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Trump gegen Biden

Chaos in Afghanistan: Joe Biden macht Donald Trump verantwortlich

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Donald Trump feuert nach dem Einmarsch der Taliban in Kabul gegen Joe Biden. Der schlägt mit gleicher Münze zurück.

Kabul/Washington, D.C. – Donald Trump sieht sich in seiner Meinung vollauf bestätigt. Der chaotische Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ist für den 45. US-Präsidenten ganz offenbar der Beweis, dass sein Nachfolger im Amt nichts taugt. Nach dem Einmarsch der Taliban in Kabul sei es höchste Zeit für Joe Biden, „in Schande“ zurückzutreten „für das, was er in Afghanistan zugelassen hat“, erklärte Trump, der Biden vorwarf, sich den Taliban „ergeben“ zu haben.

Schon zuvor hatte Trump Bidens Abzugspläne mehrfach kritisiert und behauptet, er selbst hätte den Truppenabzug „ganz anders und viel erfolgreicher“ bewerkstelligt. „Was Joe Biden mit Afghanistan gemacht hat, ist legendär“, so Trump. „Es wird als eine der größten Niederlagen in die amerikanische Geschichte eingehen.“

Donald Trump wettert gegen Joe Biden.

Debakel in Afghanistan: Donald Trump fordert Rücktritt von Joe Biden

Joe Biden selbst schlug mit gleicher Münze zurück. In einer Fernsehansprache im Weißen Haus am Montag (16.08.2021) machte er nämlich keinen Geringeren als Donald Trump für das Debakel in Afghanistan verantwortlich. Grund ist das Friedensabkommen, das Trump mit den Taliban unterzeichnet und den Truppenabzug eingeleitet hat.

Die ersten direkten Gespräche zwischen den USA und den Taliban hatten in der Amtszeit von Donald Trump im Jahr 2018 in Doha in Katar begonnen. Am 29. Februar 2020 kam es zu einer Vereinbarung, in der ein Zeitplan für den Abzug der US-Truppen abgesteckt wurde. Der Abzug verzögerte sich zwar zwischenzeitlich, begann dann aber unter Trumps Nachfolger Biden im Mai 2021. Parallel zu den USA zogen auch die anderen Nato-Truppen aus Afghanistan ab, darunter die Bundeswehr.

Abzug der US-Truppen aus Afghanistan: Donald Trump wirft Joe Biden Inkompetenz vor

Doch Donald Trump hatte für Bidens Schuldzuweisung nur ein müdes Lächeln übrig. „Es geht nicht darum, dass wir Afghanistan verlassen haben“, erklärte der frühere US-Präsident. „Es geht um die extrem inkompetente Art und Weise, in der wir abgezogen sind.“

Joe Biden scheint das alles wenig zu kümmern. Er stehe voll und ganz hinter seinem Entschluss, so Biden. Er sei zwar „zutiefst traurig“ über die Entwicklung in Afghanistan, bedaure seine Entscheidung aber keineswegs. Vielmehr hätten ihn die jüngsten Ereignisse sogar darin bekräftigt, dass sein Entschluss richtig sei. „Afghanische Politiker haben aufgegeben und sind aus dem Land geflohen. Das afghanische Militär ist in sich zusammengefallen, manchmal ohne auch nur zu versuchen zu kämpfen.“ Für Biden zog deshalb einen Schlussstrich unter Afghanistan: „Amerikanische Soldaten können und sollten nicht in einem Krieg kämpfen und sterben, den die afghanischen Streitkräfte selbst nicht kämpfen wollen.“

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Debakel in Afghanistan: Donald Trump attackiert Joe Biden

Für Biden sind also alle anderen Schuld am Debakel in Afghanistan. Die afghanische Armee, die dortige Regierung und Donald Trump. Nur die Taliban beschuldigte er nicht. Und sich selbst auch nicht. Donald Trump aber dürfte die kommenden Tage weiter damit zubringen, Joe Biden zu attackieren. Mit seinen Schuldzuweisungen und seiner fehlenden Empathie hat sich Biden in der Tat angreifbar gemacht. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © DAVID DEE DELGADO/afp

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