1. Startseite
  2. Politik

Donald Trump Jr. jammert über „Heldin“ Nancy Pelosi

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Für Donald Trump Jr. bleibt unverständlich, wie Nancy Pelosi zur „Heldin“ werden kann, obwohl sie seinem Vater doch Gewalt angedroht hat.
Donald Trump Jr. sorgt sich um seinen Vater, dem Nancy Pelosi Prügel angedroht hatte. (Archivbild) © MELISSA SUE GERRITS/AFP

Für Donald Trump Jr. bleibt unverständlich, wie Nancy Pelosi zur „Heldin“ werden kann, obwohl sie seinem Vater doch Prügel androhte.

Washington, D. C. - In einem kurzen Video hat Donald Trump Jr. seinem Ärger mal wieder Luft gemacht. Stein des Anstoßes diesmal war Nancy Pelosi. Videoaufnahmen waren aufgetaucht, die die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses während des Sturms aufs Kapitol am 6. Januar zeigen. Pelosi musste wie die übrigen Kongressabgeordneten vor dem wütenden Mob in Sicherheit gebracht werden.

Doch statt davonzurennen wie zum Beispiel Minderheitsführer der Republikaner, Kevin McCarthy, zeigte sich Nancy Pelosi furchtlos und als mutige Politikerin. In Telefonaten unter anderem mit der Bürgermeisterin von Washington, D. C., Muril Bowser, versuchte sie, Unterstützung für die überforderte Kapitolspolizei zu erhalten. Ihren Angestellten und Kolleg:innen sprach sie Mut zu. In Richtung von Donald Trump, Ex-Präsident der USA und Mit-Verursacher für die Gewalt am 6. Januar, sagte sie: „Ich würde ihn am liebsten verprügeln.“

Vor den Midterms: Donald Trump Jr. regt sich über gute Presse für Nancy Pelosi auf

Das verschaffte der Demokratin kurz vor den Midterms in den USA viel medialen Zuspruch. Gleichzeitig brachte es Donald Trump Jr. auf die Palme. Er beschwerte sich vor allem darüber, dass die 82 Jahre alte Pelosi seinem Vater Prügel androhte: „Sie sagte, ich werde Trump schlagen. Wie kommt es, dass die Medien so reagieren, als wäre sie diese große Heldin, die hart redet und Gewalt predigt?“ In vollkommener Naivität grübelt der 44 Jahre alte Präsident der Firma seines Vaters: „Mir wurde gesagt, das sei eine große Gefahr für die Demokratie.“ Die Schlussfolgerung Juniors: „Es stellt sich also heraus, dass Nancy Pelosi am 6. Januar die einzige gewählte Abgeordnete war, die tatsächlich zur Gewalt aufrief.“

Die tatsächliche Gewalt am 6. Januar spielte sich aber nicht in Donald Trumps Gesicht ab, sondern zunächst auf den Stufen des Kapitols und später in den Gebäuden selbst. Trump hatte seine Anhängerinnen und Anhänger aufgefordert, gemeinsam mit ihm „zum Kapitol zu marschieren“, um die Vereidigung von Präsident Joe Biden zu verhindern. Zuvor hatte sein Vertrauter und Ex-Anwalt Rudy Giuliani auf derselben Bühne den Mob mit folgenden Worten angeheizt: „Lasst uns einen Zweikampf austragen!“ Während des Aufstands, in dessen Zuge fünf Menschen ihr Leben verloren, soll Trump sich geweigert haben, seine Anhänger zur Zurückhaltung aufzufordern - obwohl mehrere Personen in seinem Umfeld, darunter seine älteste Tochter Ivanka Trump, genau das von ihm verlangt hatten.

Midterms in den USA - Umfragen deuten knappes Rennen an

Inwieweit das Verhalten führender Republikaner am 6. Januar die Gunst der Wählerschaft beeinflusst, wird der 8. November zeigen. An diesem Tag wählen die USA in den Midterms mehrere Gouverneure, das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats. Die Umfragen zu den Midterms deuten ein knappes Rennen zwischen den beiden großen Parteien der USA an. (Daniel Dillmann)

Auch interessant

Kommentare