USA: TV-Debatte

Donald Trump lehnt neue Regeln für nächstes TV-Duell ab: „Ich habe doch gewonnen“

  • vonMirko Schmid
    schließen

Die Kommission für Präsidentschaftsdebatten will nach dem Chaos im ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden die Regeln ändern, hat die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. Der heißt: Donald Trump.

Update vom Freitag, 2.10.2020, 06.45 Uhr: Weil US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden beim TV-Duell nichts besseres zu tun hatten, als sich konstant zu unterbrechen und ins Wort zu fallen, endete die Debatte bekanntlich im totalen Chaos. Damit das bei den folgenden zwei Duellen nicht erneut passiert, haben die Veranstalter bekannt gegeben, für diese die Regeln zu ändern.

„Das Format benötigt zusätzliche Struktur, um eine geregelte Diskussion über die Themen sicherzustellen“, gab die Kommission für Präsidentschaftsdebatten bekannt - ein überparteiliches Gremium, das die Fernsehduelle seit 1988 organisiert. Eine mögliche Änderung könnte laut der Nachrichtenagentur AP sein, dass die Moderatorin und die Moderatoren die Möglichkeit haben, das Mikrofon der Kandidaten abzuschalten.

Doch die Kommission hat die Rechnung ohne den Wirt, in dem Fall Donald Trump, gemacht. Der US-Präsident verkündete via Twitter, er werde einer Änderung der Regeln für die Debatten am 15. Oktober und am 22. Oktober nicht zustimmen. „Warum sollte ich der Kommission erlauben, die Regeln für die zweiten und dritten Debatten [sic] zu ändern, wenn ich das letzte Mal locker gewonnen habe?“, fragte Trump seine Follower.

Die Kommission wiederum benötigt allerdings weder die Erlaubnis des US-Präsidenten noch die seines Herausforderers, um die Regeln für das TV-Duell festzulegen. Trump hätte höchstens die Möglichkeit, nicht an einem TV-Duell teilzunehmen.

DuellDatumOrtModeration
1. Duell29. SeptemberCleveland, OhioChris Wallace (FOX)
2. Duell15. OktoberMiami, FloridaSteve Scully (C-SPAN)
3. Duell22. OktoberNashville, TenneseeKristen Welker (NBC)

Update vom Donnerstag, 1.10.2020, 11.45 Uhr: Donald Trump ist für sein etwas merkwürdiges Verhältnis zur Wahrheit bekannt. Im Grunde ist es fast unmöglich, all die Lügen, Märchen und Irreführungen aufzuzählen, die der US-Präsident während seiner Amtszeit von sich gegeben hat. Im Sommer hatte die Datenbank der „Washington Post“ schon mehr als 20.000 Unwahrheiten zusammengetragen.

Kein Wunder also, dass sich Donald Trump nach dem chaotischen TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden zum Sieger der ersten Debatte vor der Präsidentschaftswahl erklärt hat. „Wir haben die Debatte nach jedem Maßstab mühelos gewonnen“, sagte der Republikaner im Garten des Weißen Hauses, ehe er seinen Gegner in wenigen Worten niedermachte: „Er war doch sehr schwach. Er sah schwach aus, er jammerte.“

Donald Trump erzählt in Duluth wieder Märchen.

Bei einem Wahlkampfauftritt in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota ging Donald Trump noch einen Schritt weiter und behauptete glattweg, dass Joe Biden die beiden noch geplanten TV-Debatten absagen werde: „Joe Biden hat schwer verloren. Er sollte den Rest seiner Debatten absagen. Wie ich höre, wird er sie auch absagen. “ Tatsächlich hatte Bidens Wahlkampfteam nur wenige Stunden nach der chaotischen Debatte zugesagt, dass der frühere Vizepräsident auch bei den noch ausstehenden TV-Debatten auftreten würde. Zudem ist Joe Biden überhaupt nicht befugt, Präsidentendebatten einfach abzusagen.

Außerdem nutzte Donald Trump den Auftritt, um seine Angriffe auf Joe Biden fortzusetzen. „Ich habe Joe Biden für seine 47 Jahre der Lügen, 47 Jahre des Verrats und 47 Jahre des Scheiterns zur Rechenschaft gezogen“, sagte Trump zu Beginn seines Auftritts in Anspielung auf die lange politische Karriere seines Kontrahenten. „Joe Biden ist zu schwach, um dieses Land zu führen“, behauptete Trump.

Nach chaotischem TV-Duell: Kommission plant Regeländerungen für Debatten

+++ 20:36 Uhr: Joe Biden hat nach seinem Auftritt im TV-Duell zur Präsidentschaftswahl 2020 das Verhalten seines Kontrahenten Donald Trump als „Peinlichkeit für das Land“ bezeichnet. Trump habe in der 90 Minuten dauernden Debatte alles versucht, um abzulenken, sagte Biden am Mittwoch der Presse. „Trump hat keinen Plan, keine Ideen“, sagte Biden im US-Bundesstaat Ohio am Mittwoch. Weiter wurde der Kandidat der Demokraten gefragt, was er Wählern sage, die nach der Debatte genug von der Politik hätten. Seine Antwort: „Ich kann es verstehen“.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten fielen sich während des TV-Duells oft gegenseitig ins Wort. Vor allem Amtsinhaber Donald Trump unterbrach den Herausforderer Biden ständig. Um bei den zwei folgenden Debatten mehr Struktur zu schaffen, kündigte die dafür zuständige Kommission Regeländerungen an. „Die Debatte von gestern Abend hat deutlich gemacht, dass zu dem Format der verbleibenden Debatten zusätzliche Struktur eingeführt werden sollte, um eine geordnetere Diskussion über die Themen sicherzustellen“, erklärte die Kommission am Mittwoch.

Konkret sollen „zusätzliche Instrumente, um die Ordnung aufrecht zu erhalten“ geplant sein. Die nächsten TV-Duelle sollen am 15. und 22. Oktober stattfinden.

+++ 17:12 Uhr: Der demokratische Kandidat Joe Biden hat nach dem ersten TV-Duell mit US-Präsident Donald Trump sein ganz persönliches Fazit gezogen. Auf Twitter teilte Biden ein Videoschnipsel aus der chaotischen Debatte, in dem Trump als weinendes Baby dargestellt wird. Garniert hat Biden die Bilder mit der Frage „Had enough?“. Dass Donald Trump genug hat, darf man allerdings nicht ernsthaft erwarten. Auf beide Kandidaten kommen noch zwei weitere TV-Duelle zu. Bleibt nur zu hoffen, dass diese dann konstruktiver ablaufen.

Trump gegen Biden: Eine der schlimmsten Debatten, die Amerika je gesehen hat

+++ 10.10 Uhr: So eine TV-Debatte hat es wohl noch nie gegeben. US-Präsident Donald Trump fiel seinem Herausforderer ständig ins Wort, Joe Biden wiederum bezeichnete den Amtsinhaber während der 90 Minuten als „Rassisten“, „Lügner“, „Clown“, „Putins Welpen“ und „den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte“. Moderator Chris Wallace hatte Mühe, die Kontrahenten auf Kurs zu halten. Das Ergebnis: Chaos. Kommentatoren sprachen von einer der schlimmsten Debatten, die Amerika gesehen hat. Neue Einsichten brachte das Streitgespräch kaum. Zuschauer reagierten in ersten Umfragen genervt und verärgert.

Donald Trump sorgte mit seinen Zwischenrufen immer wieder dafür, dass Joe Biden viele Gedanken nicht zu Ende bringen konnte. Der ehemalige Vizepräsident reagierte meist mit Kopfschütteln und einem ironischen Lächeln und wehrte sich gelegentlich in leicht resigniertem Ton. „Würden Sie mal die Klappe halten, Mann?“, fragte er an einer Stelle. Dem erfahrenen TV-Journalisten Chris Wallace als Moderator entglitt schnell die Kontrolle - vor allem weil er es kaum schaffte, Trump zur Ordnung zu rufen. „Herr Präsident, lassen Sie ihn ausreden“, appellierte er.

Trump-Anhänger verfolgen die erste TV-Debatte zwischen dem US-Präsidenten und Joe Biden.

