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„Lincoln Project“

Donald Trump Jr. beschimpft Republikaner als „Pädophile“ - QAnon-Anhängerin legt nach

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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  • Mirko Schmid
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Nachdem Rudy Giuliani dem Lincoln Project die Schuld für den Sturm auf‘s Kapitol in die Schuhe schieben wollte, tritt Donald Trump Jr. nach.

  • Steve Bannon lässt Rudy Giuliani im Live-Interview auflaufen.
  • Der ehemalige Chef-Berater von Donald Trump weist den Anwalt des ehemaligen Präsidenten öffentlich zurecht.
  • Alle Neuigkeiten rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Update vom Montag, 01.02.2021, 9.02 Uhr: Auch die erst kürzlich ins Repräsentantenhaus gewählte Republikanerin Marjorie Taylor Greene wettert auf Twitter gegen das „Lincoln Project“. Die Anti-Trump Organisation hat auf den Angriff reagiert, indem es behauptete, Greene habe nicht die Reichweite, um eine Reihe von Behauptungen im Trump-Stil zu erheben. Greene hatte das Lincoln Project als „Verräter“ und „Bidens kleines Werkzeug“ bezeichnet.

Die rechte Republikanerin ist große Donald Trump- und QAnon-Anhängerin. Die Wahl mehrerer muslimischer Abgeordneter der Demokraten ins Repräsentantenhaus vor gut zwei Jahren nannte sie in einem Video „eine islamische Invasion“, berichtet die DPA. US-Medien teilen unter Berufung auf inzwischen meist gelöschte Beiträge in sozialen Medien aus den vergangenen Jahren mit, Marjorie Taylor Greene habe im Januar 2019 einen Facebook-Post mit einem „Like“ versehen, in dem ein User vorschlug, der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, „eine Kugel in den Kopf“ zu schießen.

Tritt auf Twitter in die Fußstapfen seines Vaters: Donald Trump Jr.

Trump-Anhängerin und QAnon-Sympathisantin: Marjorie Taylor Greene bezeichnet Lincoln Project als „Verräter“

Das Hin und Her auf Twitter hat damit begonnen, dass das Lincoln Project den Hashtag #TraitorMcCarthy populär machen wollte. Der Republikaner Kevin McCarthy, Minderheitenführer des Repräsentantenhauses, traf sich am Donnerstag (28.01.2021) Donald Trump in Florida und lobte ihn überschwänglich. Zuvor hatte er Trump noch mitverantwortlich für den Sturm aufs Kapitol gemacht. Nach dem Treffen sagte McCarthy in einer Erklärung: „Die Popularität von Präsident Trump war noch nie so stark wie heute, und seine Billigung bedeutet mehr als vielleicht jede Billigung zu irgendeinem Zeitpunkt.“

Marjorie Taylor Greene feuerte zurück und nannte sie „Verräter“ und „ein Haufen letzter Verlierer Amerikas“, die sich „in derselben Grube wie die blutrünstigen Medien und die sozialistischen Demokraten suhlen“. Greene gab nach einem Telefonat mit Donald Trump an, seine volle Unterstützung zu haben.

Die Republikanerin Marjorie Taylor Greene bezeichnet das „Lincoln Project“, das sich gegen Donald Trump stellt, als „Verräter“

Donald Trump Jr. bezeichnet moderate Republikaner als „Pädophile“

+++ 18.25 Uhr: Donald Trump Jr. eskaliert weiter auf Twitter. Das „Lincoln Project“ solle sich doch bitte in „Pedophile Project“ (Projekt der Pädophilen) umbenennen, fordert der älteste Sohn des kürzlich von den US-Wählerinnen und Wählern aus dem Weißen Haus verbannten 45. US-Präsidenten Donald Trump. Damit nimmt er wohl Bezug auf die rechtsextreme „QAnon“-Verschwörungskult, der einer „liberalen Elite“ vorwirft, Kinder zu quälen und ihr Blut zu trinken, um unendliches Leben zu erhalten.

Das „Lincoln Project“, das unter anderem Wahlwerbespots gegen Donald Trump bezahlt und veröffentlicht, gilt als profilierteste Trump-kritische Gruppe aufseiten der US-amerikanischen Konservativen und ist der Familie Trump seit jeher ein Dorn im Auge. Unter Trump Juniors Tweet weisen Nutzer des Netzwerks unter anderem darauf hin, dass seinem Vater Donald Trump vorgeworfen wird, junge Frauen in der Umkleide überrascht und eine 13-Jährige auf dem Anwesen von Jeffrey Epstein vergewaltigt zu haben.

Rudy Giuliani wird verklagt: Trump-kritische Gruppe ist von verleumderischen Aussagen „begeistert“

Update vom Sonntag, 31.01.2021, 10.50 Uhr: Rudy Giuliani, Donald Trump und Steve Bannon sollen verklagt werden. Nach Giulianis Äußerungen in einem Podcast mit Bannon, dass „eine Person, die mit dem Lincoln Project zusammengearbeitet hat“ hinter den Ausschreitungen im Kapitol stecken würde, will die Trump-kritische Gruppe rechtliche Schritte gegen Trump, seinen persönlichen Anwalt und ehemaligen Strategen einleiten. Steve Schmidt, Ex-Republikaner und Gründer des „Lincoln Project“, sagte in einem Interview mit „MSNBC“, dass er von der Möglichkeit der Klage „begeistert“ sei.

Rudy Giuliani wird wegen Verleumdung verklagt. (Archivfoto)

„Das ist großartig, man sieht Steve Bannon, der weiß, dass er von uns verklagt wird und das wird er auch. Und das wird auch Donald Trump, der Rudy Giulianis Klient ist. Und Rudy Giuliani arbeitet in seinem Auftrag. Es ist schwierig, in den USA jemanden wegen Verleumdung zu verklagen, aber unsere Anwälte erzählen uns, dass Rudy die Linie deutlich überschritten habe, also sind wir begeistert“, sagte Schmidt.

„Wir werden Rudy Giuliani die Schei** aus dem Leib klagen. Ich bin so glücklich, dass ich buchstäblich sprachlos bin“, hatte er zuvor über Twitter mitgeteilt. Selbst Steve Bannon war über die Aussagen Giulianis verärgert. Der Anwalt könne eine solche Anschuldigung nicht einfach in den Raum werfen, dann aber darauf bestehen, keinen Namen preiszugeben.

Donald Trump und der Sturm aufs Kapitol: Steve Bannon kontert Rudy Giuliani

Erstmeldung vom 30.01.2021: Washington D.C. - Das Lincoln Project ist eine den Republikanern nahestehende politische Organisation, deren Ziel es ist, Donald Trump loszuwerden. Dieses Anliegen macht die Gruppe zu einem beliebten Ziel für Angriffe aus dem Lager des ehemaligen Präsidenten. Nun scheint Rudy Giuliani allerdings einen Schritt zu weit gegangen zu sein, indem er die Interessensvereinigung für den Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar in die Pflicht nehmen wollte.

Rudy Giuliani spricht Donald Trump von jeder Verantwortung für den Sturm auf das Kapitol frei

Selbst Steve Bannon, der kürzlich von Donald Trump begnadigte ehemalige Chef-Berater im Weißen Haus, möchte sich Giulianis Verschwörungstheorie nicht anschließen. Im Gegenteil: Bannons Reaktion im Interview mit Trumps persönlichem Anwalt fiel sichtlich entgeistert aus.

Donald Trumps ehemaliger Chef-Berater Steve Bannon stellt sich gegen Rudy Giuliani.

Im Rahmen von Bannons Video-Podcast „War Room“ versuchte Rudy Giuliani nämlich, die Verantwortung für den Angriff auf das US-Kapitol der „Antifa“ und „Leuten, die mit dem Lincoln-Projekt zusammengearbeitet haben“ anzudichten. Steve Bannon versuchte daraufhin zunächst, den persönlichen Anwalt von Donald Trump zu unterbrechen, ließ den ehemaligen Bürgermeister von New York dann aber doch ausführen, dass „eine der beteiligten Personen rechte Gruppen mitgebracht hat, die sich Trump widersetzten. Und diese Person hat diese Gruppen eingeschleust, weil er das Ding in die Luft jagen wollte.“

Rudy Giuliani wirft einer „Person“ vor, die Antifa eingeschleust zu haben, um Donald Trump zu schaden

Und damit nicht genug. Giuliani fügte hinzu: „Diese Person hatte die gleiche Motivation wie die Antifa-Leute. Es ist also nicht so, als ob all diese rechten Gruppen alle für Trump wären. Und die größten gewalttätigen Probleme wurden von der Antifa verursacht, dort fanden die Schießereien statt. Das war im Umfeld von allen Antifa-Leuten.“

Auf Bannons Nachfrage, wer diese Person denn gewesen sein soll, antwortete Giuliani: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Person nennen kann, da wir die Informationen aus einer anonymen Quelle haben. Aber er hat in der Vergangenheit für Mitt Romney gearbeitet.“ Der republikanische US-Senator Romney gilt als erbittertster Gegner Trumps in den eigenen Reihen.

Selbst Steve Bannon, ehemaliger Chefberater von Donald Trump, weist Rudy Giuliani zurecht

An diesem Punkt wurden Giulianis Verschwörungstheorien selbst Steve Bannon zu bunt. Der ehemalige Chef-Berater von Donald Trump belehrte den Frontkämpfer des ehemaligen US-Präsidenten: „Sie können eine solche Anschuldigung nicht einfach in den Raum werfen und dann damit ankommen, dass sie den Namen geheim halten müssen, ihre Quelle aber für Romney und das Lincoln Project gearbeitet haben soll.“

Die Behauptung, dass die Antifa unter falscher Flagge am Sturm auf das Kapitol beteiligt gewesen sein soll, wurde inzwischen mehrfach widerlegt, unter anderem hatte die Nachrichtenagentur Reuters einen Faktencheck veröffentlicht, der die vor allem in den Sozialen Medien verbreiteten Anschuldigungen ins Reich der Fabeln verweist.

Rudy Giuliani hatte die Menge am 6. Januar als Vorredner von Donald Trump selbst angestachelt

Doch dieser Umstand ist kein Grund für Rudy Giuliani, seinen Dienstherren nicht trotzdem in Schutz zu nehmen. Der Anwalt ließ Steve Bannon und dessen Web-Gemeinde wissen: „Wie kann Donald Trump für eine ganze Sache verantwortlich gemacht werden, die Tage vor seiner Rede in Washington D.C. geplant wurde und aus einer Mischung von Menschen bestand, die ihn hassen und Menschen, die ihn unterstützen?“

Dabei hatte Rudy Giuliani als Vorredner von Donald Trump die Menge kurz vor dem Sturm auf das Kapitol höchst selbst angeheizt, und sie zum „Gerichtsprozess durch Kampf“ aufgefordert. Nach dem anschließenden gewaltsamen Angriff auf das Kapitol, bei dem fünf Menschen, darunter ein Polizist, ums Leben kamen, wies Giuliani jede Verantwortung von sich. Seine kämpferische Formulierung sei bloß eine Anleihe aus der Serie „Game of Thrones“ gewesen. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © SANDY HUFFAKER/afp

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