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Donald Trump

Sturm auf das Kapitol: Zuvor gab es ein Treffen mit Donald Trump Jr. im Trump-Hotel

  • VonTobias Ketter
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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
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Donald Trump bestreitet die Verantwortung für die Ausschreitungen im Kapitol. Es verdichten sich jedoch die Hinweise, dass die Stürmung des Regierungsgebäudes geplant war.

  • Die Ermittlungen zu den Ausschreitungen im Kapitol gehen weiter.
  • Donald Trump Junior, Eric Trump und Mike Flynn sollen einer privaten Recherche zufolge eine entscheidende Rolle gespielt haben.
  • Mehrere Senatoren sollen am Abend zuvor an einem Treffen im Hotel von Donald Trump teilgenommen haben.

Update vom Donnerstag, 28.01.2021, 15.25 Uhr: Drei selbsternannte Milizmitglieder sollen laut einem Bericht der „Washington Post“ bereits im November des vergangenen Jahre damit begonnen haben, das Sturm auf das Kapitol am Mittwoch (06.01.2021) zu planen. Es besteht der Verdacht, dass sie Leute für ihr Vorhaben angeworben und mehrere Trainings in Ohio und North Carolina durchgeführt haben. Außerdem sollen sie die Reise nach Washington für mehrere Dutzend Anhänger organisiert haben.

Den Angaben der „Washington Post“ zufolge handelt es sich bei den betroffenen Personen um Jessica Marie Watkins, Donnovan Ray Crowl und Thomas E. Caldwell. Alle drei sind US-Militär-Veteranen. Ihnen drohen nun bis zu 20 Jahre Gefängnis. Laut der Anklageschrift haben Caldwell und Watkins sich gegenseitig immer wieder Nachrichten geschrieben, um beispielsweise die Beschaffung von Waffen zu organisieren. Außerdem soll es eine Telefonkonferenz über eine verschlüsselte App gegeben haben.

Ausschreitungen vor dem Kapitol in Washington D.C. – während Sicherheitskräfte draußen Tränengas einsetzen, sind Personen auch ins Innere des Kapitols vorgedrungen.

Sturm auf das Kapitol: Senatoren sollen sich am Vorabend im Trump Hotel getroffen haben

Erstmeldung vom Mittwoch, 27.01.2021, 22.11 Uhr: Washington D.C. – 45 von 50 Republikaner:innen im Senat haben dagegen gestimmt, den Impeachment-Prozess gegen Donald Trump fortzusetzen. Drei Wochen nach den Ausschreitungen im Kapitol, bei denen fünf Personen ums Leben kamen, zeigt sich möglicherweise, wieso. Es verdichten sich Hinweise, dass mehrere Senatoren an einem Treffen im Trump-Hotel am Abend zuvor beteiligt waren. Der Anwalt, Autor und Kolumnist Seth Abramson will herausfinden, wer vor Ort war und hat eine Recherche gestartet.

Unruhen im Kapitol: Donald Trump Junior und Eric Trump am Abend zuvor an Treffen beteiligt

Im Impeachment-Verfahren soll geprüft werden, ob Donald Trump schuldig ist, den gewaltsamen Aufstand im Kapitol angestiftet zu haben. Am Abend vor den Unruhen am 6. Januar kam es im Trump Hotel in der Hauptstadt zu einem Treffen, wie US-Medien übereinstimmend berichten und Teilnehmende bestätigen. Das zeigen beispielsweise Beiträge in den sozialen Medien von Daniel Beck, Geschäftsführer eines Textnachrichtendienstes und Unterstützer von Donald Trump. In einem Video (Re-Upload auf Twitter), das Beck am Abend des 5. Januars im Trump Hotel aufnahm und auf Facebook teilte, erzählt er von einem Treffen mit „etwa 15“ Personen, darunter Rudy Giuliani, Donald Trump Junior, dessen Ehefrau Kimberly Guilfoyle, MyPillow-Geschäftsführer Mike Lindell und „mehrere Senatoren“.

Es sei ein sehr vertrauliches Treffen gewesen. Beck habe aus erster Hand erfahren, was man „von morgen bis zur Amtseinführung erwarten“ könne. „Es wird ein großer Tag“ und „viele große Dinge werden passieren“, teilt Beck mit. Dazu teilte er ein Bild, das ihn und vier weitere Personen mit klassischen, roten Trump-Kappen auf dem Kopf vor dem Hotel zeigt. In der Bildbeschreibung ist neben den erwähnten Personen zudem vom republikanischen Senator und Trump-Verbündeten Tommy Tuberville und Trumps Handelsberater Peter Navarro die Rede.

Donald Trump Junior spricht am 6. Januar – vor dem Sturm aufs Kapitol.