TV-Debatte: Trump fällt Joe Biden immer wieder ins Wort

Ein Muster wiederholte sich während der Debatte ständig: Donald Trump unterbrach und stellte ungedeckte Behauptungen auf, Joe Biden schlug zurück. Auch beim Umgang mit der Corona-Krise lief es ähnlich. „Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten“, sagte Trump. Biden konterte, Trump habe sich „völlig unverantwortlich“ verhalten und so Tausende gefährdet. 

Biden betonte, dass er als Präsident zum Tragen von Masken ermutigen würde, weil das viele Menschenleben retten könne. Trump warf ein, dass einige den Nutzen von Masken bestreiten. „Keine ernsthafte Person hat das Gegenteil behauptet“, hakte Biden ab. Als der Herausforderer dann sagte, die USA müssten im Umgang mit der Corona-Krise smarter werden, fuhr der Präsident ihn an: „Verwenden Sie nie das Wort smart bei mir. Verwenden sie nie dieses Wort. An Ihnen ist nichts smart, Joe.“

In diesem Tonfall verlief ein Großteil der gesamten 90 Minuten, wie auch merkur.de* berichtet. Es war ein Streit zwischen zwei wütenden Männern, die sich gegenseitig verabscheuen.

Donald Trump und Joe Biden lieferten sich eine Schlammschlacht.

TV-Debatte zwischen Trump und Biden: Wer sind die „Proud Boys“?

+++ 08:35: Donald Trumps Antwort auf die Frage, was er der Neonazi-Gruppe „Proud Boys“ zu sagen habe, schlägt hohe Wellen. Sowohl im US-Fernsehen als auch in den sozialen Medien ist Trumps Antwort, die rechtsextreme Gruppe solle „einen Schritt zurück machen und sich bereithalten“ das bestimmende Thema nach der ersten Debatte mit Herausforderer Joe Biden. Die "Proud Boys" selbst zeigen sich hoch erfreut über Trumps Aufforderung, wie ein Tweet zeigt.

Doch wer sind die „Proud Boys“ eigentlich? Hier erfahren Sie mehr über die „Hass-Hipster“.

CNN-Faktenchecker Daniel Dale: „Dieser Präsident ist ein Serienlügner, der in Serie lügt“

+++ 06:56: CNN-Faktenchecker Daniel Dale fällt ein vernichtendes Urteil über Donald Trump und seine Performance im Rahmen des ersten TV-Duells: „Dieser Präsident ist ein Serienlügner, der in Serie lügt. Das ist in seinem Charakter begründet. Trump ist ein unpräsidialer Lügner im Oval Office. Er führt eine Strategie der Desinformation.“ Auf Trumps unbewiesene Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Briefwahl sagt Dale: „Im Grunde ist alles, was er über die Briefwahlen sagt falsch.“ 

+++ 06:30: Donald Trump und seine Strategie, seinen Herausforderer Joe Biden nicht zu Wort kommen zu lassen, wird in den sozialen Medien scharf kritisiert. Beststeller-Autor Steven Kind wünscht sich auf Twitter, dass die Moderatoren der folgenden Debatten die Möglichkeit haben sollten, das Mikrofon der Kandidaten auszuschalten.

Ein CNN-Analyst bringt Donald Trumps Verhalten während des TV-Duells auf den Punkt: „Heute Nacht war er seine eigenen Tweets“.

+++ 05:55 Eine Umfrage von CNN sieht Joe Biden ebenfalls als Gewinner des TV-Duells. 60 Prozent der Befragten bestätigen dem Herausforderer die bessere Performance, nur 28 Prozent sehen Donald Trump als Sieger. Bemerkenswert ist, dass dieselbe Gruppe an Befragten vor dem Duell Biden zwar mit 56 Prozent als Sieger erwartet hatte, Präsident Trump hingegen einen Absturz hinnehmen muss. Ihn hatten vor der Debatte 43 Prozent als Sieger vermutet. Noch deutlicher ist Bidens Vorsprung in der Frage, wer der glaubwürdigere Kandidat sei. Hier führt Biden mit 65 Prozent vor Trump mit 29.

Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris lobt Joe Bidens Performance, Donald Trump verliert erste Blitzumfrage

+++ 04:47 Eine erste Blitzumfrage des Senders CBS News sieht Joe Biden mit 48 Prozent als Sieger des TV-Duells, Donald Trumps Performance konnte 41 Prozent der Befragten überzeugen. Sinnbildlich für die Debatte: 69 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlten sich von der Debatte genervt, nur 31 Prozent geben an, dass sie das Duell unterhalten habe.

+++ 04:53 Kamala Harris, Kandidatin der Demokraten für die Vizepräsidentschaft, lobt auf CBS News die Performance ihres Kandidaten Joe Biden und betont ebenfalls, dass er damit gepunktet habe, in die Kamera geschaut zu haben. Auf dem landesweiten Kabelsender CNN sprechen Analysten hingegen über Bidens Frustration über Donald Trumps ständige Unterbrechungen. Sätze wie „es ist hart, gegen diesen Clown zu Wort zu kommen“ und „würden Sie mal die Klappe halten, Mann?“ hätten nicht vollständig souverän gewirkt.

+++ 04:47 Während die ersten Blitzumfragen nach dem TV-Duell laufen, geben politische Analysten im US-TV erste Einschätzungen ab. Hervorgehoben wird, dass Biden gut vorbereitet ins Duell gegangen sei und häufig direkt in die Kamera seine Wählerschaft angesprochen habe, während Donald Trumps Strategie darauf ausgelegt zu sein schien, Biden möglichst nicht zu Wort kommen zu lassen.

Donald Trump gibt im Gegensatz zu Joe Biden kein Bekenntnis dazu ab, den Wahlausgang zu akzeptieren

+++ 04:40: Die letzte Frage von Moderator Wallace richtet sich erneut an beide Kandidaten. Er fragt, ob Trump und Biden ihre Unterstützer dazu aufrufen werden, keine Unruhen zu starten, wenn ein Ergebnis bekannt wird und sich ruhig zu verhalten, bis ein Ergebnis von einer unabhängigen Stelle bestätigt wird.

Donald Trump weicht der Frage aus: "Ich werde meine Unterstützer darum bitten, sich die Wahlen genau anzuschauen. Sie betrügen! Es gibt Wahlzettel in Mülleimern mit dem Namen Trump darauf."

Joe Biden antwortet unmissverständlich: "Ja. Es wird in einigen Staaten dauern, bis alle Stimmen ausgezählt sind. Die Briefwahlen sind nichts anderes als eine Möglichkeit, die unsere Soldaten im Einsatz schon immer nutzen. Hier ist der Deal: Ich werde das Ergebnis akzeptieren. Wenn alle Stimmen ausgezählt sind, werde ich den Ausgang respektieren."

Joe Biden ruft die Bevölkerung der USA auf: „Wählt, wählt, wählt! Er wird euch nicht aufhalten. Habt keine Angst!“ 

+++ 04:33: Nun geht es um die Integrität der Wahl. Moderator Wallace fragt die Kandidaten, wie sicher die Wahl ihrer Meinung sei und wie sie mit einem Ergebnis umgehen würden. Joe Biden verweist auf das FBI, das bestätigt hatte, dass die Briefwahlen sicher seien. Donald Trump wolle die Menschen vom Wählen abhalten. Biden direkt an die Wähler: "Wählt, wählt, wählt! Er wird euch nicht aufhalten. Habt keine Angst. Wenn wir gewählt haben, wird er weg sein. Er wird sich nicht im Amt halten können. Was wir uns nicht leisten können, sind vier weitere Jahre seiner Lügen".

Trump antwortet: "Vom ersten Tag, als ich die Wahl gewonnen hatte, waren meine Gegner ein Desaster für dieses Land. Ich habe das alles auf Band. Es wurden Wahlscheine im ganzen Land mit dem Namen Trump im Mülleimer gefunden. Wir werden sehen, wer die Wahl gewinnt. Ich denke wir werden gewinnen, weil die Leute finden, dass wir einen wunderbaren Job gemacht haben."

Joe Biden über Donald Trump: „Er hat einfach Angst davor, dass die Stimmzettel ausgezählt werden.“

Wallace weist Trump darauf hin, dass bei den Zwischenwahlen 2018 rund ein Viertel aller Wähler per Briefwahl abgestimmt hätten und fragt, wie er nun an der Legitimität dieser Wahlscheine zweifeln könne, während er es vor zwei Jahren nicht tat. Donald Trump weicht der Frage aus wiederholt seine Zweifel an der Briefwahl. Joe Biden: „Er hat einfach Angst davor, dass diese Stimmen ausgezählt werden.“

+++ 04:22: Donald Trump wird gefragt, warum er, wenn er an den Klimawandel glaube, Programme seines Vorgängers Obama zurückgefahren habe, welche dem Klimaschutz gedient hatten. Trump erklärt, dass diese Programme zu teuer waren. Joe Biden verteidigt die unter Präsident Obama in die Wege geleiteten Anstrengungen, den Klimawandel aufzuhalten. Diese hätten Millionen gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen.

Joe Biden über Donald Trump: „Er ist Putins Welpe“

+++ 04:18: Die Kandidaten sollen erklären, warum sie ihrer Meinung nach gewählt werden sollten. Donald Trump: „Nie hat ein Präsident mehr geleistet in drei Jahren als ich. Trotz des ‚Amtsenthebungs-Hoax‘. Der Wirtschaft ging es unter mir gut wie nie. Ohne Corona wäre alles gut.“ Joe Biden: „Trump ist Putins Welpe. Mit ihm ist die USA kranker, schwächer, ärmer geworden. Milliardäre sind trotz COVID-19 reicher geworden, während Millionen ihren Job verloren haben. Als ich unter Obama im Amt war, hatten wir außerdem 50 Prozent weniger Gewalt in den USA.“

Anschließend wird Joe Biden emotional, als er auch seinen Sohn vor Trumps Anschuldigungen verteidigt, Soldaten wären "Lutscher" und Verlierer.

Donald Trump nennt Antifa gefährlich und distanziert sich nicht von Rechtsextremen

+++ 04:13: Wallace fragt Joe Biden, ob er die demokratischen Bürgermeister der Städte, in denen Unruhen ausgebrochen waren, je angerufen und sie darum gebeten habe, die gewalttätigen Proteste zu beenden. Biden antwortet, dass er derzeit in keinem öffentlichem Amt sei und die Bürgermeister wüssten, was zu tun ist. Donald Trump hingegen würde beständig Öl ins Feuer gießen und die Unruhen anheizen.

Die nächste Frage geht an Donald Trump. „Sie haben die Antifa als terroristisch bezeichnet. Würden sie das selbe über White Supremacists sagen?“ Trump: „Alles was ich derzeit an Gewalt sehe, geht von der linken Seite aus. Ich sage Ihnen eins: Das ist kein Problem der politischen Rechten. Es ist ein Problem der Linken. Die Antifa ist eine gefährliche, radikale Bewegung.“

Zur Gruppe der rechtsradikalen „Proud Boys" befragt, sagt Trump lediglich, sie sollten sich zurück- und bereithalten. Wofür sich die Neonazis bereithalten sollen, sagt Trump nicht.

Donald Trump über Programme gegen Rassismus in Schulen: „Dort wird Schülern beigebracht, unser Land zu hassen.“

+++ 04:05: Moderator Wallace: „Gibt es strukturellen Rassismus in diesem Land?“ Donald Trump weicht der Frage aus. Auf die Frage, warum er Programme zur Sensibilisierung gegen Rassismus in den Schulen abschaffen möchte, antwortet der Präsident: „Dort wird den Schülern beigebracht, unser Land zu hassen.“ Joe Biden antwortet, dass Donald Trump und seine Freunde auf Leute herabschauen würden, die eine andere Hautfarbe, Religion oder Herkunft hätten. 

Donald Trump thematisiert nun die Unruhen, die im Anschluss an die Proteste gegen rassistisch motivierte Gewalt in Städten wie Chicago ausgebrochen waren. Diese hätten Biden und seine „linksradikalen“ Freunde zu verantworten.

+++ 03:58: Nun geht es um die Unruhen, die um den Tod von George Floyd entstanden waren und die Proteste gegen Rassismus in den USA. Donald Trump wirft Joe Biden vor, nicht an Recht und Gerechtigkeit zu glauben. Vielmehr habe er schwarzen Amerikanern als Vizepräsident geschadet.

Joe Biden über Donald Trump: „Es ist hart, gegen diesen Clown zu Wort zu kommen.“

+++ 03:54: Nun geht es um die Rolle von Joe Bidens Sohn in der Ukraine-Affäre, die Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingebracht hatte. Während Biden redet, unterbricht Trump ihn beständig. Moderator Wallace fordert den Präsidenten auf, seinen Herausforderer ausreden zu lassen. Biden: „Er wird mich nicht antworten lassen, weil er weiß, dass ich die Wahrheit sage. Es ist hart, gegen diesen Clown zu Wort zu kommen.“

Moderator Wallace erklärt Donald Trump erneut die Regeln. Jeder Duellant habe abwechselnd zwei ununterbrochene Minuten, um ein Statement abzugeben.

+++ 03:46: Moderator Wallace fragt Donald Trump, ob es wahr sei, dass er im Jahr 2016 nur 750 Dollar an Steuern gezahlt habe. Trump: „Ich habe Millionen an Steuern gezahlt.“ Wallace: „Ich habe Sie nach dem Jahr 2016 gefragt. Ist es richtig, dass sie in diesem Jahr nur 750 Dollar Steuern gezahlt haben?“ Trump: „Ich habe Millionen gezahlt.“ Joe Bidens Antwort wird erneut von Amtsinhaber Trump unterbrochen.

+++ 03:43: Donald Trump möchte, nachdem er seine zwei Minuten Redezeit als erster hatte, auf Joe Bidens Einlassungen antworten. Moderator Wallace weist ihn darauf hin, dass er bereits dran war. Trump: „Aber er hat ein Statement gemacht.“ Wallace: „Genau wie Sie.“

+++ 03:41: Nun geht es um die Wirtschaftspolitik nach Corona. Donald Trump wirft Joe Biden vor, dass statt 200.000 Menschen 2 Millionen gestorben wären, wäre Biden Präsident der USA gewesen. Er selbst habe die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie hervorragend stabilisiert. Amerika werde wunderbar zurückkommen aus der Pandemie. Joe Biden erklärt, dass Milliardäre wie Trump sich um die Folgen der Pandemie keine Sorgen machen müssten und spricht die Menschen vor den Bildschirmen an: „Für euch ist das anders.“

Joe Biden bittet Moderator Wallace: „Können sie ihn einen Moment zum Schweigen bringen?“

+++ 03:33: Präsident Trump will Joe Biden absprechen, dass Wort „schlau“ zu nutzen, da dieser sein College als „einer der schlechtesten seines Jahrgangs“ abgeschlossen habe. Es wird persönlich. Bidens Antwort wird erneut von Donald Trumps Zwischenrufen unterbrochen. Biden zu Moderator Wallace: „Können sie ihn einen Moment zum Schweigen bringen?“

Joe Biden und Donald Trump liefern sich eine chaotische Debatte, Moderator Chris Wallace kämpft um Ordnung

+++ 03:31: Donald Trump verspricht eine Impfung gegen das Corona-Virus in nächster Zeit. Joe Biden: „Das ist der selbe Mann, der im Frühjahr gesagt hat, dass die Pandemie sich wie ein Wunder erledigt haben wird, wenn es warm wird. Er traut seinen eigenen Wissenschaftlern nicht. Sie hätten aus dem Golf-Bunker heraus und ins Weiße Haus kommen sollen.“ Und Trump? Fällt ihm ins Wort.

Donald Trump: „Präsident Trump hat Leben gerettet. Präsident Trump hat einen phänomenalen Job gemacht.“

+++ 03:24: Der nächste Themenblock beginnt. Die Corona-Pandemie rückt in den Mittelpunkt. Joe Biden wirft Donald Trump erneut vor, keinen Plan zu haben und betont, dass Trump seit Februar um die verheerenden Ausmaße der Pandemie wusste und dennoch nicht gehandelt zu haben. Vielmehr habe er „gewartet und gewartet“ und sei in Panik verfallen.

Donald Trump sieht die Schuld bei China unterstellt Biden, dass unter seiner Administration weit mehr Menschen gestorben wären, da Biden die Grenzen nicht geschlossen hätte. Trump zitiert vermeintliche Stimmen aus seinem Umfeld: „Präsident Trump hat Leben gerettet. Präsident Trump hat einen phänomenalen Job gemacht.“

+++ 03:21: Joe Biden verteidigt „Obama-Care“ gegen Donald Trump, der das Gesundheitssystem umstellen möchte: „Wie so oft hat Donald Trump keinen Plan. Er weiß faktisch nicht, worüber er redet.“ Und Donald Trump? Unterbricht ihn. Mehrfach.

Joe Biden zu Donald Trump: „Könnten Sie bitte einen Moment ruhig sein, während ich rede?“

+++ 03:15: Präsident Donald Trump fällt seinem Herausforderer Joe Biden schon nach wenigen Minuten in jeden Satz. Biden: „Könnten Sie bitte einen Moment ruhig sein, während ich rede?“ Auch Moderator Chris Wallace bleibt vor Trumps Zwischenrufen nicht verschont und maßregelt den Präsidenten: „Ich bin der Moderator der Debatte und ich hätte gerne, dass Sie mich meine Frage stellen lassen.“ Inhalt des ersten Themenblocks: das amerikanische Gesundheitssystem.

Donald Trump und Joe Biden stehen beim ersten TV-Duell um die Präsidentschaft der USA Rede und Antwort

+++ 03:07: Donald Trump erklärt die Auswahl seiner für den Supreme-Court nominierten Kandidatin Amy Coney Barrett: „Ganz einfach, wir haben die Wahl gewonnen. Wir haben den Senat, wir haben das Weiße Haus, also steht uns die Nominierung zu.“ Joe Biden entgegnet: „Die Wahlen sind nicht vorbei, die Wahlen sind in vollem Lauf. Millionen Menschen haben bereits abgestimmt. Wir sollten die Wahlen abwarten.“

+++ 03:05: Moderator Chris Wallace erklärt die „Spielregeln" des TV-Duells. Corona-bedingt kein Handschlag zu Beginn, aus dem Publikum kein Applaus, keine Buhrufe. Beide Kandidaten antworten abwechselnd zuerst in je sechs Themenblöcken zu je 15 Minuten. Anschließend wird die Diskussion jeweils freigegeben.

+++ 02:50: In wenigen Minute betreten die TV-Duellanten Donald Trump und Joe Biden die Bühne. Moderator Chris Wallace (FOX News) hat angekündigt, keinen Echtzeit-Faktencheck machen zu wollen. Stattdessen möchte er „so unsichtbar wie möglich“ bleiben. Wallace übrigens, obwohl bei Trumps „Heimsender“ FOX engagiert, ist registrierter Demokrat und gilt als politisch neutral.

Erstmeldung von Dienstag, 29.09.2020: USA - Sie stehen im Rampenlicht einer historischen Tradition: Heute treffen US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden im TV-Duell aufeinander. Bis zu 84 Millionen US-Bürger sahen das letzte TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump 2016.

Nur noch wenige Minuten bis zum TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden, die letzten Vorbereitungen laufen.

Trump gegen Biden: Das TV-Duell um die US-Präsidentschaft hat eine lange Tradition

Das TV-Duell hat eine lang währende Vorgeschichte. Bereits 1858 debattierten die damaligen Kandidaten für den Senat der USA von Illinois, Abraham Lincoln und Stephen A. Douglas nicht weniger als sieben Mal öffentlich. Ihr Thema damals: die Zukunft der Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Ein Thema, das im Zuge der Black Lives Matter-Bewegung auch im Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hochaktuell ist. Zu jener Zeit folgte einem einstündigen Redeblock eine dreißig Minuten währende Antwort des Konkurrenten und eine halbstündige Zusammenfassung. Begleitet wurde die Debatte von überregionalen Zeitungen.

1948 folgte die erstmals im Rundfunk ausgetragene Debatte. Seinerzeit debattierten die republikanischen Kandidaten Harold Stassen und Thomas E. Dewey über ein Verbot der Kommunistischen Partei. Erstmals zum Aufeinandertreffen zwischen demokratischen Anwärtern kam es 1956, als Adlai Stevenson und Estes Kefauver aufeinander trafen.

Joe Bidens Blaupause: John F. Kennedy gewann (auch) durch eine überragende TV-Debatte

Die eigentliche Geburtsstunde der Präsidentschaftsdebatten im landesweiten US-Fernsehen fand 1960 statt. Damals überrundete der gut aufgelegte Demokrat John F. Kennedy den müde wirkenden Republikaner Richard Nixon in vier im Fernsehen ausgestrahlten Debatten - einer mehr, als sich nun Joe Biden und Donald Trump stellen müssen.

Nixon, Vizepräsident unter Parteifreund Eisenhower und von zahlreichen Wahlkampfterminen gehetzt, traf zum ersten Duell gesundheitlich angeschlagen im Studio ein. Der sonnengebräunte Demokrat Kennedy verzichtete auf Schminke, woraufhin auch Nixon einen Maskenbildner ablehnte. Im Laufe des TV-Duells versagte dem kränkelnden Nixon mehrmals die Stimme. Kennedy machte mit seinem Auftritt die notwendigen Pluspunkte und gewann die Wahl.

TV-Duell 2016: Donald Trump verfolgte Hillary Clinton wie ein wildes Tier

Bis heute gilt diese Präsidentschaftsdebatte als Geburtsstunde eines wahlentscheidenden Events. So war es 1980 die republikanische Legende Ronald Reagan. Der ehemalige Schauspieler manövrierte Jimmy Carter im TV-Duell aus und brachte den damaligen Präsidenten um eine zweite Amtszeit. Carter ist neben Gerald R. Ford (1974-1977) und George H. W. Bush (1989-1993) der dritte US-Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg, dem eine zweite Amtszeit verwehrt blieb. Joe Biden wird alles daran legen, dass mit Donald Trump ein vierter hinzukommt.

Hatte Amtsinhaber und Platzhirsch Donald Trump es vor vier Jahren noch geschafft, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton mit der Attitüde eines lauernden Raubtieres auflaufen zu lassen, liegt die Rolle des Jägers nun beim ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden.

Alle TV-Duelle zwischen Donald Trump und Joe Biden im Überblick

Durch das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden wird Fox News-Moderator Chris Wallace in der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio führen. Als Themen sind vor allem die bisherigen politischen Leistungen der Kandidaten, die Neubesetzung des Supreme Court, die Corona-Pandemie, Rassismus und Gewalt in den Städten sowie die Integrität der Wahl und die Wirtschaftspolitik vorgesehen.

Das zweite TV-Duell wird Steve Scully moderieren, der für das Fernsehnetzwerk C-SPAN arbeitet. In einem sogenannten „Town Hall Meeting“ werden Donald Trump und Joe Biden im Adrienne Arsht Center for the Performing Arts in Miami, Florida nicht hinter Rednerpulten stehen, sondern sich mit Mikrofonen in der Hand frei durch die Wahlarena bewegen, während sie ihre Statements abgeben.

Die dritte und finale Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden wird in der Belmont University in Nashville, Tennessee stattfinden - moderiert von Kristen Welker. Die NBC-Moderatorin tritt somit in die Fußstapfen von Pauline Frederick und Barbara Walters, die 1976 als erste Frauen ein finales TV-Duell geleitet hatten.

Joe Biden muss sich steigern und angreifen, um Trump die Stirn zu bieten

Im TV-Duell geht es für Donald Trump und Joe Biden vor allem um eines: Die Mobilisierung der jeweiligen Lager. Die politische Mitte der USA ist ausgedörrt. Beide Kandidaten stehen nun in der Pflicht, ihre Klientel an die Urnen zu bringen. Dazu wollen beide die Debatte nutzen, die um 3 Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit beginnt. (Von Mirko Schmid) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitalredaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Jack Rendulich

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare