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Corona-Krise in den USA

Joe Biden kritisiert Impfstrategie: Neuer Höchststand an Corona-Infektionen in den USA

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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In den USA verschärft sich die Corona-Krise erneut. Wieder wurde ein neuer Höchststand an Corona-Infektionen registriert. Joe Biden übt scharfe Kritik.

  • USA: Erneut wurde ein neuer Höchststand an Corona-Infektionen in den USA registriert.
  • In Hollywood werden wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen sämtliche Dreharbeiten eingestellt.
  • Joe Biden kritisiert die Impfstrategie in den USA und kündigt faire Verteilung des Impfstoffs an.

Update vom Samstag, 09.01.2021, 10.00 Uhr: Wieder ist ein neuer Höchststand an Corona-Infektionen verzeichnet worden. Wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns Hopkins-Universität vom Freitag (08.01.2021) hervorging, wurden binnen 24 Stunden fast 290.000 neue Ansteckungen übermittelt. Auch etwa neue 3670 Todesfälle wurden in den USA registriert.

USA: Neuer Höchststand an Corona-Infektionen in den USA registriert

Die USA sind in absoluten Zahlen das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Seit Pandemie-Beginn infizierten sich in den USA nachweislich mehr als 21,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 368.000 von ihnen starben. Am Donnerstag hatten die US-Behörden eine Höchstzahl von 4000 Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. Etwa 131.000 Corona-Infizierte werden derzeit in US-Krankenhäusern behandelt.

Corona in den USA: Joe Biden kritisiert die Impfstrategie.

Corona in den USA: Joe Biden übt scharfe Kritik an Impfstrategie

Mitte Dezember hatten in den USA die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Der gewählte US-Präsident Joe Biden kritisierte die Umsetzung der Impfkampagne am Freitag scharf. „Impfstoffe geben uns Hoffnung, aber die Umsetzung ist ein Hohn“, sagte Biden. Er forderte eine deutliche Beschleunigung der Corona-Impfungen. Die Verteilung der Impf-Dosen sei „die größte logistische Herausforderung, der wir als Nation je gegenüberstehen werden“, sagte Biden.
Die US-Behörden hatten als Ziel ausgegeben, bis Ende Dezember 20 Millionen US-Bürger gegen das Coronavirus zu impfen. Tatsächlich wurden bisher nur sechs Menschen in den USA gegen das Coronavirus geimpft. Zugelassen sind in dem Land der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sowie das Vakzin des US-Unternehmens Moderna.

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 06.50 Uhr: Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden weitere 3936 Verstorbene gezählt. Der vorherige Rekord hatte bei 3920 Toten gelegen und war sechs Tage zuvor registriert worden.

Die USA sind von den absoluten Zahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Pandemie stieg nach den jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf 357.067. Die Gesamtzahl der erfassten Infektionsfälle liegt inzwischen bei mehr als 21 Millionen. Zuletzt wurden 250.173 neue Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Derzeit sind der Westen und Süden der USA besonders stark von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus betroffen. In der kalifornischen Millionenmetropole Los Angeles wurden Mitarbeiter von Rettungsdiensten zuletzt angewiesen, Patienten mit sehr niedrigen Überlebenschancen nicht mehr in die Krankenhäuser zu bringen. Die dortigen Kliniken sind wegen der hohen Zahl von Corona-Patienten völlig überlastet.

Corona in USA: Fast 4000 Corona-Tote an einem Tag – Hollywood stellt alle Dreharbeiten ein

Update vom Donnerstag, 31.12.2020, 06.50 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen sind in Hollywood erneut nahezu sämtliche Dreharbeiten eingestellt worden. Die Produktion sei bis mindestens Mitte Januar unterbrochen, hieß es in einem Schreiben der Schauspielergewerkschaft Sag-Aftra an ihre Mitglieder. Die Gesundheitsbehörden des Kreises Los Angeles hatte die Filmproduzenten zuvor aufgefordert, angesichts des „katastrophalen“ Anstiegs der Corona-Zahlen eine Pause einzulegen. In Südkalifornien gilt bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Viele Krankenhäuser sind überlastet und können keine weiteren Notfälle mehr aufnehmen. Hollywood hatte bereits im März einen erstem Produktionsstopp verhängt. Erst im Sommer gingen die Dreharbeiten für einige Produktion wieder los, allerdings in viel geringerem Umfang als normal.

Die Zahlen sind in der Tat dramatisch. Wie die Johns-Hopkins-Universität mitteilte, starben 3927 Menschen binnen 24 Stunden an den Folgen einer Corona-Infektion. Das ist ein neuer Tageshöchstwert. Zudem wurden 189.671 Neuansteckungen registriert. Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als 341.800 Menschen an einer Corona-Infektion, über 19,7 Millionen Ansteckungen wurden verzeichnet. Bislang erhielten 2,8 Millionen Menschen eine erste Impfdosis - weitaus weniger, als die von Amtsinhaber Donald Trump bis zum Jahresende versprochenen 20 Millionen Impfungen.

In Hollywood wird wegen hoher Corona-Zahlen derzeit nicht mehr gedreht.

Gewählter US-Präsident Biden zu Kampf gegen Corona: „Größte operative Herausforderung“

Update vom Mittwoch, 30.12.2020, 6.59 Uhr: Der gewählte Präsident der USA Joe Biden hat das Handeln der Regierung seines Amtsvorgängers Donald Trump bei den Impfungen gegen Corona kritisiert. Die noch amtierende Regierung falle hinter ihren eigenen Plan zur Verteilung des Impfstoffs zurück, kritisierte Biden nach Angaben der Nachrichtenagentur afp. Die Impfungen in den USA haben Mitte Dezember begonnen.

In einer Rede am Dienstag (29.12.2020) bezeichnete Biden die Impfkampagne als „größte operative Herausforderung“, mit der die Amerikaner als Nation jemals konfrontiert wären. Bidens Regierung will sicherstellen, dass sichere Impfstoffe gleichmäßig verteilt werden, so dass sich alle Bürger:innen, unabhängig von Hautfarbe und Wohnort impfen lassen könnten. Nach seinem Amtsantritt am 20. Januar werde er seine gesamte Regierung für die Impfkampagne mobilisieren, kündigte Joe Biden an.

Der künftige Präsident Biden zeigte sich optimistisch. Die Corona-Krise in den USA werde sich im neuen Jahr entspannen. Er warnte jedoch damit, dass die nächsten Wochen und Monate sehr hart werden. Er wies darauf hin, dass der Plan seiner Regierung Zeit brauche, bis sichtbare Ergebnisse eintreten. Joe Biden rechnet damit, dass Verbesserungen möglicherweise erst im März sichtbar werden.

Joe Biden und Kamala Harris werben für Impfungen. Die Maßnahme gegen Corona soll für alle, unabhängig von Hautfarbe und Wohnort erhältlich sein.

USA: Künftige Vizepräsidentin Kamala Harris wirbt für Impfungen gegen Corona

Die künftige Vizpepräsidentin Kamala Harris ließ sich am Dienstag (29.12.2020) im Fernsehen impfen. Harris wollte damit um Vertrauen in die Impfung werben. Corona hat die Schwarzen Amerikaner:innen unverhältnismäßig stark getroffen. Der Anteil der Infizierten und Toten ist überproportional hoch. Auch die Impfskepsis ist bei ihnen ausgeprägt. Auf Twitter dankte Harris den Mitarbeiter:innen im Gesundheitssystem und den Wissenschaftler:innen, die die Impfungen möglich machen.

Streit über Corona-Hilfen spaltet Trumps Republikaner

Unterdessen hat die Forderung von Donald Trump nach höheren Corona-Hilfszahlungen ein heftiges politisches Gerangel ausgelöst - mit ungewöhnlichen Allianzen. Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, blockierte nun den Versuch der Demokraten, ein rasches Votum über eine Anhebung der Direkthilfen zu erreichen, und fing sich harsche Kritik von Trump ein. Sofern die Republikaner keine „Todessehnsucht“ hätten, müssten sie die 2000-Dollar-Zahlungen alsbald ermöglichen, schrieb der Präsident auf Twitter.

In keinem anderen Land gibt es so viele bekannte Corona-Infektionen und -Tote wie in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben. Im Schnitt wurden in den letzten sieben Tagen täglich rund 180.000 Neuinfektionen verzeichnet. Im US-Staat Colorado wurde nun bei einem jungen Mann die neue Coronavirus-Variante nachgewiesen, die erstmals in Großbritannien entdeckt worden war und die möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form ist.

Corona-Hilfspaket in den USA: Donald Trump setzt Konjunkturpaket doch in Kraft

Update vom Montag, 28.12.2020, 8.11 Uhr: Donald Trump hat seine Blockadehaltung im Streit um das Corona-Hilfspaket in den USA aufgegeben und das Konjunkturpaket in Höhe von 900 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Damit wurde ein drohender Shutdown der US-Bundesbehörden verhindert. Das teilte das Weiße Haus am Sonntagabend (27.12.2020) mit.

Corona-Hilfspaket in den USA: Trump gibt Blockade auf

Das Maßnahmenpaket Corona soll Impulse für die Wirtschaft der USA bringen und Mittel für den Kampf gegen das Coronavirus und Impfungen bereitstellen. Außerdem sollen Bürger:innen finanziell unterstützt werden.

Donald Trump bezeichnete das Paket zunächst als Schande und drohte mit einem Veto. Die Zahlung an die Amerikaner:innen sollte höher als die vorgesehenen 600 Dollar ausfallen. Das Repräsentantenhaus soll am Montag (28.12.2020) über eine Erhöhung der Zahlung auf 2000 Dollar abstimmen. Für eine Aufstockung des Betrags ist außerdem eine Zustimmung des Senats nötig. Dort haben die Republikaner die Mehrheit, die sich gegen ein größeres Konjunkturpaket aussprechen.

Donald Trump gibt seine Blockade auf. Das Repräsentantenhaus soll aber über eine Erhöhung der Zahlung an die Bürger:innen der USA abstimmen. (Symbolbild)

USA: Trump droht im Streit um Corona-Hilfspaket mit Shutdown

Erstmeldung vom Sonntag, 27.12.2020: Washington, D.C. - In den USA droht für viele Menschen eine Katastrophe, sollte Präsident Donald Trump sich nicht bald dazu durchringen, das milliardenschwere Corona-Hilfspaket und den Etat abzusegnen. Trump blockiert derzeit das vom Kongress beschlossene Hilfspaket, das 900 Milliarden Dollar umfasst und unter anderem Einmalzahlungen von 600 Dollar für Bürger:innen beinhaltet. Legt er sein Veto ein, würde die Arbeitslosenhilfe für rund zehn Millionen Menschen auslaufen, genau wie eine Maßnahme, die Mieter:innen vor einer Zwangsräumung schützt - und es gäbe ab Montag um Mitternacht (28.12.2020, Ortszeit) einen Shutdown, also eine Stilllegung der Behörden.

Denn das Corona-Hilfspaket ist an ein neues Haushaltsgesetz für die USA gekoppelt. Wird dieses nicht vom Präsidenten unterschrieben, seien auch etwa die Gehälter für das Militär in Gefahr, warnte der künftige Präsident Joe Biden. Er warf Donald Trump am Samstag (26.12.2020) „Verantwortungslosigkeit“ vor. Trump weigert sich, das Paket zu unterzeichnen, weil er unter anderem eine höhere Einmalzahlung als 600 Dollar verlangt. Das hatten auch die Demokraten ursprünglich vorgeschlagen: Wie Trump forderten sie Schecks über 2000 Dollar, doch in den Verhandlungen über das Paket mit den Republikanern blieben lediglich 600-Dollar-Schecks übrig.

Donald Trump weigert sich, das mühsam verhandelte Corona-Hilfspaket für die USA zu unterschreiben.

Donald Trump blockiert Corona-Hilfspaket - Shutdown in den USA droht

Nach Trumps Erklärung kehrten die Demokraten dann zu ihrer ursprünglichen 2000-Dollar-Forderung zurück und legten diese am Donnerstag (24.12.2020) als Änderungsvorlage zu dem Corona-Hilfspaket dem Repräsentantenhaus vor. Die Vorlage wurde von den Republikanern abgelehnt. Die Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, forderte Donald Trump auf, seine eigenen Parlamentarier diesbezüglich unter Druck zu setzen. Pelosi kündigte außerdem an, dass sie am Montag (28.12.2020) das Repräsentantenhaus zu einer Sitzung einberufen wolle, um formell über die Änderungsvorlage abzustimmen. Die Änderung würde dann voraussichtlich diese Kongresskammer passieren, da die Demokraten dort in der Mehrheit sind. Im Senat, der ebenfalls zustimmen müsste, dominieren allerdings die Republikaner.

Das neue Hilfsprogramm soll die früheren Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie ergänzen. Bereits im März hatte der US-Kongress ein gigantisches Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht. Es handelte sich mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar um das größte Hilfspaket der US-Geschichte. Die Finanzmittel wurden dann im April mit einem weiteren Hilfsprogramm aufgestockt.

Drohender Shutdown in den USA: Donald Trump will höhere Einmalzahlungen im Corona-Hilfspaket

Donald Trump bekräftigte am Samstag (26.12.2020) seinen Widerstand gegen den Haushaltsbeschluss des Parlaments. Er wolle, dass die „großartigen Bürger“ jeweils eine Sonderzahlung von 2000 Dollar bekämen, schrieb der scheidende US-Präsident auf Twitter. Das parteiübergreifend beschlossene Gesetz sehe lediglich eine „lumpige“ Summe von 600 Dollar vor.

Trumps Veto kann mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit vom Kongress überstimmt werden. Es ist in den USA nahezu beispiellos, dass ein Präsident sein Veto gegen ein Gesetz einlegte, das von beiden Parlamentskammern mit überwältigender Mehrheit beschlossen worden war. Am vergangenen Mittwoch (23.12.2020) hatte Donald Trump auch sein Veto gegen den vom Kongress bewilligten Verteidigungshaushalt eingelegt. Sollten Paket und Etat nicht nach Trumps Wünschen abgeändert werden und dessen Veto vom Kongress überstimmt werden, könnte er es noch immer aussitzen, indem er bis zu seinem Abgang am 20. Januar nicht unterschreibt.

Joe Biden kritisiert Donald Trump für Blockade des Corona-Hilfspakets

Joe Biden warnte, der Widerstand des scheidenden Präsidenten gegen die Haushaltsbeschlüsse bedeute, dass „kleine Unternehmen diesen harten Winter nicht überleben“. Die Bürger seien auf Zahlungen „so bald wie möglich“ angewiesen, um mit den verheerenden Auswirkungen der Corona-Krise fertig zu werden, erklärte der Demokrat.

Die Vereinigten Staaten sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 18,9 Millionen Menschen haben sich seit Pandemie-Beginn mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert, mehr als 331.900 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (Ines Alberti mit AFP)

Rubriklistenbild: © JIM WATSON / afp

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