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Brett Kavanaugh ist Trumps Kandidat für den Obersten Gerichtshof.

USA

Donald Trump hält sich Abkehr von Brett Kavanaugh offen

Trumps Richterkandidat Brett Kavanaugh soll Partygäste begrapscht haben. Nun lässt der US-Präsident verlauten, dass er seine Meinung über die Nominierung auch ändern könne.

US-Präsident Donald Trump schließt nicht aus, die Nominierung von Brett Kavanaugh als Supreme-Court-Richter angesichts von Missbrauchsvorwürfen gegen den Richter zurückzuziehen. Falls er Kavanaugh für schuldig halte, einen sexuellen Übergriff begangen zu haben, könne er seine Meinung zu der Nominierung ändern, sagte Trump am Mittwoch in New York.

„Ich könnte überzeugt werden“, betonte er. „Ich werde sehen, was morgen passiert.“ Er werde sich die Anhörung von Kavanaugh und Christine Blasey Ford vor dem Justizausschuss des US-Senats anhören.

Er wolle hören, was die Frau zu sagen habe, sagte Trump. Noch könne er nicht sagen, ob ihre Angaben glaubhaft seien. Der Präsident betonte aber, Kavanaugh habe einen herausragenden Intellekt und er hoffe, dass er für den Supreme Court bestätigt werde. 

Weitere Vorwürfe gegen Kavanaugh

Unterdessen gibt es weitere Vorwürfe gegen Trumps Richterkandidaten: Eine dritte Frau erklärte nach Angaben ihres Anwalts, dass sie Zeugin von sexuellen Übergriffen durch Kavanaugh gewesen sei. Sie habe beobachtet, wie der heutige Richter bei Partys „exzessiv getrunken“ und Mädchen begrapscht habe, ließ Julie Swetnick erklären. 

Kavanaugh habe gemeinsam mit anderen versucht, Frauen mit gepanschten Drinks abzufüllen, um sie willenlos zu machen. Diese Frauen seien danach in angrenzenden Zimmern missbraucht worden. Sie selbst sei damals bei einer solchen Party Opfer einer Vergewaltigung geworden, schreibt Swetnick. Bei jener Party sei auch Kavanaugh anwesend gewesen. Welche Rolle Kavanaugh bei diesen Vorgängen genau gespielt haben soll, blieb in der Erklärung aber unklar.

Swetnick sagt, sie könne weitere Zeugen benennen, die diese Geschehnisse bestätigen könnten. Nach eigenen Angaben hat sie selbst für verschiedene Ministerien in Washington gearbeitet und daher zahlreiche Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen.

Swetnicks Anwalt ist Michael Avenatti. Er vertritt auch die Porno-Darstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt und behauptet, 2006 mit Donald Trump Sex gehabt zu haben. Clifford liefert sich heftige juristische Kämpfe mit dem Präsidenten in dieser Frage. Trump bestreitet die Affäre.

Ford und Kavanaugh sagen vor Justizausschuss des Senats aus

Kavanaugh ist der Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump für den freien Richterposten am Supreme Court. Der Justizausschuss des US-Senats soll am Freitag über die Nominierung des erzkonservativen Juristen abstimmen. Einen Tag zuvor will die Professorin Christiane Blasey Ford im Justizausschuss zu ihren Anschuldigungen gegen Kavanaugh aussagen. Sie wirft dem Juristen vor, dieser habe sie bei einer Schülerparty in den 80er Jahren zu vergewaltigen versucht. Kavanaugh weist das vehement zurück. Vor dem Justizausschuss des Senats sollen Ford und Kavanaugh am Donnerstag zu den Anschuldigungen aussagen.

Eine weitere Frau, Deborah Ramirez, hatte sich im „New Yorker“ mit dem Vorwurf gemeldet, Kavanaugh habe ihr während einer Studentenparty an der Elite-Universität Yale in den 80er Jahren sein Geschlechtsteil ins Gesicht gedrückt.  

Kavanaugh weist die Anschuldigungen energisch zurück. Bei einer Anhörung im Justizausschuss des US-Senats sollen am Donnerstag sowohl Ford als auch Kavanaugh zur Sache aussagen.(afp/dpa)

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