US-Wahl 2020

Umfragen zu US-Wahl 2020: Joe Biden lässt Donald Trump immer weiter hinter sich

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
    schließen

Der Wahlkampf in den USA geht in die heiße Phase. Wir sagen Ihnen, wie Donald Trump und Joe Biden in den Umfragen abschneiden. Die neuen Erhebungen deuten auf ein klares Ergebnis hin. 

Update Donnerstag, 15.10.2020, 10.00 Uhr: Nicht ganz drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl liegt Joe Biden in den Umfragen weiter deutlich vor Amtsinhaber Donald Trump. In einer aktuellen Erhebung (NBC News/Wall Street Journal) liegt der demokratische Herausforderer landesweit mit elf Punkten vor Trump. Auf Biden entfallen 53, auf Trump nur 42 Prozent der Stimmen. Auffallend ist der gewaltige Unterschied im Wahlverhalten von Frauen und Männern. Während Donald Trump bei Männern besser abschneidet (50 % zu 45 %), stehen Frauen ganz eindeutig hinter Joe Biden (60 % zu 34 %).

Joe Biden hängt Donald Trump in den Swing States ab

Unterdessen kann sich Joe Biden auch in den Swing States über gute Werte freuen. So liegt der frühere Obama-Vize nach einer neuen Umfrage (New York Times/Siena College) in North Carolina mit vier Punkten vorne (46 % zu 42 %). Auch hier schneidet Biden bei Frauen wesentlich besser ab als der Präsident. 2016 hat Trump den Bundessaat noch mit 3,7 Prozentpunkten vor Hillary Clinton gewonnen.

Auch in Georgia, das seit 1996 fest in der Hand der Republikaner ist, läuft es derzeit alles andere als gut für Donald Trump. Dort liegt Joe Biden nach einer neuen Umfrage (Quinnipac) mit sieben Punkten vorne (51 % zu 44 %). Fast schon dramatisch schlecht für Trump sind hier die Ergebnisse beim Early Voting. Diejenigen, die bereits seit dem 12. Oktober in Georgia ihre Stimmen abgeben, scheinen jedenfalls eine klare Vorliebe für Joe Biden zu haben. Der demokratische Kandidat liegt hier mit 59 % zu 39 % vorne. Ob Donald Trump diesen Rückstand in Georgia aufholen kann, ist äußerst fraglich.

Umfragen zur US-Wahl 2020: Donald Trump gegen Joe Biden

Da eine Umfrage für sich alleine nicht allzu viel Aussagewert besitzt, ist es immer besser, einen Blick auf die durchschnittlichen Werte aller relevanten Umfragen zu werfen. Hier zunächst ein Blick auf die landesweiten Umfragen. Weiter unten folgen die Umfragen in den entscheidenden Swing States, die über den Ausgang der Präsidentschaftswahl 2020 entscheiden werden. Neu aufgenommen in diese Liste ist nun auch der US-Bundesstaat Texas, der seit 1980 fest in republikanischer Hand ist, in diesem Jahr aber laut den Umfragen hart umkämpft ist. (Stand 14.10.2020, Quelle: FiveThirtyEight)

Landesweite Umfrage

KandidatStimmenanteil
Joe Biden52,3 %
Donald Trump42,1 %

Umfragen zu US-Wahl 2020: Trump verliert im Duell mit Biden an Boden

Update von Mittwoch, 14.10.2020, 12:00 Uhr: Neben Florida, Wisconsin und Pennsylvania scheint Donald Trump auch in einstigen republikanischen Hochburgen an Zustimmung zu verlieren. Wie aktuelle Umfragen ermitteln, liegt Herausforderer Joe Biden in Arizona bereits vor dem Amtsinhaber Trump. Dessen Vorsprung in Georgia und Texas ist auf ein absolutes Minimum geschrumpft, was alle drei Staaten in den Augen vieler Beobachterinnen und Beobachter bereits zu „Swing States“ macht.

In Georgia wird schon eifrig gewählt.

Update von Dienstag, 13.10.2020, 10:40 Uhr: Es wird immer deutlicher: Donald Trump verliert im Rennen mit seinem Herausforderer Joe Biden immer weiter an Boden. Besonders ungemütlich für Trump sind die Zahlen aus den wahlentscheidenden Swing States, konkret aus Wisconsin und Pennsylvania - hier liegt Joe Biden in einer neuer Umfrage mit 51 Prozent stattliche sieben Punkte vor Donald Trump, der nur noch auf 44 kommt.

Auch in Florida und Michigan liegt Biden deutlich vorn, in North Carolina liegen beide Präsidentschaftskandidaten gleichauf. Sollten diese Zahlen bis zum Wahltag am 3. November stabil bleiben und sollte Joe Biden tatsächlich in größeren Swing States wie Pennsylvania und gerade Florida vor Donald Trump liegen, hat der bisherige Amtsinhaber Donald Trump rein rechnerisch kaum noch Chancen auf den Wahlsieg.

Update von Dienstag, 06.10.2020, 14:40 Uhr: Donald Trump liegt auch nach seinem Krankenhausaufenthalt deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden zurück. Hatte sich die Kampagne um Donald Trump einen Aufschwung in den Umfragen erhofft, nachdem sich der Präsident als starker Mann inszeniert hatte, dem das Coronavirus nichts anhaben kann, hat sich diese Hoffnung schnell verflüchtigt.

Donald Trump und Joe Biden liefern sich einen Schlagabtausch.

Denn Joe Biden, letzte Woche noch mit einem recht komfortablen landesweiten Vorsprung von elf Prozentpunkten auf Donald Trump ausgestattet, profitiert sogar von Donald Trumps Show rund um seine Coronavirus-Infektion und legt weitere fünf Prozent zu. Analysten vermuten in den US-Medien die Desillusionierung einiger Trump-Fans hinter der Umfragen-Delle des Präsidenten. Seine Erkrankung habe vielen Anhängern vor Augen geführt, dass auch er nicht vor einer Pandemie geschützt ist und schützen kann, die er lange klein geredet hatte.

US-Wahl 2020: Joe Biden fordert Donald Trump heraus

Erstmeldung: Washington – Seit dem 20. Januar 2017 sitzt Donald Trump im Weißen Haus. Nach knapp vier Jahren im Amt muss sich der Republikaner nun zur Wiederwahl stellen. Der Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl am 3. November 2020 ist Joe Biden, der acht Jahre lang unter Barack Obama als Vizepräsident gedient hat. Die Frage, wer die besseren Karten im Rennen ums höchste Amt der USA besitzt, lässt sich am besten mit einem Blick auf die aktuellen Umfragen in den wahlentscheidenden Swing States beantworten.

Nun sind Umfragen vor allem nach der Wahl 2016 ein wenig ins Gerede gekommen. Immerhin galt Hillary Clinton damals fast einhellig als klare Favoritin, nur um sich dann doch Donald Trump geschlagen geben zu müssen. Allerdings waren die Umfragen auch damals recht verlässlich, nur in seltenen Fällen gab es wirkliche Ausreißer. Auch bei der US-Wahl 2020 vertrauen die meisten Experten deshalb wieder auf die Zahlen der diversen Umfrage-Institute.

Umfragen zur US-Wahl 2020: Swing States kommt entscheidende Bedeutung zu

In den USA sind Vorhersagen aber vor allem deshalb so schwer zu treffen, weil es bei der Präsidentschaftswahl nun mal nicht auf die Gesamtstimmenzahl ankommt. Denn das Volk wählt seine Präsidenten nicht direkt. Am 3. November 2020 werden in den einzelnen Bundesstaaten nur die 538 Wahlleute bestimmt, die dem sogenannten Electoral College (EC) angehören. Diese kommen 41 Tage nach der Wahl in den jeweiligen Hauptstädten ihrer Bundesstaaten zusammen, um ihre Stimmen für den künftigen US-Präsidenten und den Vizepräsidenten abzugeben. Das ist dieses Jahr am 14. Dezember der Fall. Um zum nächsten Präsidenten gewählt zu werden, muss ein Kandidat eine Mehrheit von 270 Stimmen erreichen.

Joe Biden und Donald Trump kämpfen um die Präsidentschaft in den USA.

Nun ist es so, dass in vielen US-Bundesstaaten eine der beiden großen Parteien in der Regel über eine deutliche Mehrheit verfügt. Hier wird gerne von blauen und roten Staaten gesprochen, wobei Blau für die Demokraten und Rot für die Republikaner steht. Anders sieht es dagegen in jenen Bundesstaaten aus, in denen niemand von vornherein mit einer Mehrheit rechnen kann. Diese werden deshalb als Swing States („Schwankende Staaten“) oder gar Battleground States („Schlachtfeld-Staaten“) bezeichnet. Der Wahlkampf wird dort besonders intensiv geführt. Zu den offenen Staaten gehören neben den genannten auch zwei Bezirke: Maine 2nd District (1 Stimme im EC) und Nebraska 2nd District (1). 

US-Wahl 2020: Umfragen in den Swing States

Arizona (11 Stimmen im EC)

Joe Biden48,8 %
Donald Trump45,1 %

Florida (29)

Joe Biden49,1 %
Donald Trump45,0 %

Georgia (16)

Joe Biden47,8 %
Donald Trump46,6 %

Iowa (6)

Joe Biden47,8 %
Donald Trump47,3 %

Michigan (16)

Joe Biden50,6 %
Donald Trump42,7 %

Minnesota (10)

Joe Biden50,6 %
Donald Trump41,5 %

Nevada (6)

Joe Biden49,5 %
Donald Trump43,2 %

New Hampshire (4)

Joe Biden53,8 %
Donald Trump42,3 %

North Carolina (15)

Joe Biden49,0 %
Donald Trump45,8 %

Ohio (18)

Joe Biden47,0 %
Donald Trump46,8 %

Pennsylvania (20)

Joe Biden50,9 %
Donald Trump43,8 %

Texas (38)

Joe Biden47,0 %
Donald Trump48,5 %

Wisconsin (10)

Joe Biden50,8 %
Donald Trump43,1 %

Umfragen zur US-Wahl 2020: Blaue und rote Staaten

Blaue Staaten 2020 für die Demokraten

  • Als sichere blaue Staaten gelten
  • Connecticut (7 Stimmen im EC)
  • Delaware (3)
  • District of Columbia (3)
  • Hawaii (4)
  • Illinois (20)
  • Kalifornien (55)
  • Maine 1st District (1)
  • Maryland (10)
  • Massachusetts (11)
  • New Jersey (14)
  • New Mexico (5)
  • New York (29)
  • Oregon (7)
  • Rhode Island (4)
  • Vermont (3)
  • Washington (12)
  • Sehr wahrscheinlich blau
  • Colorado (9)
  • Maine (2)
  • Virginia (13)

Rote Staaten 2020 für die Republikaner

  • Als sichere rote Staaten gelten
  • Alabama (9)
  • Arkansas (6)
  • Idaho (4)
  • Kentucky (8)
  • Louisiana (8)
  • Mississippi (6)
  • Nebraska (2)
  • Nebraska 1st District (1)
  • Nebraska 3rd District (1)
  • North Dakota (3)
  • Oklahoma (7)
  • South Dakota (3)
  • Tennessee (11)
  • West Virginia (5)
  • Wyoming (3)
  • Sehr wahrscheinlich rot
  • Alaska (3)
  • Indiana (11)
  • Kansas (6)
  • Missouri (10)
  • Montana (3)
  • South Carolina (9)
  • Utah (6)

Rubriklistenbild: © afp/Jessica McGowan

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare