US-Wahlkampf 2020

Donald Trump Jr. kämpft für Alaska: Auf einmal ein Umweltschützer

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Im Wahlkampf bleiben Donald Trumps Pläne, die Natur in Alaska zu zerstören, relativ unbemerkt. Den Part des nationalistischen Umweltschützers mit Gewehr übernimmt sein Sohn Donald Trump Jr.

  • Donald Trumps Pläne greifen Alaskas Naturschutzgebiete an.
  • Öl- und Gasabbau und die Rohdung des Regenwaldes: Donald Trump hat viel mit Alaska vor.
  • Donald Trump Jr. inszeniert sich hingegen als jagender und schießender Naturfreund.

Washington - US-Präsident Donald Trumps koloniale Haltung wird nicht nur in Bezug auf Polizeigewalt und seine Nähe zu rechten Bewegungen und Nationalisten in den USA sichtbar, sondern auch durch seinen Umgang mit der Umwelt. Was die Ausbeutung von Land, die Zerstörung von Ressourcen und Lebensräumen für Tiere und Menschen angeht, kann Trump durchaus mit seinem brasilianischen Pendant Jair Bolsonaro mithalten, der derzeit zulässt und befördert, dass der Regenwald in Brasilien abbrennt.

Donald Trump: Klimaleugner und Umwelt-Hooligan

Beispiele für Donald Trumps radikale „Anti-Umwelt-Politik“ sind nicht nur sein Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen und seine Weigerung, wissenschaftliche Fakten über dem Klimawandel anzuerkennen. Jetzt verabschiedete Trump weitreichende Pläne für Natur, Tiere und die Menschen in Alaska. Derweil inszeniert sich sein Sohn Donald Trump Jr. als Naturjunge und will so wohl naturverbundene Wähler für seinen Vater abfangen.

Donald Trumps Pläne mit Alaska: Der US-Präsident trifft sich mit Öligarchen

Was relativ leise vonstatten geht und sich durch die pompösen Wahlkampfauftritte des US-Präsidenten, der Trump-Familie und Trumps Poltern auf Twitter eher im Hintergrund abspielt, könnte sehr starke Folgen für die Zukunft Alaskas haben: Trump will an die Naturschutzgebiete von Alaska ran und diese für den Öl- und Gasabbau freigeben. Damit zerstört Donald Trump jahrzehntelange Arbeit von Umweltschützerinnen und Umweltschützern im Schnellverfahren, die das verhindert hatten.

Donald Trump Jr. inszeniert sich gerne als jagenden und schießenden Naturfreund.

Donald Trump will Naturschutzgebiet für Öl- und Gaserschließungen freigeben

Am Montag, den 17. August stellte das Innenministerium einen Plan vor, der Teile des Arctic National Wildlife Refuge in Alaska Öl und Gas-Erschließungen möglich machen sollen, wie unter anderem die New York Times berichtet. Erst im April traf sich Donald Trump mit den führenden US-Öligarchen, um das Vorgehen in der Corona-Pandemie zu besprechen, berichtet auch CNN.

Die Öllizenzen für das Naturschutzgebiet sollen um das Jahresende herum erfolgen, sagte der republikanische Innenminister David Bernhardt von der Trump-Regierung dem Wall Street Journal. Der Kongress hatte 2017, als noch die Republikaner die Mehrheit stellten, den Bohrungen zugestimmt. Das Gebiet ist auch die Heimat von Eisbären und anderen vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Name:Donald Trump
Geburtsdatum:14. Juni 1946 (74 Jahre)
Geburtsort:New York City
Ehefrau:Melania Trump
Partei: Republikanische Partei
Kinder: Donald Trump Jr., Ivanka Trump, Eric Trump, Tiffany Trump, Barron Trump

Donald Trump: Umweltaktivisten sind entsetzt von Plänen des US-Präsidenten

Umweltaktivist*innen wie Adam Kolton von der Alaska Wilderness League sind entsetzt und wollen weiter vor Gericht gegen die Pläne der Trump-Regierung kämpfen. „Unser Klima befindet sich in einer Krise, die Ölpreise sind in die Tiefe gestürzt, und überall ziehen sich große Banken aus der Finanzierung“ von Projekten in der Arktis zurück, sagte Kolton über das Vorhaben Donald Trumps. Und doch setze die Trump-Regierung ihren Wettlauf für einen Ausverkauf der letzten großen Wildnis unserer Nation fort und setze damit Ureinwohner und die fabelhafte Tier- und Pflanzenwelt, einem Risiko aus, so der Umweltaktivist weiter.

Donald Trump äußerte Pläne über Rodung des Regenwaldes in Alaska

Erst im vergangenen Jahr, ausgerechnet zu einer Zeit in der im Amazonas und Australien heftige Feuer wüteten, soll Trump außerdem Pläne über den Abbau des Regenwalds in Alaska geschmiedet haben. Laut Washington Post sollen Donald Trump und der Gouverneur von Alaska darüber gesprochen haben, etwa 38.500 Quadratkilometer der rund 67.000 Quadratkilometer großen Fläche für wirtschaftliche Zwecke zu nutzen.

Donald Trump Jr.: Die Inszenierung als Naturbursche

Donald Trumps ältester Sohn Donald Trump Jr. hingegen, der sich auch gerne mal mit Waffenherstellern und Sektenmitgliedern beim Schießen ablichten lässt, scheint Trumps Trumpf für unentschlossene Zweifler an der Klimapolitik Trumps zu sein. Der Präsidentensohn soll begeisterter Jäger und Angler sein.

Donald Trump Jr. schoss vom Aussterben bedrohtes Schaf in der Mongolei ab

Überraschend wurde kürzlich die sogenannte Pepple Mine, ein Projekt zur Erschließung von Gold und Kupfer in den Gewässern in Bristol Bay in Alaska wieder gestoppt. Das Projekt wurde nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten zunächst freigegeben. Nach einem Tweet von Präsidentensohn Donald Trump Jr., in dem der leidenschaftliche „Sportler“ sich für den Stopp der Mine und der Erschließung von Metallen in dem Wildlachsfanggebiet ausspricht, soll der Präsident eingelenkt haben, wie mehrere Medien berichten. Der Vorstoß von Trump Jr. kommt unerwartet und fällt mitten in den Wahlkampf von Donald Trump zu den US-Wahlen 2020. Der Präsidentensohn fiel zuvor durch Großwildjägerei, wie mit dem viel kritisierten Abschuss eines vom Aussterben bedrohten Schafs in der Mongolei, auf. (Von Delia Friess)

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