Nach US-Wahl 2020

Donald Trump: Erster Topberater wendet sich ab und will mit Joe Biden kooperieren

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Donald Trump weigert sich, die Wahlniederlage zu akzeptieren und verhindert eine geregelte Amtsübergabe. Sein Topberater sieht das anders.

  • Donald Trump wehrt sich weiter gegen seine Niederlage bei der US-Wahl 2020.
  • Joe Biden steht als Wahlsieger und neuer US-Präsident fest.
  • Robert O‘Brien, Topberater von Donald Trump, stellt Biden nun eine geordnete Amtsübergabe in Aussicht - die Lage im Überblick:

Washington D.C. - Donald Trump bleibt weiterhin stur. Dass er der eigentliche Sieger der US-Wahl 2020 sei, machte er erst kürzlich erneut auf Twitter deutlich: „Ich habe die Wahl gewonnen“, schrieb er. Statt eine geregelte Amtsübergabe an Joe Biden einzuleiten, sträubt er sich und blockiert sogar den Zugang zu Dokumenten der Geheimdienste.

Aus dem unmittelbaren Umfeld des amtierenden US-Präsidenten sind aktuell allerdings gegenteilige Signale zu hören: Einer der Topberater von Donald Trump, Robert O‘Brien sendet solche Signale. Er stellte Biden in einem Interview eine geregelte Amtsübergabe in Aussicht. Im selben Atemzug betonte O‘Brien jedoch ebenfalls, dass er die Wahl noch nicht für entschieden halte. Eine „sehr professionelle Übergabe der Amtsgeschäfte“ werde es demnach nur geben, wenn das Ergebnis tatsächlich feststehe. „Und offensichtlich sieht es jetzt danach aus“, sagte er und überraschte damit viele. Das Interview gab er im Rahmen des digitalen „Global Security Forums“.

Donald Trump verweigert Amtsübergabe: US-Präsident scheitert mit Klagen

Als Voraussetzung nannte O‘Brien, dass Scheitern von Donald Trumps Klagen gegen die US-Wahl. Im Interview betonte er: „Das Großartige an den Vereinigten Staaten ist, dass wir den Staffelstab selbst in den umstrittensten Zeiten weitergegeben haben und friedliche, erfolgreiche Übergänge hatten.“

In Hinblick auf eine mögliche Zusammensetzung des Weißen Hauses unter Joe Biden sagte Berater O‘Brien: „Sie werden sehr professionelle Leute haben, um diese Positionen einzunehmen. Viele von ihnen waren schon einmal hier und haben viel Zeit im Weißen Haus in früheren Regierungen verbracht.“

Joe Biden drängt auf rasche Amtsübergabe des US-Präsidenten Donald Trump

Robert O‘Brien (Mitte) ist einer der wichtigsten Berater von Donald Trump. (Archivfoto)

Joe Biden erneuerte nochmals die Forderung, eine Übergabe der Regierungsgeschäfte einzuleiten. Falls man sich nicht koordiniere, „könnten mehr Menschen sterben“, so Biden mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in den USA. Als Beispiel nannte Biden die Koordinierung einer Impfstoff-Verteilung. „Wenn wir mit dem Beginn der Planungen bis zum 20. Januar warten müssen, verlieren wir einen Monat, eineinhalb Monate“, erklärte er weiter.

Mittlerweile sind in den USA mehr als 245.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © Alex Wong/AFP

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