

Doch am meisten Freude bereitet es den US-Medien aktuell, sich am Verhältnis von Donald Trump Jr. und seinem Vater zu belustigen. Allen voran Stephen Colbert. Der Moderator der „Late Show“ widmete den Textnachrichten einen halben Monolog. Man sei in den Staaten ein wenig „zu bequem geworden, mit dem Beinahe-Tod der Republik“.

Zur Person
NameStephen Colbert
Alter57 Jahre (geboren am 13. Mai 1964 in Washington DC)
BerufSatiriker, Comedien, Moderator
ShowThe Late Show (seit 2015)
EhepartnerinEvelyn McGee-Colbert (seit 1993)

Doch die „große Geschichte hier“ seien die Textnachrichten von Donald Trump Jr. Die wiederum würden zwei Dinge beweisen: „Erstens: Don Jr. wusste, dass sein Vater verantwortlich war und nicht in der Lage zu führen. Zweitens: Er hat die Handynummer seines Vaters nicht.“ Den wahrscheinlichen Grund, warum Donald Trump seine Handynummer vor seinem ältesten Sohn geheim halte, nannte Colbert auch: „Du kannst sie ihm nicht geben. Es ist zu riskant. Er könnte sie Eric [Trump] geben.“ (dil)

Rubriklistenbild: © Douglas P. Defelice/afp

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