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Donald Trump Jr. verteidigt WM in Katar mit Pädophilie-Vorwurf

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump Junior hat auch zur WM in Katar eine Meinung, die er ungefragt mitteilt. (Archivbild)
Donald Trump Junior hat auch zur WM in Katar eine Meinung, die er ungefragt mitteilt. (Archivbild) © IMAGO/Jefferee Woo

Laut Donald Trump Jr. sollte der Westen sich während der WM mit Kritik an der Unterdrückung Homosexueller in Katar zurückhalten.

Washington, DC - Ein Fußballfan ist Donald Trump Jr. sicher nicht. Der Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zählt Angeln und die Großwildjagd zu seinen Hobbys. Doch nun ist einmal die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und auch dazu hat Trump Jr. eine Meinung. Ungefragt teilt er diese seinen Zuhörer:innen in den USA pünktlich zu Thanksgiving mit.

Dazu angeregt sah sich Donald Trump Jr. offenbar durch die Kritik an der WM in Katar. Der Wüstenstaat hat die Berichterstattung über die WM stark eingeschränkt. Die Kritik am Umgang mit Gastarbeitern, die Frauenrechte und die Rechte von LGTBQ-Personen konnte das nicht verhindern. In Katar ist Homosexualität illegal. Sexuelle Handlungen zwischen Personen gleichen Geschlechts werden mit zu drei Jahren Gefängnis bestraft. DFB-Kapitän Manuel Neuer durfte eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben nicht tragen. Fans wurde das Tragen von Kleidung mit Symbolen der LGBTQ-Bewegung nach internationaler Kritik gestattet

Donald Trump Jr. verteidigt LGBTQ-Politik Katars

International trifft die homosexuellenfeindliche Politik Katars auf viel Kritik. Doch nicht bei Donald Trump Jr. Der Sohn eines sehr reichen Vaters, der in seinem Leben bislang nur in der Firma seines Vaters Arbeit gefunden hat, stellte sich auf Twitter an die Seite der Scheichs von Katar und verteidigte ihre Politik gegenüber Kritik aus dem Westen. Dabei stellte Trump Jr. eine eigenwillige Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie her und schaffte es gleich noch, Kritik am angeblichen Impfzwang im Westen unterzubringen.

„Nachdem Pädophilie und die Sexualisierung unserer Kinder ignoriert wurden und den Menschen gegen ihren Willen und mit schwerwiegenden Folgen Impfungen aufgezwungen wurden, hat der Westen sämtliche moralische Überlegenheit verloren“, schrieb Trump Jr. auf Twitter. Der Westen müsse „aufhören darüber zu meckern, dass Katar seine Überzeugungen auch bei der Weltmeisterschaft durchsetzt.“

Donald Trump Jr. stellt Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie her

Warum Donald Trump Jr. die Corona-Impfung in dieser Debatte erwähnt, bleibt sein Geheimnis. Bestens dokumentiert ist dagegen der Umgang Katars mit der Corona-Krise. Während der Hochphase hatte der Staat wie viele Länder im Westen zahlreiche Beschränkungen für nicht-geimpfte Personen erlassen. Tourist:innen, die keine Corona-Impfung erhalten hatten, war laut dem katarischen Außenministerium die Einreise vorübergehend nicht gestattet. Laut einer offiziellen Regierungserklärung wurde es allen Einwohnerinnen und Einwohnern Katars „strengstens empfohlen“, sich gegen Corona impfen zu lassen. Laut Daten der WHO liegt die Impfquote gegen Corona in Katar bei 100 Prozent.

Bleibt also die Verbindung, die Donald Trump Jr. zwischen Homosexualität und Pädophilie zu ziehen scheint. Laut einer Studie des Nationalen Zentrums für biotechnologische Informationen aus dem Jahr 1992 liegt das Verhältnis von heterosexuellen zu homosexuellen Pädophilen bei ungefähr 11:1. (Daniel Dillmann)

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