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Donald Trump Jr. verbreitet Falschinformationen auf Twitter und muss sich deshalb einer Klage wegen Verleumdung stellen. (Archivbild)
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Donald Trump Jr. verbreitet Falschinformationen auf Twitter und muss sich deshalb einer Klage wegen Verleumdung stellen. (Archivbild)

Falschinformationen verbreitet

Donald Trump Jr. handelt sich Klage wegen Verleumdung ein

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Donald Trumps Sohn nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Das könnte ihm jetzt juristischen Ärger einbringen.

West Virginia – Don Blankenship hatte genug davon. Der Kandidat der Republikaner für einen Senatssitz des Bundesstaates West-Virginia reichte vor zwei Jahren Klage wegen Verleumdung gegen Donald Trump Jr. ein. Der wiederum hatte Blankenship einen „Schwerverbrecher“ genannt und so die Fehde in der Partei eingeleitet.

Blankenship, 2020 als Präsidentschaftskandidat für die Constitution Party angetreten, war tatsächlich einmal wegen eines Verbrechens angeklagt. Während seiner Zeit als Geschäftsführer der Massey Energy Company, des sechstgrößten Kohleproduzenten der USA, war es am 5. April 2010 in einer Mine zu einer Explosion gekommen. 25 Bergleute starben. Blankenship und dem Konzern wurde vorgeworfen, nicht genug für die Sicherheit der Angestellten getan und die Lokalpolitik mit finanziellem Druck willfährig gemacht zu haben.

Donald Trump Jr.: Prozess wegen Verleumdung läuft

Blankenship wurde auch verurteilt, und zwar wegen Verschwörung zum Verstoß gegen bundesstaatliche Minensicherheitsstandards. Er verbüßte eine einjährige Haftstrafe, akzeptierte das Urteil aber nie und bezeichnete sich selbst als politischen Gefangenen. Weil es sich bei der Straftat, für die er schuldig gesprochen wurde, aber nicht um ein Kapitalverbrechen handelte, sei die Bezeichnung „Schwerverbrecher“ verleumderisch, so Blankenships Argumentation gegen Donald Trump Jr. vor Gericht.

Don Blankenship, Kandidat der Republikaner, verklagt Donald Trump Jr. (Archivbild)

Der Anwalt von Donald Trump Jr. war sich in dem Fall damals, vor der Niederlage von Donald Trump gegen Joe Biden, noch sicher: Kein Richter des Landes würde die Klage annehmen. Doch nun ist genau das geschehen. Richter John Copenhaver Jr. des Bezirksgerichts in West Virginia teilte nun mit, man werde den Fall vor Gericht verhandeln. Das berichtet unter anderem die Washington Post.

Donald Trump Jr. nimmt Falschaussagen nicht zurück

Als Grund für seine Entscheidung gab der Richter laut der Washington Post an, es gebe „substanzielle Beweise“, dass Donald Trump Jr. bewusst gelogen habe, um seinen politischen Konkurrenten zu diffamieren. „Er hat seine falschen Tweets weder zurückgezogen noch korrigiert, obwohl er darüber informiert wurde, dass sie falsch waren“, so der Richter laut einem Beobachter des Internetportals reason.com. Das wiederum klingt ganz nach Donald Trump Jr.

Blankenship und Donald Trump Jr. lieferten sich damals einen sehr gut dokumentierten „Tweef“ (einen „Beef“, also Streit, auf Twitter), der die US-Medien längere Zeit beschäftigte. Blankenship informierte Trump Jr. in diesem Zusammenhang, dass er nie wegen eines Kapitalverbrechens verurteilt worden sei. Doch Trump Jr. ließ sich davon nicht beirren und verbreitete weiter Falschinformationen über seinen vermeintlichen Gegner.

Donald Trump Jr. vor Gericht: Falschaussagen könnten ihm zum Verhängnis werden

Ob der Prozess gegen Donald Trump Jr. aber wirklich zu einer Verurteilung führt, ist laut Washington Post äußerst fragwürdig. Blankenship mag kein Schwerverbrecher sein, aber mit seiner einjährigen Gefängnisstrafe ist er exakt an dem Limit angekommen, ab dem eine Verurteilung noch nicht als Kapitalverbrechen gilt. Außerdem nannten auch andere Blankenship nach dem Tod von 25 Menschen, den er zumindest zum Teil mitzuverantworten hatte, einen Schwerverbrecher. Die meisten davon korrigierten ihre Aussagen, Tweets und dergleichen, nachdem sie auf den inhaltlichen Fehler hingewiesen worden waren.

Fake-News per Aufmacherbild: Donald Trump Juniors Twitter-Account.

Nicht aber Donald Trump Jr. Der machte lieber genauso weiter. Obwohl zahlreiche Fachleute eine Geschichte als Fake News herausgearbeitet hatten, nach der die Taliban in Afghanistan einen Mann mit Schlinge um den Hals von einem Helikopter baumeln ließen, den sie dem US-Militär geklaut hatten, verbreitete Trump Jr. genau diese Geschichte ungebremst weiter. Mehr noch: Der Sohn des einstigen US-Präsidenten, der so gerne selbst einmal Politiker werden möchte, schmückte sogar sein Twitter-Aufmacherbild mit einer Illustration dieser Lüge, garniert mit dem Schriftzug „Biden“ - damit auch dem letzten klar wird, wen Trump Jr. dafür verantwortlich machen will. Dass die Geschichte gar nicht stimmt - für Junior nur eine Nebensache. (Daniel Dillmann)

In einer älteren Version des Artikels stand, dass Joe Manchin Mitglied der Republikanischen Partei sei. Das ist falsch. Manchin ist Mitglied der Demokraten. Wir haben den Fehler verbessert und bitten, diesen zu entschuldigen.

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