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Trump Organization ist schuldig - Gericht verurteilt Donalds Firma

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Von: Vincent Büssow

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Im Vorlauf auf die Präsidentschaftswahl ist Donald Trump in mehrere Gerichtsverfahren verwickelt. In einem Fall gibt es jetzt ein vernichtendes Urteil.

New York – Das Geschäftsimperium von Ex-US-Präsident Donald Trump ist wegen Steuerbetrugs und anderer Finanzverbrechen verurteilt worden. Die Trump Organization sei „in allen Anklagepunkten für schuldig befunden“ worden, erklärte der zuständige Staatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, auf Twitter am Dienstag (6. Dezember). Die Geschworenen des Gerichts sahen es demnach nach ihrer zweitägigen Beratung als erwiesen an, dass der Konzern Zusatzleistungen für Manager nicht angegeben und versteuert hatte.

Der Trump Organization droht damit eine Geldstrafe von mehr als 1,5 Millionen Dollar. Das genaue Strafmaß soll am 13. Januar verkündet werden. Donald Trump war nicht persönlich angeklagt. „Dies war ein Fall von Gier und Betrug. In Manhattan steht kein Unternehmen über dem Gesetz“, erklärte Bragg. Die Anwälte der Trump Organization kündigten an, in Berufung gehen zu wollen.

Donald Trump, Präsident der USA, verlässt in seiner Limousine Capitol Hill. Aufnahme vom 8. November 2018
Das Geschäftsimperium von Donald Trump ist in den USA unter anderem wegen Steuerbetrugs verurteilt worden. (Archivbild) © J. Scott Applewhite

Urteil in den USA: Vertrauter von Donald Trump entgeht langjähriger Haftstrafe

Die Vorwürfe gegen die Trump Organization, der Luxushotels, Golfclubs und Geschäftsimmobilien gehören, beziehen sich auf einen Zeitraum ab dem Jahr 2005. Spitzenmanager sollen geldwerte Vorteile erhalten haben, die aber nicht gegenüber dem Fiskus angegeben wurden.

Der langjährige Finanzchef der Familienholding, Allen Weisselberg, etwa bekam eine Luxuswohnung in Manhattan, zwei Mercedes-Dienstwagen für sich und seine Frau und Schulgeld für Enkelkinder bezahlt. Im Zuge einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft bekannte sich der langjährige Trump-Vertraute schuldig und sagte gegen das Unternehmen aus. Mit seinem Geständnis entging der heute 75-Jährige einer möglichen Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Stattdessen wurde er dazu verurteilt, insgesamt knapp zwei Millionen US-Dollar an fälligen Steuern und Strafe zu zahlen und bekam fünf Monate Haft sowie fünf weitere Jahre auf Bewährung auferlegt.

Urteil gegen Unternehmen von Donald Trump: Ex-Präsident spricht von „Hexenjagd“

In der aus hunderten Einzelunternehmen bestehenden Trump Organization sind die Immobiliengeschäfte des Ex-Präsidenten gebündelt. Der Prozess in den USA richtete sich konkret gegen die zur Trump Organization gehörenden Unternehmen Trump Corporation und die Trump Payroll Corp. Trump hatte das Familienunternehmen in den 70er Jahren von seinem Vater Fred Trump übernommen. Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 gab er die Leitung der Geschäfte an seine Söhne Donald Junior und Eric ab. Trump hatte zu Prozessbeginn in der von ihm mitgegründeten Online-Plattform Truth Social wie bereits in der Vergangenheit von einer „Hexenjagd“ gesprochen.

Der Ex-Präsident ist an mehreren Fronten in rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Unter anderem laufen Verfahren zur Untersuchung von Trumps Rolle bei dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 sowie der Mitnahme streng geheimer Dokumente in sein Florida-Anwesen Mar-a-Lago. Trotzdem hatte Trump erst vor Kurzem angekündigt, erneut bei der US-Präsidentschaftswahl kandidieren zu wollen. Inwieweit das Urteil aktuell Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl schadet, wird sich zeigen. (vbu mit AFP/dpa)

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