US-Wahl 2020

Joe Biden: Die Hoffnung der Demokraten bei der US-Wahl

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
    schließen
  • Moritz Serif
    Moritz Serif
    schließen

Joe Biden tritt bei der US-Präsidentschaftswahl im November gegen Donald Trump an. Alles, was Sie über den Herausforderer wissen müssen.

  • Am 3. November wird der neue US-Präsident gewählt
  • Joe Biden hat sich im Vorwahlkampf der Demokraten unter anderem gegen Bernie Sanders durchgesetzt
  • Für die Republikaner kandidiert bei der US-Wahl erneut Donald Trump

Im Rennen um das Weiße Haus hat sich Joe Biden als Kandidat der Demokraten gegen zahlreiche Kandidaten, unter anderem Bernie Sanders, durchgesetzt. Im November tritt Biden gegen US-Präsident Donald Trump an und hat damit die Chance, der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. 

Daten zu Joe Biden: 

GeborenEhepartnerinGroßelternKinderVorherige ÄmterEnkel
20. November 1942 (Alter 77 Jahre), Scranton, Pennsylvania, Vereinigte StaatenNeilia Hunter (verh. 1966–1972)Joseph H. Biden, Geraldine C. Blewitt, Ambrose J. Finnegan, Mary Elizabeth Robinette BidenHunter Biden, Ashley Biden, Naomi Biden, Beau BidenVizepräsident der Vereinigten Staaten (2009–2017), US-Senator für Delaware (1973–2009) Natalie Biden, Finnegan Biden, Maisy Biden, Robert Biden II, Naomi Biden

Wahl in den USA: Joe Biden ist der Kandidat der Demokraten

Der 77 Jahre alte Joseph R. Biden Jr. wurde 1942 in Pennsylvania geboren und ist in Delaware aufgewachsen. Nach seinem Studium arbeitete Joe Biden als Rechtsanwalt. 1973 wurde er mit 29 Jahren eines der jüngsten Mitglieder des US-Senats. Er blieb bis 2009 Senator für den Bundesstaat Delaware. 

Von 2009 bis 2017 war Joe Biden Vizepräsident der USA unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama. Seit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten 2016 ist Mike Pence der amtierende Vizepräsident. 

Joe Biden hat bereits zwei Mal für die Wahl zum US-Präsidenten kandidiert. 1987 musste er seine Kandidatur aufgrund von Plagiatsvorwürfen beenden, berichtet unter anderem die US-Zeitung „Washington Post“. Auch für die US-Wahl 2008 kandidierte Joe Biden, schloss sich jedoch im August 2008 als Vizepräsidentschaftskandidat dem Wahlkampf von Barack Obama an. 

Joe Biden: Wahlkampf gegen Donald Trump

Im Vorwahlkampf der Demokraten hatte Joe Biden zunächst hinter dem Kandidaten des linken Flügels, Bernie Sanders, gelegen. Ein wichtiger Wahltag der Vorwahlen ist der Super Tuesday, an dem in 14 US-Bundesstaaten gewählt wird. Nachdem sein Wahlkampf bereits von US-Medien für tot erklärt worden war, konnte Joe Biden am Superwahltag am 3. März ein spektakuläres Comeback feiern. Er gewann in neun Staaten, Bernie Sanders lediglich in vier.  Sanders zog seine Kandidatur am 8. April zurück. 

Im Vorwahlkampf war die zentrale Frage für die Demokraten, welcher Kandidat oder Kandidatin die besten Chancen hat, gegen Donald Trump zu gewinnen. Die Wahl der Demokraten fiel auf Joe Biden. Er konnte in den Vorwahlen 1435 Delegiertenstimmen auf sich vereinigen, 1991 sind für die Nominierung nötig.

Unangemessenes Verhalten von Joe Biden

Joe Bidens Verhalten gegenüber Frauen polarisiert. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten hat in den USA in manchen Kreisen den Ruf, Frauen ungefragt zu berühren oder zu umarmen. So gaben mehrere Frauen nach Begegnungen mit Biden an, ein unangenehmes Gefühl gehabt zu haben.  

Trumps Herausforderer: Joe Biden tritt für die Demokraten gegen Donald Trump an.

Lucy Flores, ehemalige Abgeordnete aus Nevada und Amy Lapos berichteten, dass sich der Präsidentschaftskandidat ihnen gegenüber unangemessen verhalten hatte. Demnach habe Biden ihnen auf den Hinterkopf geküsst. Biden entschuldigte sich daraufhin für sein Verhalten. Andere wie Jean Carnahan, Meghan McCain und Nancy Pelosi verteidigten den Politiker jedoch gegen diese Vorwürfe.

USA: Ehemalige Mitarbeiterin beschuldigt Joe Biden - der dementiert

In dem Podcast „The Katie Halper Show“ beschuldigte Tara Reade, ehemalige Mitarbeiterin, den Präsidentschaftskandidaten, sie körperlich genötigt zu haben. Demnach habe Biden sie an eine Wand gedrückt und belästigt, als sie ihm eine Tasche bringen wollte. Reade erstattete daraufhin, obwohl die Handlungen bereits verjährt waren, Strafanzeige. 

Tara Reade gab an, dass sie den Fall dokumentieren wolle. Am 1. Mai 2020 nahm Joe Biden Stellung zu den Vorwürfen. Diese seien „nicht wahr“. Dennoch sollten Anschuldigungen von Frauen gehört werden. Frauen verdienten es, mit Respekt behandelt werden.

Joe Biden dement? Trump teilt heftig aus 

Immer wieder tauchen sie auf, die Vorwürfe gegen Biden, dement zu sein. Verbale Aussetzer, Versprecher bei Debatten oder Ankündigungen: Biden gibt bei öffentlichen Auftritten nicht immer das souveränste Bild ab. Ein gefundenes Fressen für seinen politischen Gegner Trump

So spottete Trump in einem Fernseh-Interview Ende Mai in Richtung Biden: „Er war nie als schlauer Mensch bekannt.“ Auf die Frage, was Bidens größte Stärke sei, teilte der aktuelle US-Präsident noch weiter aus: „Nun ja, ich hätte Erfahrung gesagt, aber er hat nicht wirklich Erfahrung, weil ich nicht glaube, dass er sich daran erinnert, was er gestern getan hat.“ 

Laut Trump sei Biden mental nicht fit genug, um Präsident der USA zu sein. Immer wieder verspottet er seinen Gegner im Kampf um das höchste Amt. Bezeichnungen wie „Schläfriger Joe“ sind da keine Seltenheit. 

Rubriklistenbild: © Michael Brochstein/picture alliance/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare