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USA

Neue Enthüllungen über Donald Trump Jr.: „Er muss diese Scheiße verurteilen“

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Textnachrichten von Donald Trump Jr. und Fox News Persönlichkeiten an Mark Meadows werfen ein ganz anderes Licht auf den engsten Kreis von Donald Trump.

Washington D.C. – Fast ein Jahr ist es her, dass ein Mob den US-Kongress stürmte. Noch bis heute beschäftigen die Ereignisse am 6. Januar die Behörden, die Politik und die Medien in den USA. Im Mittelpunkt steht nach wie vor die Frage nach der Rolle, die der damalige US-Präsident Donald Trump bei den Ausschreitungen gespielt hatte.

Eine Antwort darauf möchte auch der Untersuchungssausschuss des US-Repräsentantenhauses finden. Dieser hatte unter anderem Mark Meadows vorgeladen. Doch der Ex-Stabschef von Donald Trump im Weißen Haus verweigerte die Aussage und muss deshalb nun mit einer formellen Klage rechnen.

Donald Trump Jr. mit seiner Lebensgefährtin Kimberly Guilfoyle, ehemalige Moderatorin bei Fox News.

Donald Trump Jr. fleht Mark Meadows am Tag des Kapitolsturms an

Was Meadows, wie viele andere, nicht verhindern konnte, war, dass Unterlagen, Mobiltelefone und Laptops den Behörden übergeben wurden, um mögliche Beweise sicherzustellen. Es dauerte nicht lange, bis die Ermittlerinnen und Ermittler fündig wurden. Was sie fanden, belastet nicht nur Donald Trump selbst, sondern gibt auch Einblicke in das Verhältnis zwischen dem Vater und seinem ältesten Sohn: Donald Trump Jr.

Im entsprechenden Ausschuss war es ausgerechnet Liz Cheney, die Nachrichten von Donald Trump Jr. an Mark Meadows vorlas. Cheney, Mitglied der republikanischen Partei, gehört zu den Intimfeinden von Donald Trump. Beim zweiten Impeachment-Verfahren gegen Trump war sie eine von zehn republikanischen Abgeordneten, die im Repräsentantenhaus für die Amtsenthebung des Präsidenten gestimmt hatten. Im weiteren Verlauf legte sich die Tochter der republikanischen Legende Dick Cheney immer wieder mit Donald Trump an.

Donald Trump: Erzfeindin Liz Cheney liest Textnachrichten im US-Kongress vor

Nun also las Liz Cheney im Repräsentantenhaus Nachrichten vor, die Donald Trump Jr. an Mark Meadows geschickt hatte – und in denen er den Stabschef seines Vaters fast schon anflehte, auf diesen einzuwirken. „Wir brauchen eine Ansprache aus dem Oval Office“, schrieb Donald Trump Jr. an Meadows. Trump Senior sollte so auf den Mob einwirken, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade gewaltsam Zutritt zu den Kongressgebäuden verschaffte. Cheney sagte, Trump Junior habe „immer und immer wieder“ an Meadows appelliert, auf seinen Vater einzuwirken. „Er muss diese Scheiße verurteilen, und zwar SOFORT“, Trump Junior. „Der Tweet zur Kapitolspolizei ist nicht genug!“ Der 43 Jahre alte Sohn ermahnte den Stabschef seines Vaters, diesen zu bändigen: „Das geht zu weit“, so Trump Jr.

Einen Tag vor dem Sturm aufs Kapitol: Ivanka Trump, Kimberly Guilfoyle und Donald Trump Junior auf dem Weg ins Weiße Haus.

Bezeichnend ist neben der Ignoranz, die Donald Trump an dem Tag zur Schau trug, dass sein eigener Sohn offenbar den Weg über einen Angestellten suchen muss, um überhaupt mit seinem Vater kommunizieren zu können. Dass das Verhältnis zwischen Donald Trump Senior und Donald Trump Junior nicht das Allerbeste ist, darüber gibt es bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit im Unterhaltungsfernsehen immer wieder Gerüchte. In einem Interview mit dem Nachrichtensender MSNBC äußerte sich die Cousine von Donald Trump Jr. über dessen Beziehung zu seinem Vater: „In diesem konkreten Fall war es einfach Feigheit. Donny wusste, dass die Nachricht, die er überbringt, nicht die war, die sein Vater hören wollte.“

Donald Trump Jr. ist nicht der Einzige, der sich Sorgen machte

Doch Donald Trump Jr. war wohl nicht der Einzige, der an diesem Tag auf Mark Meadows einzuwirken versuchte. Entgegen ihrer offiziellen Behauptungen machten sich offenbar auch mehrere Persönlichkeiten von Fox News beim Anblick des gewalttätigen Mobs in Washington D.C. so ihre Gedanken. Sowohl Brian Kilmeade als auch Laura Ingraham und Sean Hannity, alle drei Trump-Fans bis aufs Blut, schrieben demnach Nachrichten an Meadows. „Bitte stell ihn sofort vor eine Fernsehkamera“, flehte Kilmeade und ergänzte: „Die zerstören gerade alles, was Ihr erreicht habt!“ Ingraham wurde noch deutlicher. Sie schrieb an Meadows: „Trump zerstört gerade sein Vermächtnis.“ Hannity fragte Meadows: „Kann [Trump] vor die Kameras treten und die Leute auffordern, wieder nach Hause zu gehen?“

Selbstredend hatten die Fox News Persönlichkeiten nach dem Bekanntwerden ihrer Nachrichten an Mark Meadows ihrem Publikum einiges zu erklären. Immerhin lesen sich diese so ganz anders als das, was die Drei fast täglich in ihren Fernsehshows so von sich geben. Sean Hannity bestand darauf, dass er „privat dieselben Sachen sagt, die ich Ihnen alle sage“. Der viel größere Skandal sei doch vielmehr, dass seine Privatsphäre gestört worden sei. „Wo ist der Aufschrei darüber, dass meine privaten Textnachrichten veröffentlicht werden? Glauben wir überhaupt noch an den Schutz des Privaten? Anscheinend nicht“, so Hannity - derselbe Mann, der jahrelang die Veröffentlichung von angeblich kompromittierenden privaten E-Mails von Hillary Clinton gefordert hatte. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © Ron Sachs/imago

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