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September 26, 2021, Perry, Georgia, USA: Former President Donald Trump addressed thousands at a south Georgia à Save Ame
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Anhänger:innen der Qanon-Verschwörungsbewegung verbreiten noch immer, dass Donald Trump bei der US-Wahl 2020 der Sieg „gestohlen“ wurde.

USA

Donald Trump um Wahlsieg betrogen: QAnon glaubt weiter an Verschwörung

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Die Nachzählung der Stimmen in Arizona bestätigt den Erfolg von Joe Biden. QAnon strickt sich daraufhin eine neue Verschwörungslegende zurecht.

Phoenix – Fast ein Jahr ist die US-Wahl 2020 inzwischen her. Am 20. Januar 2021 hat Joe Biden die Amtsgeschäfte als 46. Präsident der USA aufgenommen. Doch im Hintergrund kursieren weiter tiefgreifende Verschwörungserzählungen aus den Reihen der Anhängerschaft des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

An der Spitze steht dabei die Bewegung QAnon, die einen Hang zur Gewalt und zum Rechtsextremismus hat. Noch immer will QAnon die Welt mit allen Mitteln glauben machen, die Wahl sei ihrem Idol Donald Trump „gestohlen“ worden. Doch wieder einmal wurde nun eine QAnon-Lüge entlarvt.

Donald Trump verliert US-Wahl: QAnon glaubt weiter an Verschwörung

Im Mittelpunkt der wirren QAnon-Verschwörungsmythen steht dabei zurzeit die Auszählung der US-Wahl im Bundesstaat Arizona. Monatelang hat ein Privatunternehmen namens „Cyber Ninjas“ im Auftrag der Republikaner in einem kostspieligen Verfahren die Stimmen im Landkreis Maricopa County erneut ausgezählt – und nichts gefunden, was auf eine Wahlmanipulation in dem Bundesstaat im Südwesten der USA hindeutet.

Doch auch diese Meldung hält Donald Trump nicht davon ab, seine Wahlniederlage weiter anzuzweifeln. „Riesige Entdeckungen in Arizona“, ließ Trump via Twitter mitteilen. Nicht über den eigenen Kanal im Übrigen, da dieser bei dem Kurznachrichtendienst nach wie vor gesperrt ist. Vielmehr ließ er Liz Harrington ein „Statement von Präsident Donald J. Trump“ verkünden. Die Untersuchung habe „signifikante und unwiderlegbare Beweise für Betrug gefunden“, hieß es darin. Auch QAnon verbreitet weiter Lügen.

Arizona: QAnon veröffentlicht gefälschten Bericht

Auf diversen Pro-Trump-, QAnon- und anderen Verschwörungskanälen zirkulierten zuletzt ein gefälschter Prüfungsbericht, der die Teile enthält: „Die Wahl sollte nicht bestätigt werden, und die berichteten Ergebnisse sind unzuverlässig.“ Der rechtsextreme Verschwörungsblog Gateway Pundit behauptete zudem ohne Beweis, dass die Zeile auf Druck des Senats aus dem Abschlussbericht der Firma „Cyber Ninjas“ entfernt wurde.

Selbst das Unternehmen, das von den Republikanern beauftragt wurde, die Wahlprüfungen vorzunehmen und das von einem Mann geleitet wird, der selbst bereits Wahlverschwörungsmärchen verbreitet und sich an QAnon-Verschwörungen über Stimmzettel und nicht vorhandene Wasserzeichen geklammert hat, sah sich nun dazu gezwungen, den gefälschten Prüfungsbericht zu entlarven, der von Trump-Fans verbreitet wurde.

„Es gibt eine gefälschte Version der Zusammenfassung des forensischen Wahlprüfungsberichts des Maricopa County, die im Umlauf ist“, schrieb Doug Logan, CEO von „Cyber Ninjas“, in einer Erklärung an das internationale Nachrichtenmagazin Vice. „Diese falsche Version behauptet, eine frühere Version des Cyber-Ninjas-Wahlprüfungsberichts zu sein, wurde aber wegen angeblicher Drohungen durch den Senat des Bundesstaates Arizona nicht verwendet. Das ist absolut falsch“, so Doug Logan.

Donald Trump verliert Wahl: Neue Verschwörungen aus rechtsextremen Kreisen

Am vergangenen Donnerstag (23.09.2021) war noch vor der offiziellen Veröffentlichung des Abschlussberichts eine erste Fassung erschienen. Der Entwurf unterschied sich leicht von der endgültigen – offiziellen – Version, die dem Senat am Freitag (24.09.2021) vorgelegt wurde. Jedoch war die Hauptschlussfolgerung identisch: Die Handzählung der Stimmzettel bestätigte, dass Joe Biden bei der US-Wahl 2020 im Maricopa County mehr Stimmen erhielt als Donald Trump. Doug Logan sagte, dass „die genauen Ursprünge dieser Version der Zusammenfassung unbekannt sind“. Laut Vice.com zeigen die Beweise aber, das sie aus dem nahen Umfeld von Logan und jenen, die mit der Arizona-Nachzählung vertraut waren, stammt.

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Wenige Stunden bevor Logan und seine Kolleg:innen der Firma „Cyber Ninjas“ dem Senat ihre offiziellen Ergebnisse vorstellten, wurde auf dem Telegram-Kanal von Ann Vandersteel, Präsidentin des rechtsextremen Medienhauses Yourvoice America und Unterstützerin der „Pizzagate“- und QAnon-Verschwörungen, die fast identisch aussehende, gefälschte Version verbreitet, in der von „unzuverlässigen Ergebnissen“ der Wahl die Rede ist. Ohne Beweise behauptete Vandersteel zudem, dass „sie Doug Logan und seine Familie bedrohten, falls er es veröffentlichen sollte“. Auf wen sich Vandersteel mit „sie“ bezieht, ist dabei allerdings nicht klar. Eine weitere Stellungnahme oder Information darüber, wer ihr den gefälschten Bericht zugespielt hat, gab es nicht.

Laut Vice.com wurde der gefälschte Bericht infolge der Veröffentlichung Vandersteels innerhalb von 60 Minuten auf mindestens neun weiteren Kanälen geteilt, 266.000 Nutzer:innen soll das fehlerhafte Dokument erreicht haben. In den Folgetagen teilten weitere Pro-Trump-Kanäle den Bericht. (yw)

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