Sturm auf das Kapitol: Treffen im Trump Hotel in Washington – offenbar auch Senator dabei

Charles Herbster, ein Republikaner aus dem Bundesstaat Nebraska, den Donald Trump zum Vorsitzenden eines Landwirtschaftkomitees ernannt hatte, scheint ebenfalls am Treffen teilgenommen zu haben. Am 5. Januar schrieb er in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Beitrag, dass er in der Privatresidenz Trumps in dessen Hotel stehe und sich „folgende Patrioten“ in einem „Kampf für Gerechtigkeit und Wahrheit“ anschließen.

  • Die folgenden Vertrauten des damaligen US-Präsidenten Donald Trump sollen am 5. Januar an einem Treffen in dessen Hotel in Washington teilgenommen haben:
  • Donald Trump Junior, Sohn
  • Eric Trump, Sohn
  • Kimberly Guilfoyle, Freundin von Donald Junior und ehemalige Beraterin
  • Mike Flynn, ehemaliger Sicherheitsberater
  • Peter Navarro, ehemaliger Handelsberater
  • Corey Lewandowski, ehemaliger Kampagnenmanager
  • David Bossie, ehemaliger Vize-Kampagnenmanager
  • Adam Piper, Exekutivdirektor der „Republican Attorneys General Association“
  • Tommy Tuberville, US-Senator für Alabama
  • Rudy Giuliani, Anwalt
  • Mike Lindell, Geschäftsführer von „MyPillow“

Es folgt eine Liste mit Namen, darunter neben bereits erwähnten Trump-Vertrauten auch Sohn Eric, Kampagnenmanager Corey Lewandowski und Ex-Sicherheitsberater Mike Flynn. „Diese treuen Diener der Freiheit brauchen unsere Gebete genauso wie der US-Kongress. Morgen, auf dem Capitol Hill, werden sie die Stimmen der Wahlleute aus jedem Staat zertifizieren. Diese gemeinsame Sitzung ist die letzte Chance unserer Kongressmitglieder, Einspruch gegen den weitreichenden Wahlbetrug einzulegen, der am 3. November passierte“, heißt es.

Ausschreitungen im Kapitol: Recherche bringt Vertraute von Donald Trump in Bedrängnis

Über das Treffen Herbsters mit Eric Trump und Donald Trump Junior am Abend vor den Ausschreitungen im Kapitol berichtet auch die regionale Nachrichtenseite „Omaha World Herald“ aus Nebraska. Sie sollen darüber diskutiert haben, wie sie am besten Druck auf Kongressabgeordnete ausüben, damit diese Einspruch gegen die Ergebnisse einlegen, die Joe Biden zum offiziellen Sieger der US-Wahl machen. Diese scheinbare Randnotiz in einer mittelgroßen Zeitung, erklärt Seth Abramson, könnte eine der wichtigsten Enthüllungen der Ermittlungen zu den Ausschreitungen im Kapitol sein. Wie könnten „friedliche“ Anhänger:innen von Donald Trump „Druck“ ausgeübt haben, fragt Abramson. Es sei ersichtlich, dass dieser Druck nicht durch politische Überzeugungskraft, sondern durch wütenden Massen komme.

Alle Bilder und Beiträge, die gegen Herbster verwendet werden könnten, hat er bereits von seinem Facebook-Konto entfernt. Der Senator für Alabama, Tommy Tuberville, bestreitet trotz übereinstimmender Berichte, an einem Treffen teilgenommen zu haben. Ein Foto, am 6. Januar von einer Nutzerin auf Instagram geteilt, zeigt ihn allerdings im Trump Hotel.

Haben Donald Trump und seine Vertrauten den Sturm auf das Kapitol geplant? Recherche liefert Hinweise

Für Abramson sind Adam Piper, der über sogenannte Robocalls zur Teilnahme am „Stop the Steal“- oder „Save America“-Event eingeladen haben soll, und Mike Flynn, Veranstalter des gleichzeitig stattfindenden „Jericho March“ die zwei wichtigsten Personen dieses Falls. Sie hätten nämlich direkten Kontakt zu Personen gehabt, die am 5. Januar bewaffnete Mobs zusammenstellten – als hochrangige Figuren im engen Kreis von Donald Trump. Ali Alexander, Veranstalter des „Stop the Streal“-Events, behauptet zudem, am Abend einen Anruf von Kimberly Guilfoyle erhalten zu haben, zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Treffens im Trump Hotel.

Die Recherche liefert Hinweise darauf, dass Vertraute von Donald Trump den Sturm auf das Kapitol im Voraus geplant haben könnten. Der Ex-Präsident behauptet hingegen, er habe zu einem friedlichen Protest aufgerufen und bestreitet jede Schuld. Darüber hinaus verbreiten viele Republikaner:innen die Theorie, dass die ganze Aktion eine „False-Flag-Operation“ von Demokraten und republikanischen Verräter:innen gewesen sei, um Donald Trump zu diskreditieren und die „Macht zu ergreifen“. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Probal Rashid

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