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„Letzte Chance“

Stichwahl in Georgia: Donald Trump und Joe Biden werben für ihre Kandidaten

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  • Tobias Ketter
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold

Stichwahl in Georgia: Im Wahlkampf sieht es für die Republikaner nicht gut aus. Donald Trump und Joe Biden mobilisieren nochmal alle Kräfte.

  • Nachwehen der US-Wahl 2020 in Georgia: Am 5. Januar entscheidet sich, wer die Macht im US-Senat erlangt.
  • Amtsinhaber:innen David Perdue und Kelly Loeffler treten für die Republikaner, Jon Ossoff und Raphael Warnock für die Demokraten an.
  • Einer der Kandidaten muss Tage vor der Stichwahl in Georgia wegen eines Corona-Falls in Quarantäne.

Update vom Dienstag, 05.01.2021, 6.45 Uhr: Bei Nachwahlen zum US-Senat wird an diesem Dienstag (05.01.2021) im Bundesstaat Georgia über die künftige Machtverteilung in Washington entschieden. Deshalb traten der gewählte Präsident Joe Biden und sein Vorgänger Donald Trump am Montag (04.01.2021) in dem südlichen Bundesstaat auf, um für die Kandidaten ihrer Parteien zu werben. Beide unterstrichen dabei die Bedeutung der Stichwahlen für das gesamte Land.

Donald Trump reist für die Stichwahl extra nach Georgia. (Archivfoto)

Georgia: Joe Biden spricht auf Kundgebung in Atlanta

Joe Biden sagte bei einer Kundgebung in Atlanta in Georgia werde womöglich nicht nur über die Zukunft des Landes in den kommenden vier Jahren, sondern über die Zukunft der „nächsten Generation“ entschieden. Der künftige Präsident der USA bezog sich damit auf seine Reformpläne, unter anderem in der Sozial- und Umweltpolitik. Die Wahlen am Dienstag (05.01.2021) könnten einen Aufbruch „für Georgia und für Amerika“ bedeuten, betonte Biden. Donald Trump appellierte in der Stadt Dalton an seine Anhängerschaft, die Senatsnachwahlen seien womöglich deren „letzte Chance, jenes Amerika zu retten, das wir lieben“. Der abgewählte Präsident rief seinen Fans zu: „Unser Land hängt von Euch ab.“

Bei den Nachwahlen in Georgia wird darüber entschieden, ob künftig Joe Bidens Demokraten oder Donald Trumps Republikaner im Senat in Washington die Oberhand haben. Im Repräsentantenhaus dominieren bereits seit zwei Jahren die Demokraten. Bei den Senatsnachwahlen in Georgia wollen die beiden Kandidaten der Demokraten, Raphael Warnock und Jon Ossoff, den bisherigen republikanischen Senatoren Kelly Loeffler und David Perdue ihre Mandate entringen.

Joe Biden spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung zur Unterstützung der demokratischen Kandidaten für den US-Senat.

US-Wahl: Donald Trump bringt Verschwörungstheorien zur Sprache

Update vom Montag, 04.01.2021, 11:51 Uhr: Nachdem Donald Trump nach Georgia gereist war, kommen nun neue Details ans Licht. So ist der Republikaner in einem einstündigen Telefonat zu hören, wie er eine ganze Reihe an unterschiedlichen und unbewiesenen Verschwörungstheorien rund um die US-Wahl zur Sprache bringt.

Darunter sind Theorien, die Trump offenbar direkt von QAnon-Verschwörungsseiten übernommen hat. Andere hatte er offensichtlich bei rechtsextremen Nachrichtenseiten wie „One America News Network“ und „Newsmax“ aufgeschnappt, namentlich die Theorie, der Wahlmaschinenhersteller „Dominion“ habe die US-Wahl für Joe Biden manipuliert. Auch dem Wahlleiter drohte er.

Donald Trump reist für Stichwahl extra nach Georgia – und tobt bereits auf Twitter

Update vom Sonntag, 03.01.2021, 15.44 Uhr: In Georgia sehen die Umfragewerte zur Stichwahl für die republikanischen Kandidaten David Perdue und Kelly Loeffler nicht mehr allzu rosig aus. Seit Ende November war es zwischen Perdue und seinem demokratischen Herausforderer Jon Ossoff ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen, bei dem zeitweise der eine, zeitweise der andere die Nase vorn hatte.

US-Präsident Donald Trump will zu einer Wahlkampfveranstaltung für die Stichwahl in Georgia reisen. (Archivfoto)

Doch seit dem 29. Dezember scheint sich ein größerer Abstand abzuzeichnen. Derzeit liegt Ossoff laut Angaben des Nachrichtenportals „FiveThirtyEight“ mit 48,7 Prozent vorn - Perdue 1,2 Prozentpunkte dahinter. So groß war der Abstand seit November nicht mehr.

Im Rennen um den zweiten Senatssitz für Georgia, den der Demokrat Raphael Warnock der Republikanerin Kelly Loeffeler streitig machen will, sieht es ähnlich aus. Hier waren allerdings schon zwischenzeitlich die Abstände zwischen den Kandidaten größer als bei Perdue und Ossoff. Seit dem 21. Dezember führt Warnock in den Umfragen und liegt derzeit mit 49,1 Prozent vorn, Loeffler ist mit 1,8 Prozentpunkten weniger im Rückstand. Das ist weniger als beispielsweise Ende November, als Warnock noch drei Prozentpunkte Vorsprung hatte.

Laut den Umfragewerten haben also derzeit die Demokraten in Georgia die Nase im entscheidenden Rennen um die Mehrheit im Senat vorn. Das dürfte US-Präsident Donald Trump nicht besonders gefallen - und er nimmt sich der Sache auch prompt selbst an.

Auf Twitter kündigte er an, am Montag (04.01.2020) - einen Tag vor der Stichwahl - selbst in Georgia seine Parteikollegen beim Wahlkampf unterstützen zu wollen. „Werde Montagabend, 21 Uhr in Georgia sein, um mich für zwei GROSSARTIGE Menschen zu EINZUSETZEN“, schrieb Trump und forderte Wähler:innen auf, sich für die Wahl am Dienstag bereitzumachen. In weiteren Tweets sprach Trump erneut von Wahlbetrug in Georgia und warnte die Republikaner vor „der politischen Korruption im Bezirk Fulton, die zügellos ist“ und bezeichnete Georgias Gouverneur Brian Kemp, der „weniger als nichts“ getan habe als „Schande für die großartigen Menschen in Georgia“.

Tage vor der Stichwahl in Georgia: Republikanischer Kandidat muss in Quarantäne

Update vom Freitag, 01.01.2021, 8.45 Uhr: Wenige Tage vor der wegweisenden Stichwahl in Georgia muss der republikanische Senator und Kandidat David Perdue in Quarantäne. Wie seine Kampagne an Silvester bekanntgab, sei Perdue am Donnerstagmorgen (31.12.2020) darüber benachrichtigt worden, dass eine Person aus seinem Wahlkampfteam, mit der er in engem Kontakt stand, positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Perdue und seine Ehefrau seien zwar negativ getestet worden, würden sich aber, entsprechend den Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC, in Quarantäne begeben.

Am Dienstag (5.1.2021) wird Amtsinhaber David Perdue vom jungen Demokraten Jon Ossoff herausgefordert. Die Republikanerin Kelly Loeffler tritt gegen den demokratischen Raphael Warnock an. Sollten die Republikaner nur einen der beiden Sitze halten, bewahren sie im Senat die Mehrheit. Gewinnen die Demokraten beide, hätten sie die Kontrolle in Washington und würden dem künftigen Präsidenten Joe Biden das Regieren erheblich vereinfachen. Die Umfragen versprechen zwei Kopf-an-Kopf-Rennen in Georgia.

Vor der Stichwahl in Georgia: US-Senator David Perdue muss Tage vor der Stichwahl in Quarantäne.

Stichwahlen in Georgia: Ivanka Trump und Kamala Harris kämpfen um Stimmen

Erstmeldung vom 22.12.2020: Georgia - Donald Trump ist weiterhin der festen Überzeugung, die US-Wahl 2020 sei noch nicht beendet. Und das ist sie auch nicht, nicht ganz zumindest. Die Wahl des nächsten Präsidenten und Vizepräsidenten gilt zwar als beendet, was Trump weiterhin nicht anerkennt. Es habe einen groß angelegten Wahlbetrug gegeben, eigentlich sei er der rechtmäßige Gewinner, insistiert Trump, ohne stichhaltige Beweise für diese Anschuldigungen vorzulegen.

Der Kampf um die Stimmenmehrheit im Senat ist allerdings noch nicht entschieden: In Georgia finden am 5. Januar zwei Stichwahlen statt. Erst danach ist klar, wie stark die Republikaner als Opposition auf Bundesebene dem gewählten Führungs-Duo Biden und Harris das Regieren schwer machen können.

Stichwahlen zum US-Senat: Ivanka Trump spricht während einer Wahlkampfveranstaltung am 21. Dezember 2020 in Milton, Georgia.

Rennen um US-Senat: Ivanka Trump und Kamala Harris auf Besuch in Georgia

Beide Parteien versuchen bis dahin mit Einsatz prominenter Fürsprechender, so viele Wählende wie möglich an die Urnen zu bringen. In Milton, einem Vorort von Atlanta, trat Ivanka Trump am Montag (21.12.2020) an der Seite der amtierenden republikanischen Senatoren Kelly Loeffler und David Perdue auf. Die Tochter des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump wählte markige Worte, um den anwesenden Parteianhängern die Relevanz der Stichwahl aufzuzeigen: „Georgia wird entscheiden, ob unsere Kinder unter einer unterdrückerischen Regierung aufwachsen oder ob Amerika das Land der Freien bleibt“, so zitiert die „New York Times“ Ivanka Trump.

Die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris bei einer Wahlkampfveranstaltung in Columbus, Georgia.

In Columbus traf sich am selben Tag die politische Konkurrenz. Die kommende US-Vizepräsidentin Kamala Harris betonte gemeinsam mit den Kandidaten Jon Ossoff und Raphael Warnock ebenfalls die Wichtigkeit der Wahl für die kommenden Jahre – und dankte dem Publikum für ihre Unterstützung bei der Präsidentschaftswahl am 3. November. Der Bundesstaat Georgia ging dabei erstmals seit 22 Jahren an ein Präsidentschaftsteam der Demokraten.

Republikaner in Georgia unter Druck: Zu wenig Unterstützung für Donald Trump

Die Demokraten feierten sich auf ihrer Wahlkampfveranstaltung laut „New York Times“ also ein Stück weit selbst für den Erfolg bei der Präsidentschaftswahl, aktuelle Umfragen zur kommenden Stichwahl dürften ihnen allerdings Anlass zur Sorge geben. Beide republikanische Kandidaten liegen laut Analysen des Portals „FiveThirtyEight“ vom Montag (21.12.2020) in der Gunst der Wählenden leicht vorne. Die Demokraten müssten beide Sitze gewinnen, um wenigstens ein Machtgleichgewicht im Senat der USA herzustellen. Ohne die Sitze aus Georgia halten sie derzeit 46 Sitze im Senat, de facto 48, rechnet man die parteilosen Politiker Bernie Sanders und Angus King hinzu, die beide im Zweifel mit den Demokraten zusammenarbeiten. Die Republikaner hingegen kommen jetzt schon auf 50 Sitze.

Die Republikaner haben in Georgia derweil ganz andere Probleme: Ihnen macht offenbar die Basis Druck wegen zu zaghafter Unterstützung für Trumps Kampf gegen den rechtmäßigen Ausgang der US-Wahl. Laut „New York Times“ hätten Veranstaltungsteilnehmende den republikanische Amtsverteidiger Perdue an einer Stelle sogar übertönt. Perdue verteidigte sich, er stehe hinter dem scheidenden Präsidenten Donald Trump – müsse sich jetzt aber vor allem auf die Stichwahl zum Senat konzentrieren. (Matthis Pechtold, Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

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