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Früherer Trump-Berater räumt ein: USA planten Umstürze in anderen Ländern

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Von: Constantin Hoppe

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Trumps früherer Berater John Bolton
Der frühere Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen und ehemalige nationaler Sicherheitsberater des Weißen Hauses, John Bolton, hat eingeräumt, an der Planung von Staatsstreichen beteiligt gewesen zu sein. © dpa

John Bolton will in einem Interview Donald Trump verteidigen – und prahlt dabei beiläufig davon, Staatsstreiche im Ausland geplant zu haben.

Washington - Der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen und ehemalige nationaler Sicherheitsberater des Weißen Hauses, John Bolton, hat in einem Interview zugegeben, dass er bei der Planung von Staatsstreichen in anderen Ländern geholfen hat.

Es sei „eine Menge Arbeit für die Vorbereitung von Staatsstreichen nötig“, erklärte der 73-Jährige in einem Interview mit der CNN. Er sage das als „jemand, der geholfen hat, solche Dinge vorzubereiten. Nicht in Amerika, aber an anderen Orten.“

Robert Bolton: „Trump ist nicht in der Lage, einen Staatsstreich zu planen“

Bolton äußerte sich am Dienstag nach einer Anhörung im US-Kongress gegenüber der CNN. Bei dieser Anhörung ging es um die Vorgänge vor und während des Sturms auf das US-Kapitol im Januar 2021. Der ehemalige Präsident Donald Trump sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, die Gewalt angestiftet und einen Staatsstreich geplant haben, um nach der Wahlniederlage 2020 im Amt zu bleiben.

Diesen Vorwurf verneinte Bolton im Gespräch: Trump sei „nicht kompetent genug, um einen solchen Coup zu planen“. Trump sei zu impulsiv und wäre während seiner Amtszeit lediglich „von einer Idee zur nächsten gestolpert“.

Seit 2019 fällt Bolton mit kritischen Äußerungen über Trump auf

Bolton war bis 2019 ein enger Vertrauter Trumps, dann kam es jedoch zum Bruch. 2019 musste er das Weiße Haus verlassen. Seitdem fiel der frühere Sicherheitsberater mit kritischen Äußerungen über Trump auf.

Im Interview weiter zu seinen Erfahrungen mit Staatsstreichen befragt, versuchte Bolton auszuweichen. Details wollte er keine nennen, er sei aber in an dem gescheiterten Versuch eines Regierungswechsels in Venezuela beteiligt gewesen, räumte Bolton ein.

Regierungswechsel in Venezuela: Robert Bolton räumt Beteiligung der USA ein

2019 hatte Bolton die venezolanische Gegenregierung des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó öffentlich unterstützt. Guaidó hatte mithilfe von Söldnern versucht, das Regime von Nicolás Maduro zu stürzen – der Versuch scheiterte. Bolton sagte, die US-Regierung habe jedoch „nicht sehr viel damit zu tun“ gehabt.

In den USA wie auch international sorgen die Aussagen Boltons für Aufsehen: Kritiker:Innen sehen darin den Beweis für die jahrzehntelange Einmischung von US-Geheimdiensten in anderen Regierungen. Marija Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, forderte nach Ausstrahlung des Interviews eine internationale Untersuchung. Der Ex-Päsident von Bolivien, Evo Morales, twitterte, die Aussage Boltons zeige, dass die USA „der schlimmste Feind der Demokratie“ seien. (con)

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