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Donald Trump Baseball
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Donald Trump und der Baseball: Die Beziehung ist kompliziert.

Donald Trump gegen US-Sport

Sport und Rassismus in den USA: Donald Trump findet neues Feindbild

  • VonMirko Schmid
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Die US-Baseballliga MLB reagiert auf Wahlgesetze, die Minderheiten von den Wahlurnen fernhalten sollen und verlegt ihr All-Star-Game. Donald Trump passt das gar nicht.

Atlanta, Georgia - Das Verhältnis zwischen Donald Trump und der Welt des US-Profisports ist kompliziert. Während sich der passionierte Golfer gerne mit Prominenten zeigt, die über eine gewisse Strahlkraft in Bereichen außerhalb der Politik verfügen, fällt es dem ehemaligen US-Präsidenten nicht leicht, seine eigene politische Agenda und die Geschehnisse in den Arenen des Landes voneinander zu trennen.

Das fing schon damit an, dass Donald Trump keinerlei Gefallen an der antirassistischen Geste des Schwarzen Football-Quarterbacks Colin Kaepernick finden konnte, der sich als Zeichen des Protests gegen die Ungleichbehandlung nicht-weißer US-Bürger während der Nationalhymne hinkniete - und damit viele Nachahmer fand. Für Trump waren jene, die sich Kaepernicks Geste anschlossen, schlicht „Hurensöhne“.

NBA und NFL: Donald Trump bekommt die Ablehnung des Profisports in den USA zu spüren

Auch mit Basketballern hatte es Donald Trump als Präsident nicht leicht. 2017 verweigerten die frisch als Meister gekürten Profis der Golden State Warriors den obligatorischen Besuch im Weißen Haus. Sie schlossen sich damit den Football-Champions der Philadelphia Eagles an, die Trump entgegen allen Traditionen die kalte Schulter zeigten, um gegen dessen rassistische Einlassungen zu protestieren. In den folgenden Jahren wiederholte sich das Spiel - die Warriors verteidigten ihren Titel in den Jahren 2018 und 2019 und blieben dem Weißen Haus weiter fern.

NameMajor League Baseball (MLB)
Gründung1869/1903
Teams30
TitelträgerLos Angeles Dodgers
RekordmeisterNew York Yankees (27 Titel)

Dem Protest der Golden State Warriors schlossen sich 2020 die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James an. Nach ihrem gewonnenen Meistertitel in der NBA ließen die Lakers verlauten, das Weiße Haus durchaus besuchen zu wollen - allerdings erst nach einem Auszug von Donald Trump. Der reagierte auf all die Absagen gewohnt souverän, indem er seine Einladungen umgehend und wortreich zurücknahm.

Megan Rapinoe profiliert sich als scharfe Kritikerin von Donald Trump

Auch mit dem Profi-Fußball, in den USA vorrangig eine Frauen-Domäne, hat Donald Trump kein leichtes Spiel. Denn der „Soccer“ hat eine Ikone, die als eine der schärfsten Trump-Kritikerinnen gilt: Megan Rapinoe. Während der WM 2019 wurde die spätere Torschützenkönigin des Turniers danach befragt, ob sie sich denn darauf freuen würde, im Falle eines Titelgewinns das Weiße Haus zu besuchen. Rapinoes Antwort im Wortlaut: „I‘m not going to the fucking White House.“ Die bekennend homosexuell lebende Rapinoe hatte Trumps Politik und Rhetorik bereits im Vorfeld der WM scharf angegriffen und gilt bis heute als eine der lautesten Stimmen gegen den ehemaligen Präsidenten.

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Und die Serie der Stimmen und Ereignisse aus Reihen des Profisports, welche Donald Trump gründlich die Stimmung verderben, reißt auch nach dem Auszug des Republikaners aus dem Weißen Haus nicht ab. Unlängst hatte die Baseball-Liga MLB beschlossen, ihr in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia geplantes All Star-Game an einen anderen Standort zu verlegen. Als Grund dafür nannten die Verantwortlichen ohne Umschweife die von der republikanischen Mehrheit in Georgia im März 2021 beschlossenen Gesetze, die die dort ansässigen Minderheiten von Wahlen ausschließen oder ihnen zumindest das Wählen erheblich erschweren sollen.

Donald Trump wettert gegen Baseball-Liga MLB

Donald Trump, der den Bundestaat Georgia bei der US-Wahl 2020 überraschend gegen Joe Biden verloren hatte, sprang über dieses ihm hingehaltene Stöckchen und holte zu einer Tirade gegen die MLB aus: „Baseball verliert bereits eine enorme Anzahl von Fans. Und jetzt verlassen sie Atlanta mit ihrem All Star-Spiel, weil sie Angst vor den radikal linken Demokraten haben.“ Seine Anhängerschaft forderte er auf, den Baseball und all jene Unternehmen zu boykottieren, die die neuen Wahlgesetze kritisiert hatten: „Hört ihr das, Coke, Delta und alle?“

Rob Manfred, Chef der Baseball-Liga MLB, ficht das nicht an. In einem Statement ließ er verlauten: „Ich habe beschlossen, dass der beste Weg, um unsere Werte als Sport zu demonstrieren, darin besteht, das diesjährige All-Star-Spiel zu verlegen. Die Major League Baseball unterstützt grundsätzlich das Stimmrecht für alle Amerikaner und lehnt Beschränkungen der Wahlurne ab.“

Joe Biden unterstützt Entscheidung der MLB, Gouverneur wittert „Cancel Culture“

Anders als sein Amtsvorgänger unterstützt US-Präsident Joe Biden die Entscheidung der MLB. Bereits im Vorfeld des Beschlusses hatte Biden der Baseball-Liga sein Wohlwollen signalisiert und ließ auch im Anschluss an die endgültige Verlegung keinen Zweifel an der Richtigkeit des Schrittes der Baseballer. Anders sieht es Brian Kemp, Gouverneur des Staates Georgia.

Der Republikaner, der seine Wahl auch der Unterstützung durch Donald Trump zu verdanken hat, nannte die Entscheidung der MLB „Cancel Culture“. Die Bevölkerung der USA solle wissen, so Kemp, dass dies ein Signal dafür sei, dass die Politik nun in alle Lebensbereiche eindringen werde: „Wenn es den Linken nicht passt, spielen Fakten und die Wahrheit keine Rolle.“ (Mirko Schmid)

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