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Stichwahl in Georgia: Walker verzichtet auf weitere Hilfe Trumps

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Von: Christian Stör

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Herschel Walker (links) spricht am 26. Mäz 2022 auf einer Kundgebung im Banks County Dragway in Commerce. Donald Trump hört zu.
Im März 2022 traf Donald Trump noch gemeinsam mit Herschel Walker (links) auf. Jetzt bleibt Trump lieber daheim. © Hyosub Shin/Imago

Donald Trump bleibt bei der Stichwahl in Georgia außen vor. Seine Anwesenheit im Kampf um einen Sitz im US-Senat ist nicht erwünscht.

Atlanta - Eigentlich sieht sich Donald Trump noch immer als Lenker und Denker der republikanischen Partei. Doch vor der Stichwahl in Georgia macht sich der frühere Präsident plötzlich rar. Anders als noch bei den Stichwahlen im Januar 2021, als Trump zwei Kundgebungen vor Ort abhielt, ist der 76-Jährige vor der letzten Entscheidung der Midterms in den USA von der Bildfläche verschwunden.

Wie kommt es aber, dass Trump ausgerechnet seinen handverlesenen Kandidaten Herschel Walker beim Kampf um einen Sitz im US-Senat nicht persönlich unterstützt? Die Antwort mag für Trump bitter sein, lässt sich aber nicht wegleugnen. Bei den Republikanern gilt er einfach nicht als bester Mann für diesen Job.

Stichwahl in Georgia: „Stoppt Donald Trump“, „Stoppt Herschel Walker“

Es ist ja nicht so, als ob Trump den früheren Footballstar plötzlich fallengelassen hätte. Als er am 15. November in seinem Anwesen in Mar-a-Lago seine eigene Kandidatur für die US-Wahl 2024 bekanntgab, sparte Trump nicht mit Lob für Walker. Es ist vielmehr so, dass die Anti-Trump-Stimmung bei den Demokraten und den Unabhängigen Walkers Gegenkandidaten Raphael Warnock in die Karten spielt.

NameHerschel Junior Walker
Geboren3. März 1962
GeburtsortWrightsville, Georgia
EhepartnerinJulie Blanchard (verh. 2021), Cindy DeAngelis Grossman (verh. 1983–2002)
Kinder3 Söhne und 1 Tochter

So veröffentlichte Warnocks Wahlkampfteam nur zwei Tage später einen Videoclip mit Trumps Lob und wendete sich dann mit zwei klaren Slogans an die Menschen in Georgia: „Stoppt Donald Trump“ und „Stoppt Herschel Walker“. Für die Demokraten geht es bei der Stichwahl in Georgia also auch darum, Trump eine weitere Niederlage zuzufügen.

Auch die Republikaner haben davor offenbar Angst. So zitiert die Nachrichtenseite Politico eine der Walker-Wahlkampagne nahestehende Person, die unter der Bedingung der Anonymität über Georgias „komplizierte Dynamik“ mit Trump sprach und sagte, man habe Trump nicht gebeten, den Staat zu besuchen – und Trump habe auch nicht darum gebeten, nach Georgia zu kommen.

Stichwahl in Georgia: Trumps Hilfe ist nicht erwünscht

Wer aber soll dann Herschel Walker unterstützen. Trumps frühere Pressesprecherin Kayleigh McEnany brachte schon unmittelbar nach den Midterm-Wahlen am 8. November Floridas Gouverneur ins Spiel. Doch auch Ron DeSantis hält sich in Georgia bisher vornehm zurück. Dafür setzen die Republikaner auf den populären Gouverneur Brian Kemp, der laut einer Politico-Umfrage in Georgia wesentlich populärer ist als Trump – ein Zeichen, dass der ehemalige Präsident vor der Stichwahl mehr schaden als nützen könnte.

Aber auch für Trump muss das alles nicht schlecht sein. Sollte Walker die Stichwahl in Georgia gewinnen, dürfte Trump den Sieg für sich reklamieren. Eine Niederlage dagegen kann Trump einfach ignorieren, er hat ja nichts damit zu tun. Die Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. (cs)

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