Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ivanka Trump Jared Kushner Tiffany Trump
+
Der Trump-Clan: Ihre Reisen könnten die Steuerzahlenden in den USA teuer zu stehen kommen. (Archivbild)

Reisen auf Kosten der öffentlichen Hand

Donald Trump: Reisen seiner Familie kosten den Staat weiter Millionen-Summen

  • VonMirko Schmid
    schließen

Auch nach dem Auszug von Donald Trump kosten die Reisen seiner Kinder die USA Steuergelder im sechsstelligen Bereich. Vorher fiel Trumps Navy-Chef negativ auf.

Washington D.C. - Donald Trump ist inzwischen seit mehr als einem Vierteljahr aus dem Weißen Haus ausgezogen und widmet sich in seinem Golfresort Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida seinen Rache- und Karriereplänen. Doch obwohl Trump nominell politisch Privatier ist, nehmen die Kinder des Milliardärs weiterhin Annehmlichkeiten auf Kosten der Steuerzahlenden in Anspruch.

Wie die Initiative „Citizens for Responsibility & Ethics in Washington“ (CREW) in Erfahrung bringen konnte, haben Angestellte der US-Geheimdienste alleine im Februar Abrechungen in Höhe von rund 140.000 Euro für Reisen mit Eric Trump, Ivanka Trump und Donald Trump Jr. eingereicht.

„CREW“ geht davon aus, dass tatsächlich noch weitaus mehr Steuergelder für die Privatreisen der Trump-Sprösslinge geflossen sein könnten. Insgesamt wurden den Trumps sechs Monate eingeräumt, in welchen die Steuerzahlenden in den USA für die Sicherheit ihrer Reisen aufkommen. Im ersten Monat nach dem Auszug der Familie Trump aus dem Weißen Haus betrugen die Reisekosten der Geheimdienstmitarbeitenden 52.296,75 US-Dollar, für Unterkunft und Verpflegung kamen noch einmal 88.678,39 Dollar zusammen.

Die privaten Reisen der Kinder von Donald Trump könnten die USA rund eine Million Dollar kosten

Ein Kostenpunkt: Die begleitete, zehntägige Reise von Ivanka Trump und ihrem Ehemann Jared Kushner nach Salt Lake City. Und auch Eric Trump nahm den staatlich finanzierten Sicherheitsservice in Anspruch. Gemeinsam mit seiner Frau Lara ging es auf Reisen nach Westchester im Bundesstaat New York, Queens, Miami, Lake Placid und Palm Beach. Die letzte dieser Reisen führte das Ehepaar also in die Wahlheimat von Donald Trump, trotzdem kostete Sie die öffentliche Hand 10.000 US-Dollar.

Unsere Themenseite

Alles über den 45. Präsidenten der USA und seine Familie erfahren Sie in den Trump-News.

Donald Trump Jr. ließ sich ebenfalls auf seinen Reisen begleiten - unter anderem nach New York City, Long Island und zu anderen Ziele im Staate New York. Die Ethik-Initative „CREW“ rechnet vor: „Wenn alleine ein Monat des erweiterten Geheimdienstschutzes der Trump-Kinder 140.000 US-Dollar kostet, könnten die vollen sechs Monate die Steuerzahler fast eine Million US-Dollar kosten.“ Dazu kommt, dass die eigentliche Summe verfälscht sein könnte. Denn Kosten, die den Geheimdiensten für Unterbringungen in den Liegenschaften der Trump Organization entstanden sein könnten, seien bisher noch nicht eingereicht worden.

Donald Trump lässt im Rahmen seiner Amtsgeschäfte Steuergeld in sein Unternehmen fließen

Schon während seiner Amtszeit hatte der damalige Präsident Donald Trump mit Vorliebe in seine Hotels und Resorts eingeladen und sich die Unterbringung seiner Gäste aus Steuergeldern bezahlen lassen. Dies führte immer wieder zu heftiger Kritik, da Trump ein staatlich finanziertes Beschäftigungsprogramm für seine eigenen Dienstleistungen vorgeworfen wurde.

Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Trumps Amtsvorgänger George W. Bush und Barack Obama ebenfalls auf den erweiterten Schutz der Geheimndienste für ihre Kinder zugegriffen hatten. Der Unterschied lag indes darin, dass die Kinder der Obamas und Bushs im Gegensatz zu den Trumps noch nicht über das College-Alter hinausgewachsen waren.

Die teuren Reisen des Navy-Staatssekretärs Braithwaite unter Donald Trump

Bei aller Empörung sind die Kosten der betreuten Reisen des Trump-Clans im relativen Vergleich eine Petitesse, sobald der Fokus auf die „Dienstreisen“ des ehemaligen Navy-Staatssekretärs Kenneth Braithwaite gerichtet wird. Der nämlich vollbrachte die Leistung, in weniger als einem Jahr mehr als 2,3 Millionen US-Dollar aus Steuergeldern für Reisen rund um die Welt auszugeben. Und das trotz ausdrücklicher Bitte um Zurückhaltungen in Zeiten der Corona-Pandemie. Seine Reisen führten ihn, den Chef der US-amerikanischen Marine, unter anderem nach Norwegen, Italien, Griechenland, Japan und Indien.

NameKenneth John Braithwaite II
Letzte PositionUnited States Secretary of the Navy
ParteiRepublikaner
Alter61 Jahre
KriegseinsätzeGolfkrieg, Irak-Krieg

Insgesamt ließ der Republikaner Braithwaite 22 Reisen abrechnen, seine Vorgesetzten, die damaligen Verteidigungsminister Mark Esper und Christopher Miller kamen in der gleichen Zeit auf „nur“ 15 Flüge. Besonders kritisch werden jene Reisen betrachtet, die Braithwaite an Orte führten, an denen gar keine Streitkräfte der US-Marine stationiert waren. Dazu gehört das winzige pazifische Atoll Wake Island. Dieses nutzt die Luftwaffe als Trainingsgebiet, die Navy hingegen ist dort nicht vor Ort. Allerdings nutzte Braithwaite den malerischen Hintergrund der kleinen Insel, um in einer Fliegerjacke seine Abschiedsbotschaft filmen zu lassen.

Danielle Brian, Geschäftsführerin der Initiative „Project On Government Oversight“ („POGO“) bezeichnet diese „Dienstreise“, welche die öffentliche Hand in den USA in der Woche vor der Amtseinführung des aktuellen Präsidenten Joe Biden alleine 232.000 US-Dollar kostete, einen „teuren Machtmissbrauch“. Mit seinem Gebaren reihte sich Kenneth Braithwaite jedoch nahtlos ein. Sein Vorgänger, Thomas Modly, musste zurücktreten, nachdem er für einen Flug zur Insel Guam, Teil des Inselstaates Mikronesien, 243.000 US-Dollar abrechnen ließ. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare