US-Präsident Donald Trump lässt sich auch in Pennsylvania von seinen dicht gedrängten Anhängern bejubeln – trotz Corona-Pandemie.
+
US-Präsident Donald Trump lässt sich auch in Pennsylvania von seinen dicht gedrängten Anhängern bejubeln – trotz Corona-Pandemie.

US-Wahl 2020

Nach Donald Trumps Corona-Erkrankung: Joe Bidens Hoffnung bleibt unerfüllt

US-Präsident Donald Trump setzt nach seiner Corona-Infektion unbeirrt seinen Wahlkampf fort. Vor dicht gedrängten Anhängern zieht er über seinen Herausforderer Joe Biden her.

Washington - Rund drei Wochen vor der US-Wahl 2020 ist US-Präsident Donald Trump zurück. Nach seiner Corona-Erkrankung lässt er sich auf seiner Wahlkampftour wieder von seinen Anhängern bejubeln. Sie stehen dicht gedrängt, eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen nur die wenigsten – trotz der anhaltenden Corona-Pandemie. Und in den Augen seines Herausforderers Joe Biden verbreitet Trump seit seiner Corona-Infektion mehr Falschinformationen über das Virus als zuvor.

„Ich habe für seine Genesung gebetet, als er Covid bekommen hat, und ich hatte gehofft, dass er wenigstens etwas geläutert daraus hervorgehen würde“, sagte Biden am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt vor der US-Wahl 2020 in Pembroke Pines im US-Bundesstaat Florida. „Aber was hat er getan? Er hat die Fehlinformationen nur intensiviert, die er zuvor gemacht hat, und macht es damit noch schlimmer.“

US-Wahl 2020: Donald Trump spricht nach Corona-Erkrankung von „lebenslanger Immunität“

Trump hatte Anfang Oktober seine Corona-Infektion bekanntgegeben. Keine zwei Wochen später steht er wieder auf der Wahlkampfbühne, bereits in drei Wochen kommt es bei der US-Wahl 2020 zum Showdown zwischen ihm und Herausfordere Biden. „An jeden, der kämpft, um sich von dem Virus zu erholen: Ich fühle euren Schmerz, weil ich euren Schmerz gefühlt habe. Und wir werden das Virus gemeinsam schlagen“, sagte Trump bei einem Auftritt in Johnstown im Bundesstaat Pennsylvania vor dicht gedrängten Anhängern.

Der 74-Jährige fragte in die Menge, wer bereits Corona hatte, und sagte anschließend: „Ihr seid jetzt immun.“ Trump beklagte, dass ihm nicht zugestanden werde, dass er nun lebenslang immun sein. „Sie hassen es, es zuzugeben, weil ich es hatte.“ Früher habe es stets geheißen, dass nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung lebenslange Immunität bestehe, behauptete Trump.
Experten gehen davon aus, dass Menschen nach einer Corona-Infektion vermutlich immun sind. Für wie lange und wie absolut ein Schutz existiert, ist aber noch unklar. Das Robert Koch-Institut etwa schreibt dazu: „Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird.“

Donald Trump fühlte sich wie „Superman“

Trump hatte die Amerikaner nach der Entlassung aus der Klinik aufgerufen, keine Angst vor dem Coronavirus zu haben. Er war unter anderem mit einem Antikörper-Mittel behandelt worden, das für gewöhnliche Patienten noch lange nicht verfügbar sein dürfte. Die aggressive Behandlung ließ vielen Experten zufolge - entgegen der Darstellung des Weißen Hauses - auf eine ernstere Erkrankung schließen – und das so kurz vor der US-Wahl 2020.

„Eine großartige Sache am Präsident-Dasein ist, wenn man sich nicht hundertprozentig fühlt, hat man mehr Ärzte, als man dachte, dass es auf der Welt gibt“, sagte Trump am Dienstag. Mit Blick auf das Antikörper-Mittel sagte er, er habe sich wie „Superman“ gefühlt, als er es bekommen habe.

US-Wahl 2020: Donald Trump liegt in landesweiten Umfragen hinter Herausforderer Joe Biden

Trump und Biden treten bei der US-Wahl 2020 am 3. November gegeneinander an. In landesweiten Umfragen, die wegen des komplizierten Wahlsystems mit Vorsicht zu genießen sind, liegt Biden vor Trump. Der Amtsinhaber, der sich nach seiner Covid-19-Erkrankung vor seinen Anhängern vitaler denn je präsentiert, ging seinen Herausforderer wie gewohnt persönlich an und stellte Biden (77) als vergesslich und orientierungslos dar. „Wisst ihr, was das bewirkt? Es setzt mich noch mehr unter Druck. Könnt ihr euch vorstellen, gegen so einen Typen zu verlieren?“

In mehreren US-Bundesstaaten können Wähler ihre Stimme zur US-Wahl 2020 bereits jetzt abgeben - per Post oder persönlich. Der Bezirk Harris County in Texas, wo die frühe persönliche Stimmabgabe am Dienstag (13.10.2020) erstmals möglich war, verzeichnete einen Rekordandrang. Noch nie hätten mehr als 128.000 Menschen an einem einzigen Tag vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgegeben, hieß es in einem Tweet der zuständigen Verwaltung. (msb mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare